Die ersten Freibadgäste kommen um 6 Uhr

Von: Udo Stüßer
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Die Mädchen und Jungen der Teverener Kita freuten sich am Dienstag über das kühle Nass aus der Pumpe. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen/Gangelt. Wenn Dr. Paul Thomas Mohr, Rektor der Katholischen Grundschule Geilenkirchen, am Mittwoch um 10.30 Uhr einen Blick auf das Thermometer wirft, wird ihm die Entscheidung sicherlich leicht fallen: „Wenn das Thermometer mindestens 25 Grad Raumtemperatur anzeigt, können wir ab 11.30 Uhr hitzefrei geben“, erklärt er die Richtlinien des Schulministeriums.

Dabei handelt es sich um eine Kann-Bestimmung. „Die Entscheidung treffen immer der Schulleiter und der Lehrerrat gemeinsam.“ Am Dienstag hat die Quecksilbersäule zum Bedauern der rund 350 Kinder das Ziel um ein Grad ganz knapp verfehlt. An extrem heißen Sommertagen informiert Mohr die Eltern in einem Brief, dass die Kinder möglicherweise am Folgetag um 11.30 Uhr schulfrei haben.

Die Entscheidung wird dann ab 11 Uhr auch auf der Homepage der Schule für alle Eltern einsehbar sein. „Die Betreuungsmaßnahmen werden aber weiterhin angeboten. Die Eltern müssen sich an diesen Tagen natürlich keinen Urlaub nehmen“, versichert er. Sehr zur Freude der Kinder werden die Betreuungsmaßnahmen dann ins Freie verlagert. Spiele auf dem Schulhof und der Kletterparcours stehen dann auf dem Stundenplan.

Stefanie Nießen, Leiterin der Kindertagesstätte Teveren, und ihre Kolleginnen sind für die heißen Tage gerüstet. „Wir haben alle Eltern gebeten, ihren Kindern ausreichend Sonnencreme und Schutzkappen mitzugeben“, erklärt sie. Falls ein Kind ohne erscheint, greift sie in ihre Notfallkiste, in der sich immer ein kleiner Bestand an Creme und Hütchen befindet. „Dann müssen wir allerdings darauf achten, dass das Kind kein Allergiker ist“, ist die Kita-Leiterin mit den Sicherheitsmaßnahmen bestens vertraut.

Bei diesen schweißtreibenden Temperaturen sind die Sonnensegel aufgebaut und spenden ausreichend Schatten. Überall im Freien befinden sich Wasseroasen. Zwischen den Spielphasen werden die Mädchen und Jungen immer wieder aufgefordert, zu ihren mit Namensschildchen versehenen Trinkgläsern zu greifen und Wasser oder gekühlten Tee zu trinken. Die Mal- und Basteltische haben Stefanie Nießen und ihre Kolleginnen schon am frühen Morgen aus den Gruppenräumen nach draußen transportiert. Auch das Frühstück wird an heißen Tagen im Freien eingenommen. Auf der Wiese wurden unter Schatten spendenden Bäumen Picknickdecken ausgebreitet, so dass auch die Allerkleinsten ab acht Monaten ihre Umwelt erkunden können.

An der Wassermatschanlage

Ein Highlight an diesen Tagen ist die Wassermatschanlage, ein Spielgerät, mit dem Wasser gepumpt wird. „Allerdings müssen sich die Kinder das Wasser einteilen. Sie können mit dem Wasser spielen, gleichzeitig wird das Umweltbewusstsein geschärft“, sagt die Leiterin der Teverener Kita, die derzeit von 98 Mädchen und Jungen, etwa 50 Prozent in der Ganztagsbetreuung, besucht wird.

Wer eine kleine Abkühlung möchte, kann auch kurz unter die Dusche. Die Eltern wurden gebeten, ihren Kindern bei Hitze Badesachen und Handtücher mitzugeben.

„Und dann gibt es noch ganz liebe Eltern, die den Kindern am Nachmittag ein Eis spendieren“, freut sich Nießen.

Grund zur Freude hatte am Dienstag auch Rudi Niemeyer, Schwimmmeister im Gangelter Freibad: Zwischen 6 Uhr und 7.30 Uhr hat er schon die ersten 70 Frühschwimmer – Rentner und Berufstätige, die vor der Arbeit ein paar Bahnen ziehen wollen – begrüßt. An wettermäßig normalen Tagen kommen gegen 8 Uhr etwa 20 Badegäste.

Am Mittag waren es schon 450 Schwimmer, die er und seine Kollegen Ger Demandt und Ralf Schmitz beaufsichtigten. Und auch heute rechnet er mit über 1000 Badegästen. „Hier sind auch einige Schulklassen, zwei aus Geilenkirchen, die im Rahmen des Sportunterrichts schwimmen. Viele Schüler bleiben dann den ganzen Tag über hier“, sagt Niemeyer weiter.

80 Prozent der Gangelter Badegäste stammen aus den Niederlanden. „Sie kommen mit Autos, Fahrrädern und Rollern aus Sittard und Brunssum, eigentlich aus dem gesamten limburgischen Raum“, erläutert der Schwimmmeister und kennt den Grund: „Bei uns können Kinder für 2,50 Euro von 6 bis 19 Uhr, dienstags sogar bis 21 Uhr schwimmen, in den Niederlanden zahlen Kinder für eine Badezeit von 10 bis 18 Uhr 7,50 Euro.“

Stolz präsentiert Niemeyer Niemeyer bei der Gelegenheit noch andere Zahlen: Durchschnittlich 65.000 Badegäste hat das Gangelter Freibad in der Saison. Bester Sommer für das Bad war im Jahr 2003 mit 108.000 Besuchern. Während an einem normalen Sommertag 1000 Besucher kommen, sind es an extrem heißen Tagen bis zu 4000.

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