Der Trauerkoffer: Mit dem Tod umgehen lernen

Von: Sonja Essers
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Trauer gemeinsam verarbeiten: Wenn man Kinder mit einem Thema wie dem Tod konfrontiert, sollte man darauf achten, dass sie entsprechend begleitet und nicht mit Fragen alleine gelassen werden. Foto: Michaela Freund-Widder

Geilenkirchen. Themen wie Tod und Trauer machen auch vor den Kleinsten in der Gesellschaft nicht halt. Bereits in jungen Jahren müssen sich viele Kinder mit dem Verlust eines geliebten Menschen oder eines Haustieres auseinandersetzen. Wie wichtig es ist, dass sie in diesem Lebensabschnitt entsprechend betreut werden, weiß Gabriele Krumbach.

Sie ist Sozialpädagogin und Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes Camino. Seit knapp zwei Jahren bietet dieser für Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen einen so genannten Trauerkoffer an. Bei akutem Bedarf oder zur Vorbereitung auf Themen wie Trauer und Tod können Einrichtungen diesen bis zu zwei Wochen ausleihen. Die Resonanz ist groß. Bisher haben bereits 23 Einrichtungen das Angebot in Anspruch genommen – Tendenz steigend.

„Unser Trauerkoffer wird immer wieder angefragt“, sagt Krumbach. Derzeit sei der Koffer an eine Schule in Heinsberg ausgeliehen. Dort sei eine Lehrerin gestorben. Geeignet sei der Trauerkoffer für Kinder und jüngere Jugendliche zwischen drei und zwölf Jahren. Für Jugendliche und Erwachsene gibt es einen weiteren Koffer mit entsprechenden Materialien.

Der Koffer enthält unter anderem Arbeitsmaterial für den Unterricht, Bilder, Filme, Musik, Kinder- und Jugendbücher, Teelichter, Kreuze, Gebetbücher sowie kreative Materialien und Fachliteratur. „Wir bekommen durchweg positive Rückmeldungen. Das Material kommt sehr gut an“, sagt Krumbach. Hinzu kommt eine so genannte Akutmappe. „Falls ein Sterbefall eintritt, können Lehrer oder Erzieher sofort richtig reagieren“, sagt Gabriele Krumbach.

„Dieses Angebot des Trauerkoffers ist das einzige im Kreis Heinsberg und wurde dazu konzipiert, den Einrichtungen hilfreiches Material zu den Themen Sterben, Tod und Trauer an die Hand zu geben“, erklärt Gabriele Krumbach die Entstehung des Projekts im März 2015.

Verantwortlich dafür waren ihre Vorgängerin Judith Kemmerling sowie Diakon und Diözesanbeauftragter Peter Derichs, die Gemeindereferentinnen Ute Errens und Ursula Rothkranz sowie die Gemeindesozialarbeiterin Bärbel Winden.

Warum es so wichtig ist, dass Kinder über Themen wie Tod und Trauer aufgeklärt werden? „Das Thema Abschied kommt im Leben immer wieder vor. Der Tod kennt keine Altersgrenzen“, sagt Krumbach“.

Wichtig sei jedoch, dass Kindergärten und Schulen die Eltern mit ins Boot holen. „Bevor sich eine Einrichtung entscheidet, mit Kindern über das Thema Tod zu sprechen, sollte das schon mit den Eltern abgeklärt werden“, sagt Krumbach und liefert dafür auch den Grund: „Nur so können Eltern auch mit den Fragen, die die Kinder im Nachgang stellen, umgehen.“

Fragen nach dem Unterricht

Nicht selten würden zu Hause weitere Fragen gestellt. Natürlich können sich Eltern mit entsprechendem Material eindecken. Wichtig sei, dass man dieses gemeinsam mit dem Kind bearbeite. „Es gibt beispielsweise viele Filme, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen und für Kinder sehr gut geeignet ist. Das nützt allerdings nichts, wenn man das Kind allein vor dem Fernseher sitzen lässt. Das ist das Schlimmste, was man machen kann“, sagt Krumbach, die selbst zweifache Mutter ist.

Im Trauerkoffer für Jugendliche und Erwachsene geht es nicht nur um Tod und Trauer, sondern auch um Themen wie Suizid oder den Tod eines Kindes. „Dieser Koffer wird auch sehr gut angenommen und von Trauerkreisen regelmäßig ausgeliehen“, sagt Krumbach. Noch komme der Hospizdienst mit jeweils einer Ausfertigung zurecht. Die Nachfrage werde jedoch immer größer.

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