Der ökologische Fußabdruck muss viel kleiner werden

Von: Georg Schmitz
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Der fast zweistündige Vortrag von Holger Krohn hielt rund 200 Schülerinnen und Schüler vom Berufskolleg Wirtschaft in Geilenkirchen in Spannung. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit dem Begriff „Fair Future” mahnen Holger und Matthias Krohn eine faire Zukunft für alle Menschen an. Das von BUND, Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie Oxfam Deutschland und in Geilenkirchen zusätzlich von NEW-Energie unterstützte Projekt des Vereins Multivision machte Station am Berufskolleg in Geilenkirchen.

„Fair Future” hat alleine in den vergangenen drei Jahren rund 500.000 Schülerinnen und Schüler von gut eintausend Schulen ermutigt, darüber nachzudenken, wie die Welt gemeinsam nachhaltig und fair gestaltet werden kann. In dieser Woche waren die Zwillingsbrüder Krohn mit ihrer Zweimann-Show zunächst im St.-Ursula-Gymnasium und später im Berufskolleg Wirtschaft zu Gast.

Dort vermittelte Moderator Holger Krohn mit einem Zustandsbericht der Erde die Ernsthaftigkeit der Lage und legte dabei sein besonderes Augenmerk auf die soziale Komponente. Dabei machte er sich den „Ökologischen Fußabdruck” als Messeinheit für den Umweltverbrauch zu eigen und zeigte anhand zahlreicher Beispiele, wie die Menschen mit ihrem Planeten umgehen und fragte: „Wie viel Fläche nehmen wir mit unserem Lebensstil in Anspruch?”

Der Ökologische Fußabdruck mache deutlich, dass die Menschen in den wohlhabenden Ländern längst über ihre Verhältnisse leben. „Wir leben auf Verschleiß”, so Holger Krohn. Es gebe schon lange eine Übernutzung der Ressourcen und eine ungerechte Verteilung beim Wohlstand. Die einen hätten zu viel, die anderen zu wenig, 75 Prozent der Weltbevölkerung müssten sich 25 Prozent der Ressourcen teilen, während die anderen 25 Prozent in Wohlstand lebten.

Holger Krohn ist sich sicher, dass der Energiebedarf der Welt mit Sonnenenergie zu 100 Prozent gedeckt werden kann. In einem 40-minütigen Filmbeitrag führte das Multivisions-Duo den Schülerinnen und Schülern den Status Quo der Welt vor Augen. Reichtum in Europa und USA stünde der Armut in Afrika gegenüber. Eine exzessive Ausbeutung der Rohstoffe führe zu Ungleichgewicht auf der Welt. Die einen Länder profitieren stark davon, Menschen in anderen Ländern treibe dies in den Hunger.

Um hier entgegen zu steuern, sei ein Ressourcensparender Umgang mit der Umwelt unabdingbar. Holger Krohn hatte schon zuvor beispielhaft die Überfischung der Meere genannt. „Würden wir die Welt nach der Messeinheit des Ökologischen Fußabdrucks gerecht aufteilen, hätte jeder Mensch einen Anspruch auf zwei Hektar Fläche”, hatte er errechnet. Bei Berücksichtigung von Umweltaspekten blieben immer noch 0,6 ha Fläche für einen Menschen übrig.

Jeder Deutsche beanspruche für seine Art zu leben aber derzeit 4,2 Hektar. Der Experte stellte die Frage, wie man leben könne, ohne ökologische Grenzen zu überschreiten. Dies wurde zum Teil im Filmbeitrag beantwortet. Weniger Ausstoß von Kohlendioxyd war eine der vielen Antworten. Denn immer mehr CO2 gelange in die Luft und trage zur globalen Erwärmung bei. Die Folge seien Katastrophen wie zunehmende Hitzeperioden mit Dürre oder Stürme und Unwetter, die in Folge Überschwemmungen verursachen. Zu den aktuellen Problemen zählten auch die Abholzung von Regenwäldern und der übermäßige Verzehr von Fleisch, der sich in den zurück liegenden Jahrzehnten verfünffacht habe.

Die Veranstaltung förderte noch mehr Beispiele von Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung zu Tage. Holger Krohn nannte es eine Herausforderung, dem entgegen zu treten: „Jetzt müssen wir unsere Lebensgewohnheiten ändern und Lösungen entwickeln. Der Ökologische Fußabdruck muss verkleinert werden.” Ein Weg dahin sei Bioanbau auf lokaler Ebene, ein kleiner Schritt der helfe, die Zerstörung der Regenwälder einzudämmen.
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