Die erste onkologische Station im Kreis Heinsberg

Von: st
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Dr. Joachim Zeidler hat eine stationäre Onkologie im Krankenhaus aufgebaut. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Der Patient klagte über Schwäche, Abgeschlagenheit und Gewichtsabnahme. Es ging ihm richtig schlecht. Das Blutbild zeigte den Ärzten des Geilenkirchener Krankenhauses eine Veränderung. Der endgültige Beweis kam aus dem Knochenmark: Der 64-Jährige litt unter Leukämie.

„Diese Erkrankung ist lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden. Die von dieser Krankheit betroffenen Patienten mussten wir bisher zum Aachener Klinikum schicken. Jetzt haben wir erstmals einen Leukämie-Patienten selbst stationär behandelt“, erklärt Dr. Joachim Zeidler, Facharzt für Innere Medizin, Hämato-/Onkologie, Gastroenterologie und Palliativmedizin. Nach der stationären Akutbehandlung erfolgt hier auch die Folgebehandlung.

Der Leitende Arzt in der Inneren Medizin des Geilenkirchener Krankenhauses ist seit Anfang des Jahres in der Klinik und hat hier eine onkologische Station mit zwölf Betten aufgebaut. Während Chefarzt Dr. Manfred Nebeling als Internist und Gastroenterologe überwiegend für den Magen- und Darmbereich zuständig ist und Chefarzt Dr. Ulrich Sudhues als Internist und Kardiologe Herzkrankheiten behandelt, therapiert Zeidler von nun an alle Lymphome, alle Blut- und aggressiven Krebsarten mit Chemotherapien.

Wenn eine Strahlentherapie oder eine Stammzellentransplantation erforderlich ist, muss er seine Patienten allerdings ins Klinikum überweisen. Wenn es bisher um die ambulante Betreuung von Krebspatienten ging, hatte das Geilenkirchener Krankenhaus mit Dr. Kian Tajrobehkar einen niedergelassenen Facharzt zur Seite.

Er wird sich in seiner Praxis auch weiterhin um die Behandlung von ambulanten Fällen kümmern, während Zeidler als Internist des Krankenhauses sich um die stationären Fälle kümmert. Gemeinsam wollen die beiden Fachärzte sich mit dem Aachener Klinikum vernetzen, wollen Ärzte im eigenen Haus weiterbilden und an wissenschaftlichen Studien teilnehmen.

„Bei uns soll nicht nach Standard behandelt werden. Bei uns sollen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse eine Rolle spielen“, sagt Zeidler. Vor zwölf Jahren war er übrigens als Oberarzt im Geilenkirchener Krankenhaus beschäftigt, ist dann aber als Chefarzt ins Maria Hilf Krankenhaus Bergheim, später als Chefarzt ins Dreifaltigkeitshospital Lippstadt gegangen.

„Was wir hier aufgebaut haben, ist einzigartig im Kreis Heinsberg. Kein weiteres Krankenhaus hat eine stationäre Onkologie“, sagt Zeidler, der die Station weiter ausbauen will, um seinen Patienten „eine qualitativ hochwertige Versorgung vor Ort“ bieten zu können.

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