Die Fantasie nutzen, statt Verkehrsflüsse zu ändern

Von: mh
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Die Herzog-Wilhelm-Straße: Im Ausschuss wurde über Parkleitsysteme und die Belästigung durch laufende Motoren debattiert. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Darüber, dass die Verkehrssituation im Stadtkern von Geilenkirchen verbesserungswürdig ist, gab es im Stadtentwicklungsausschuss kaum Meinungsverschiedenheiten. Wenn dennoch der Antrag der Grünen auf Prüfung neuer Möglichkeiten zur innerstädtischen Verkehrsführung abgelehnt wurde, dann wegen des Umfangs der Vorschläge und der darin vorgesehenen Bürgerbeteiligung.

Die Grünen waren mit ihren Vorschlägen schon vor der Sitzung in die Öffentlichkeit gegangen. Bedenken wegen zu umfangreicher Änderungen wies Grünen-Sprecher Jürgen Benden im Ausschuss zurück. Es gehe um machbare, kostengünstige Schritte. „Lassen Sie uns doch mal darüber sprechen, wie man mit kleinen Stellschrauben etwas verbessern kann, wir können mehr aus dieser Stadt machen“, appellierte er an die Fraktionen im Ausschuss.

Für die SPD wollte Marko Banzet von der Verwaltung wissen, warum diese fürchtet, bei Änderungen der Verkehrsführung Fördergelder zurückzahlen zu müssen. „Förderschädlich ist alles, was das Geförderte in Frage stellt“, erklärte Beigeordneter Markus Mönter und meinte damit wohl die Innenstadtsanierung. Gegen einen Arbeitskreis, der sich mit Verbesserungen befasse, habe man aber nichts.

Es gehe zunächst darum, Probleme zu benennen, sagte Manfred Schumacher (CDU) und machte konkrete Vorschläge. So etwa die Beseitigung der Verkehrsdichte vor dem Gymnasium durch Eltern, die ihre Kinder bis vor das Schultor bringen wollen. Schumacher sprach auch von einem Parkleitsystem mit wenig Aufwand und Hinweisschildern an den Einfallstraßen. Zum großen vorhandenen Parkplatzangebot meinte er: „Für den so genannten Beamten-Parkplatz könnte ich mir einen sympathischeren Namen vorstellen.“

Belästigung durch Motorenlärm

Auch für die von Jürgen Benden angesprochene Belästigung der Außengastronomie durch wartende Autos mit laufendem Motor wies er auf eine Lösung hin, nämlich auf „Mooswände“, wie man sie auch anderenorts benutze. Die eigene Fantasie zu fordern sei besser als Verkehrsflüsse zu ändern.

Diese Vorschläge seien hervorragend, bestätigte Grünen-Chef Jürgen Benden, seine Fraktion lege aber auch Wert darauf, dass man die Bevölkerung einbeziehe. „Wir müssen auf das hören, was der Rentner auf der Straße sagt“, so Benden. Zustimmung gab es von Wilhelm-Josef Wolff von „Geilenkirchen bewegen! und FDP“ und Guillaume Dircks von der Bürgerliste. Wilfried Plum von „Für GK!“ warnte davor, große Sachen anzustoßen, die man nicht umsetzen könne. Auch wandte er sich gegen eine „Pseudobeteiligung“ der Bevölkerung: „Wir sind doch schließlich die Vertreter der Bürger!“

Ausschussvorsitzender Karl-Peter Conrads (CDU) fasste schließlich die Vorschläge und Kostenschätzungen zusammen, die man auch bei einer Ablehnung des Grünen-Antrags an die Verwaltung weitergeben müsse. Der Antrag der Grünen erhielt dann auch schließlich nur die Stimmen der eigenen Fraktion, während die Verwaltungsvorlage mit Ergänzungen von Karl-Peter Conrads einstimmig verabschiedet wurde.

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