Der neue Ortsvereinsvorsitzende der SPD heißt Marko Banzet

Von: mabie
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Sie wollen das Schild der SPD in Geilenkirchen fest in der Hand halten: der neue Vorstand der Geilenkirchener SPD mit Vorsitzendem Marko Banzet (vo.,r.) und seinem Stellvertreter Jürgen Plein (vo.,l.). Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Noch genau hat Marko Banzet die letzten Worte im Ohr, die ihm der letzte Parteichef Stefan Mesaros ins Ohr flüsterte. „‘Jetzt kannst Du es ja machen‘, sagte er mir“, erzählte Banzet bei der Ortsvereinsversammlung am Freitag.

So machte Banzet auch in der Gunst der 18 stimmberechtigten Mitglieder im Saal Werden-Pongs in Immendorf unter Vorsitz des stellvertretenden Unterbezirksvorsitzenden Ralf Derichs das Rennen gegen den zweiten Kandidaten Oliver Semmo.

Weitere Kandidaten stellten sich entgegen erster Vermutungen nach Bekanntwerden der Kandidatur nicht ein. Und beide Kandidaten, die sich in jeweils gut zehn Minuten den Ortsvereinsmitgliedern vorstellten, lagen programmatisch und hinsichtlich ihrer Kritik an der bisherigen Führung nicht weit auseinander. „Wir haben noch 77 Mitglieder, vor vier Jahren waren es noch 115“, rechnete beispielsweise Banzet vor, und forderte den Kontakt mit den Menschen wieder in den Fokus zu rücken. „Wir müssen wieder politikfähig werden“, forderte er, und betonte, dass auch nach einer Neuwahl an der örtlichen Spitze der Partei nicht gleich alles anders laufen könne.

„Man kann die Dinge nicht sofort ändern, das muss eine der Hausaufgaben der nächsten Jahre sein“, schloss Banzet. „Ich kann dieselben Dinge eins zu eins vortragen“, kommentierte der zweite Kandidat Oliver Semmo die Worte Banzets. Er hob hervor, dass die Wahl von Georg Schmitz zum Bürgermeister von Geilenkirchen „eine Klatsche für die CDU war, aber, wenn man ehrlich ist, war es auch eine Klatsche für die SPD und alle anderen etablierten Parteien“.

Die Entscheidung der Menschen für den unabhängigen Kandidaten Schmitz zeige, dass in der Bevölkerung eine gewisse Politikverdrossenheit herrsche, der man mit neuen Gesichtern entgegentreten könne. An parteiinterner Kritik mangelte es an diesem Abend in Immendorf nicht. „Mir ist schon bei der ersten Sitzung aufgefallen, dass wir uns seit Jahren im Kreis drehen, und uns viel zu sehr mit uns selbst beschäftigen“, fand Semmo.

Der 28-jährige war über seine Zeit in Duisburg zur SPD gekommen, und ist amtierender Kreisvorsitzender der Jungsozialisten. Dennoch konnte er nur drei der 18 Stimmen auf sich vereinen, mit 15 Ja-Stimmen blieb Marko Banzet im Rennen um den Posten des SPD-Chefs in Geilenkirchen klarer Sieger. Er präsentierte sich zwar als kritischer Gewinner, aber er trat nicht in der Sache nach.

„Ich werde nicht darauf eingehen, was nicht so gut gelaufen ist, das ist Schnee von gestern“, betonte er, der mit der SPD nach vorn schauen will. Allerdings bemängelte er, dass es bei internen Diskussionen schon mal zu Situationen kam, in denen „man unsanft und mit hoher Tonlage“ zur Ruhe gerufen wurde, „wenn man mal was Falsches sagte“. Dazu will er mehr Politik aus dem Ortsverein machen, vor allem bei den Versammlungen auch Inhalte besprechen. „Wir haben in den letzten Jahren immer nur gewählt, sonst nichts mehr“, betonte Banzet. Zudem regte er an, dass jeder im Vorstand einmal darüber nachdenken solle, ob er gewillt sei, wirklich mitzuarbeiten. „Wir waren im letzten Jahr im Vorstand oft gar nicht beschlussfähig, weil nicht alle konnten“, umschrieb er die Arbeit im Ortsvereinsvorstand.

