Der „VDK”: Stete Mahnung an die Zeit des Wahns

Von: georg Schmitz
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Martin Gasow, Josef Nießen, Richard Lachance, Mike Duggan, Thomas Fiedler, Jürgen Buchholz, Holger Kinkel und Jürgen Beyer (v.l.) gaben in Geilenkirchen den Startschuss für die Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Geilenkirchen. In diesen Tagen sind wieder Soldaten des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw) und des Nato E-3A Verbandes in den Straßen unserer Region unterwegs.

Mit Sammelbüchsen ausgestattet, rufen die Frauen und Männer im Namen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) die Bevölkerung zu Spenden für die Erhaltung und Pflege von 2,4 Millionen Kriegsgräbern auf.

Zum Auftakt der kreisweit noch bis zum 20. November durchgeführten Haus- und Straßensammlung des Volksbundes griffen VDK-Kreisgeschäftsführer Josef Nießen und Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler am Freitag ebenfalls zur Büchse und unterstützten den Kommandeur des Zentrums für Verifikationsaufgaben, Brigadegeneral Jürgen Beyer, den Standortältesten Oberst i.G. Jürgen Buchholz, den Kommandeur der Deutschen Unterstützungsgruppe beim Nato-Verband, Oberstleutnant Holger Kunkel und die anderen Sammelhelfer auf dem Marktplatz in Geilenkirchen.

Ihre Wertschätzung für die Kriegsgräberpflege erwiesen auch Sergeant Richard Lachance und Captain Mike Duggan von den kanadischen Streitkräften durch ihre Teilnahme an der Sammelaktion. Die Menschen auf dem Marktplatz zeigten viel Verständnis für die Sammler und trugen ihren Obolus zur Aktion bei. Auch mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges sorgt die Kriegsgräberfürsorge noch für die Erhaltung der Friedhöfe und Gedenkstätten und betreut im Auftrag der Bundesregierung die Gräber der deutschen Kriegstoten auf 824 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten.

Der Volksbund legt würdige Ruhestätten für die Toten an, betreut Angehörige in den nachfolgenden Generationen und führt junge Menschen aus vielen Ländern an die Gräber der Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror heran. Deutsche und russische Jugendliche leisten durch gemeinsame Arbeit an den Kriegsgräbern seit Jahren in vielen Orten Russlands und in anderen Ländern einen wichtigen Beitrag zur Verständigung und Versöhnung. Mit der Arbeit an Kriegsgräbern und Projekten in seinen Jugendbegegnungsstätten in den Niederlanden, in Belgien, Frankreich, Italien und Deutschland bietet der Volksbund vielfältige Möglichkeiten, für ein friedvolles Miteinander aktiv zu werden.

Die Sammler des Ortsverbandes Geilenkirchen gehen mit den gekennzeichneten Sammelbüchsen von Haustür zu Haustür und bitten um eine finanzielle Unterstützung. „Jede noch so kleine Spende dient der Erhaltung würdiger Friedhofsanlagen, die zum Frieden mahnen”, appelliert VDK-Bezirksgeschäftsführer Martin Gadow, auch im Namen des VdK-Schirmherrn, Bundespräsident Christian Wulff. Mit jedem Jahr, das sich von den Ereignissen entferne, werde es schwieriger, junge Menschen für das Thema zu gewinnen, erklärte Josef Nießen.

Da stelle sich die Frage, wie eine so umfangreiche Aufgabe künftig noch finanziert werden könne. „Weil wir uns als Soldaten in der Pflicht fühlen, unterstützen wir diese Sammlung”, sagte Oberst i.G. Jürgen Buchholz. „Der Volksbund arbeitet das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte auf und gibt zum einen den deutschen Soldaten, die in dieses Kapitel hineingerissen wurden und dabei ihr Leben ließen, die Würde wieder, die unsere Zivilisation jedem Menschen zugesteht”, sagte Bürgermeister Fiedler. Der Volksbund gebe mit seiner Jugendarbeit die Erinnerung an die Zeit des Wahns, die moralische und politische Verpflichtung des „Nie wieder Krieg” weiter.
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