Der Wächter wacht über den Schlosspark

Von: Georg Schmitz
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Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (r.) freut sich über das Geschenk des Künstlerehepaares Angelika und Heinrich Keller, das jetzt den Schlosspark ziert. Foto: Georg Schmitz

Übach-Palenberg. Der „Wächter“ wacht seit Freitag über den Schlosspark. Er ist eines von zwei Kunstwerken, die ab sofort die wunderschöne Grünanlage von Schloss Zweibrüggen zieren und sicherlich auch Hochzeitsfotografen zukünftig ein willkommenes Hintergrundmotiv bieten. Der „Blaue Kern“ heißt die zweite Stahlskulptur, die sich inmitten der Blütenpracht hervorhebt.

Das Ehepaar Angelika und Heinrich Keller aus Aldenhoven hat der Stadt Übach-Palenberg die beiden Kunstwerke geschenkt. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Künstlerin ist ein echtes Kind der ehemaligen Bergbaustadt und als Angelika Joeris hier aufgewachsen. Vor 31 Jahren zog die heute 53-Jährige nach Aldenhoven und widmete sich fortan der Bildhauerei.

Liebe zur Heimatstadt

Die Idee der Schenkung entspringt der weiterhin währenden Liebe von Angelika Keller zu ihrer Heimatstadt, in der sie im Schatten der Karlskapelle aufwuchs. „Eine Fülle von schönen Kindheitserinnerungen prägt meine Verbundenheit mit dem Ort Zweibrüggen, wo ich viele schöne Stunden bei meiner Großmutter verbringen durfte“, blickt die Bildhauerin zurück.

Nun habe sie Gelegenheit, diesem Ort etwas zurück zu geben.

Ein historisches Gehöft in Aldenhoven-Niedermerz hat die Künstlerin zusammen mit ihrem Ehemann Heinrich Keller vor drei Jahrzehnten zum Mittelpunkt ihres Lebens und Schaffens gemacht. Dort ist die Keramikstele „Der Wächter“ entstanden, die jetzt ein dauerhaftes „Zuhause“ im Schatten des Schlosses haben wird.

Das Werk setzt sich aus 15 übereinander gestapelten einzelnen Keramik-Elementen zusammen. Es wird durch die Stahl-Arretierung zusammengehalten. „Es bleibt jedem Betrachter selbst überlassen, wie er den Wächter interpretiert“, sagt Angelika Keller. Dabei sei der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Aus dem Wächter-Haupt sprießen dünne Stahl-Haare mit Glasornamenten, die sich am Tag der feierlichen Übergabe in der Sonne spiegelten. Die Künstlerin bearbeitet die Oberflächen ihrer Objekte mit verschiedenen Oxyden, was ihnen ein naturorientiertes Erscheinungsbild verleiht. Die klassische Glasur findet man an ihren Werken eher selten.

Sinnbild der Beweglichkeit

Ehemann Heinrich Keller ist das zweite Kunstwerk „Der blaue Kern“ geschuldet. Man könne auch den Begriff „Rotation“ verwenden, denn bei der Skulptur handele es sich um in sich drehende Stahlelemente. „Der blaue Kern ist ein Sinnbild der Beweglichkeit“, erläutert der 57-jährige Künstler dem Übach-Palenberger Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch.

Keller setzt sich seit Jahrzehnten mit der künstlerischen Gestaltung von Stahl auseinander. Er bevorzugt die klassische Technik des handgeführten Brennschneidens, die dem bis zu 20 Zentimeter starken Stahl seine schroffen Schnittkonturen verleiht.

Jungnitschs Amtskollege aus Aldenhoven, Bürgermeister Lothar Tertel, ließ sich die Enthüllung des „Blauen Kerns“ ebenfalls nicht entgehen und gratulierte der Stadt zu den beiden wertvollen Geschenken.

Wolfgang Jungnitsch konnte seinerseits die Freude über die Schenkungen des Künstlerehepaares nicht verbergen. Er wünschte den Gästen und Betrachtern viele anregende Begegnungen mit den Werken von Angelika und Heinrich Keller.

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