Diese Ansicht teilte auch Omer Semmo, der zudem sagte, dass viele Mitglieder „aus Frust“ ausgetreten seien, weil sie gesehen hätten, dass sich nichts bewege in der Geilenkirchener SPD. Zudem sei die Außenwirkung schlecht gewesen, denn Meldungen im Zusammenhang mit der SPD seien meist nur negativ gewesen.

Ganz und gar positiv empfanden die Genossen es hingegen, dass auf ihre Anregung hin nun ein eindeutiges Schild in Sachen Verkehrsführung am Bahnübergang in Lindern geschaffen wurde. Nun weist bei geschlossener Schranke ein Schild darauf hin, dass Linksabbiegen hier erlaubt ist. „Das hat hervorragend geklappt“, bestätigte der stellvertretende Vorsitzende und Vertreter im Kreistag, Jürgen Plein. Fraktionsvorsitzender Christoph Grundmann betonte in seinem Beitrag, dass die SPD nun angetreten ist, um „ein für alle Mal unterschwellig vorhandene Konflikte zu lösen“.

Regeln für effektives und sachliches Arbeiten wurden während einer Mediationsphase im Ortsverein ebenso festgelegt wie der künftige Umgang mit Konflikten. Die Auflösung der Ausschüsse wird beantragt, damit „wir wieder die Plätze bekommen, die uns zustehen“, so Grundmann, darüber hinaus klappe die Arbeit mit dem in der Fraktion aufgenommenen, aber nach wie vor zur Partei „Die Linke“ gehörenden Stadtverordneten Michael Thielemann „hervorragend“ klappe.

Inhaltlich freut sich Grundmann, dass die SPD in Kooperation mit CDU-Ortsvorstehern eine Einwohnerversammlung zur Flüchtlingspolitik abgehalten haben. Unterstützung gibt es für das Bürgerhaus Bauchem und den Erhalt der Realschule. Dazu hat Grundmann alle interessierten Mitglieder für Montag, 7. Dezember, dazu eingeladen, zwischen 18 und 20 Uhr am Feinschliff der Haushaltsrede mitzuarbeiten. Weitere Themen des Abends waren auch die gestiegene Kreisumlage, die mit 13,7 Millionen Euro erstmals den größten Posten im Geilenkirchener Haushalt einnimmt. „Wo sind die Sparanstrengungen des Kreises?“, fragte der frisch gewählte Vorsitzende Banzet, der die jährliche Erhöhung der Umlage wörtlich als „Schlag in die Fresse der Kommunen“ bezeichnete.

„Wenn die Erhöhung jedes Jahr so ist, kommt Geilenkirchen sofort in die Haushaltssicherung“, befürchtete er. Von Jürgen Plein kam abschließend noch ein Seitenhieb auf die CDU im Kreis Heinsberg, die nun mit dem Hinweis, nicht zuständig zu sein, eine Resolution gegen das Wiederanfahren des Kernkraftwerks in Tihange/B, abgelehnt habe. „Es kann aber nicht sein, dass die CDU im Selfkant genau diesen Antrag gestellt hat, und im Kreis nichts passiert“, schloss Plein. 

Zum Thema  Das ist der neue Vorsitzende: Marko Banzet, 42 Jahre, verheiratet mit Conny Banzet, Techniker im Forschungszentrum Jülich, Vereinsmensch, gehört seit 2009 dem Rat der Stadt Geilenkirchen in der SPD-Fraktion an. Bereits in seiner Bewerbung um das Stadtratsmandat für Geilenkirchen-Mitte bei der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014, setzte er sich für die Ideen und Anregungen der Bürger als „wertvolle Beiträge“ ein, die mehr Gewicht bei Entscheidungen zur Zukunft der Stadt bräuchten. „Ich werde mich dafür stark machen, dass wir ein Stadtmarketing bekommen, das diesen Namen auch verdient, damit unsere Stadt auch in Zukunft attraktiv ist“, sagte der frisch gewählte Ortsvereinsvorsitzende damals.

 BU 2 (Bild 2): Nach dem deutlichen Wahlergebnis für Marko Banzet (l.) als neuem SPD-Stadtverbandsvorsitzenden in Geilenkirchen gab es natürlich eine Gratulation des zweiten Kandidaten Omer Semmo. Foto: Markus Bienwald

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