Die B221n beherrschendes Thema beim Infoabend

Von: Markus Bienwald
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Ein voller Saal in der Gaststätte Grenzlandhof war das Ergebnis der Einladung zum Informationsabend. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Spätestens als Gastwirt Peter Betsch im Saal des Grenzlandhofes in Scherpenseel die beweglichen Raumteiler ein paar Meter nach hinten schob, da konnten sich die Vertreter der CDU in Übach-Palenberg ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Wir sind überwältigt von der Resonanz“, freute sich Ortsverbandsvorsitzender Dietmar Lux über die rund 200 Gäste bei der Informationsveranstaltung zu einer möglichen Ortsumgehung in Scherpenseel.

Nach der Begrüßung durch den Stadtverbandsvorsitzenden Oliver Walther sollte es ein Informations- und Diskussionsabend werden, und die Resonanz war von deutscher wie von niederländischer Seite sehr groß.

Wer allerdings die Einladungen des Ortsverbandes Scherpenseel der CDU gelesen hatte, dürfte sich nicht nur über die hohe Zahl von Ausrufezeichen, sondern auch über den Tonfall gewundert haben. „Leider haben Sie auch gelesen, dass unsere Nachbarschaft diese Umgehungsstraße scheinbar nicht möchte, wir wollen und können das nicht zulassen“, stand dort – mit drei Ausrufezeichen versehen – zu lesen.

Die Grotenrather Bürger, allen voran Ortsvorsteherin Resi Hensen, kamen dennoch, auch wenn ihnen, wie in persönlichen Gesprächen zu hören war, der aggressive Tonfall ganz und gar nicht gefiel. „Keiner in Grotenrath findet es unwichtig, dass es eine Entlastung für Scherpenseel gibt“, betonte Hensen. Und sie wünschte sich, die hochgekochten Emotionen aus der Diskussion herauszulassen. Wer die jahrzehntelange Geschichte des Straßenprojekts, das bislang immer nur in Vorplanungen existiert, auch in den letzten Wochen verfolgt hatte, nahm allerdings so gut wie keine neuen Informationen mit nach Hause.

Lärm, Verkehr, Gestank

Da gab es beispielsweise Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der wirklich ausführlich erklärte, warum es so wichtig war, dass die von den Niederländern und den Übach-Palenbergern verwaltungsseitig in Berlin eingereichte Wunschtrasse unbedingt vor Fertigstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030 übermittelt werden musste. „Wenn wir hier keine Verbindung schaffen, dann sind wir mit Geilenkirchen am Ende eines Zipfels in Deutschland und können uns zur Ruhe legen“, sagte Jungnitsch. Und natürlich vergaß er nicht, wie übrigens alle Redner des Abends, die Wichtigkeit zu betonen, dass Scherpenseel eine Entlastung braucht, wegen des Lärms, des Verkehrs, der die Gläser im Schrank klirren lässt, und des Gestanks.

Wenn die Gelegenheit, die Straße als Bundesstraße in die höchste Prioritätsstufe des Verkehrswegeplans einzubringen, nun nicht beim Schopfe gepackt werde, dann gäbe es wahrscheinlich erst ab 2030 eine Chance dazu, warnte Jungnitsch.

Angesichts des ab 2018 fertiggestellten Buitenrings auf niederländischer Seite, der als überörtliche Umgehung der Städte im südlichen Limburg die Ortsdurchfahrts-Verkehre eindämmen soll, sei dann mit bis zu 20.000 Fahrzeugen täglich auf der Heerlener Straße zu rechnen. „Das ist eine Maßzahl, die normalerweise für einen vierspurigen Ausbau einer Straße genommen wird“, stellte Jungnitsch fest.

Und ein weiteres Detail rückte er in den Fokus: eine kleine Stichstraße, die von der eingereichten Wunschplanung als L225 nach Scherpenseel führt. Über diese Strecke sollten die Verkehre in Richtung Marienberg, Übach und weiter nach Boscheln abgeführt werden, so der Verwaltungschef. Diese Mini-Anbindung mit großer Bedeutung für Verkehrsströme aus den Niederlanden nach Marienberg, wo beispielsweise ein Lidl-Markt auf Kundschaft wartet, soll dann zunächst über die viel befahrene Vom-Stein-Straße führen.

Mit einer weiteren Überraschung wartete Wolfgang Jungnitsch – bekräftigt vom Ersten Beigeordneten Helmut Mainz – noch für die Anwohner der Heerlener Straße auf. So wird die lang erwartete Kanalsanierung wohl im nächsten Jahr kommen. „Dann wird auch die Straße gesperrt, denn mit dem Kanal wird auch die Asphaltdecke erneuert“, so Jungnitsch, die Bautätigkeit solle gut zwei Jahre betragen.

Die Herausgabe dieser Neuigkeit kam auf eine Nachfrage einer Anwohnerin zustande, die bemängelte, dass zwar viel über die Ortsumgehung gesprochen werde, aber auch die Heerlener Straße von 12.000 bis 15.000 Fahrzeugen pro Tag sehr in Mitleidenschaft gezogen sei. Auf die abschließende Frage des Stadtverordneten Dr. Sascha Derichs (SPD), warum die Linienführung nicht im Stadtrat diskutiert worden sei, antwortete der Bürgermeister schließlich, dass die Abgabefrist für die Trassenplanung dann nicht hätte eingehalten werden können.

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