Die Blume der Liebe ist immer noch der Renner

Von: Naima Wolfsperger
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„Die Damen in Geilenkirchen dürfen sich weiterhin über einen bunten Blumenstrauß freuen“, sagt Gertrud Apweiler-Nobis von Blumen Nobis in Geilenkirchen. Foto: Naima Wolfsperger

Geilenkirchen. Er ist vielleicht die erste Dating-Plattform der Welt: der Valentinstag. Während sich heutzutage vor allem Paare mit kleinen Aufmerksamkeiten ihrer Liebe Ausdruck verleihen möchten, so war der 14. Februar im 15. Jahrhundert in England der Tag, der als schicksalsweisend galt. Deshalb wurden, wie beim Wichteln an Weihnachten, Lose verteilt, über die einem Unbekannten dann ein kleines Geschenk gemacht werden sollte.

Die Idee der mittelalterlichen Engländer entsprang dem Glauben, dass sich an diesem Tag die Vögel paarten und sie mit Unterstützung des heiligen Valentin – ja, es gibt ihn – einen liebesweisenden Einfluss auf die Lose nahmen.

Der Valentinstag wurde aber für alles Kommende als richtungsweisend empfunden. So konnte bereits die erste Begegnung des Tages als schicksalshaft interpretiert werden.

In diesem Jahr fällt der Valentinstag, der im Volksmund für die einsamen Herzen der schlimmste Tag des Jahres sein soll, auf einen Dienstag. Selbst an diesem Tag kann man sich noch schnell auf die Suche nach einem passenden Geschenk begeben.

Zumindest in Geilenkirchen wird es in der Stadt am 14. Februar nicht so betörend riechen, wie in der Parfümerie Beckers. Das Geschäft laufe vor allem an Weihnachten besonders gut, sagt die Filialleiterin Sonja Gillißen. Sicherlich kauften zu diesen Anlässen weiterhin viele einen besonderen Duft, zu exorbitanten Verkaufsschlagern, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war, führe das Parfüm zum Valentinstag aber nicht mehr.

Dass sich die Paare in Geilenkirchen weniger lieb haben und sich kleine Geschenke nicht gönnen, das glaubt Gillißen nicht. „Heute unternehmen die Paare lieber etwas miteinander, gehen essen oder ins Kino.“ Die Ursache für diesen neuen Trend sehe sie vor allem darin, dass die Menschen heute weniger Zeit füreinander hätten als früher. „Da ist es einfach wichtiger, sich Zeit zu nehmen und sie gemeinsam zu genießen.“

Auch auf die neue Halskette müssen wohl einige Geilenkirchener Ladys verzichten. „Früher war das einfach in“, sagt Da Paz May von Uhren Kamp in Geilenkirchen. Der Trend habe sich verlebt. „Mindestens eine rote Rose gab es da. Vor 15 Jahren, da haben wir das richtig gefeiert“, erinnert sich die 31-Jährige. Aber nicht nur bei Jugendlichen, auch bei Erwachsenen sei der Tag der Liebenden hoch im Rennen gewesen. „Der amerikanische Trend hat sich inzwischen einfach verlebt.“

Wo keine Geschenke überreicht werden, da gibt es auch keine Karten – oder vielleicht gerade umgekehrt? Der Kartenverkauf zum Valentinstag unterscheidet sich nicht von der sonstigen Nachfrage, findet Simone Krasinsky von Papier&Mehr, Geilenkirchen. Früher wurden mehr Valentinskarten gekauft. Die Ursache des Desinteresses an der Karte, vielleicht mit einem selbst geschriebenen Gedicht als ultimativer Liebesbeweis, kann sich Krasinsky nicht erklären. Anstelle der Karte werden eher Schlüsselanhänger und kleine Präsente verschenkt, sagt sie.

Amors Pfeil berührt heute dann vielleicht doch eher Restaurantbesitzer und Theaterkassen. Einige der klassischen Geschenkideen scheinen nicht mehr im Trend zu liegen. Aber was ist mit den Blumen? Dem guten, alten Liebesbeweis?

„Die Damen in Geilenkirchen dürfen sich weiterhin über einen bunten Blumenstrauß freuen“, sagt Gertrud Apweiler-Nobis von Blumen Nobis in Geilenkirchen. Es ist der erste große Termin für die Blumenladenbesitzer im Jahr und ein ganz besonderer noch dazu: „Draußen ist noch Winter, aber zum Valentinstag wird im Geschäft der Frühling eingeleitet.“

St. Valentin entlockt den meisten liebestreuen Herren vor allem Schnittblumen, weiß die Expertin. Bunt und vielfältig. „Manche schenken auch nur Rosen, die Blume der Liebe.“ Viele bringen aber gleich einen Strauß mit nach Hause, der die ganze Farbpalette abdeckt.

Traditionell schenke man ja auch Blumen, sagt Apweiler-Nobis, die wohlwissentlich bereits jetzt mit dekorativen Herzen auf den bevorstehenden Tag der Liebe hinweist.

Und so Unrecht hat sie da nicht. Englische Auswanderer haben ihre Tradition von der Hoffnung auf Liebesglück und Bestimmung mit nach Amerika getragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in Deutschland durch die US-Soldaten bekannt. 1950 wurde in Nürnberg der erste deutsche Valentinsball abgehalten, später wurde der Feiertag durch die Blumen und die Süßwarenindustrie in der Bevölkerung verbreitet.

Mittlerweile ist er auf der ganzen Welt bekannt, auch wenn er in einigen Ländern sogar verboten ist. Wie beispielsweise in Saudi Arabien, wo einige Tage zuvor der Verkauf von Waren, die sich als Valentinstagsgeschenk eignen, verboten ist. In Südafrika hingegen wird der Tag als öffentliches Fest gefeiert.

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