Geilenkirchen - Der längste Applaus für die jüngsten Teilnehmer

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Der längste Applaus für die jüngsten Teilnehmer

Von: Renate Kolodzey
Letzte Aktualisierung:
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Alle Teilnehmer des Klavierabends mit ihren Lehrern und den Verantwortlichen des Klaviersommers sowie Vertretern der Kreissparkasse.

Geilenkirchen. „Das ist was fürs Herz!“, freute sich Roswitha Beckers vom Kulturamt der Stadt Geilenkirchen über den Auftritt der jüngsten chinesischen Teilnehmer des Klaviersommers beim Klavierabend des Meisterkurses im Haus Basten.

Sie erzählte: „Ein Mädchen ist darunter, das vor vier Jahren schon einmal hier war. Es ist schön, seine Entwicklung zu verfolgen, und wir freuen uns, dass es wieder dabei ist!“

Beim Flug nach Deutschland hätten die Gäste aus China Probleme mit den Inland-Flügen gehabt, berichtete Beckers. Diese seien wegen Gewittern gestrichen worden, daher war es nicht sicher, ob sie rechtzeitig hier sein würden. Sie mussten lange warten und waren froh, als es doch noch klappte. „Als sie hier ankamen, haben sie sich erst einmal mit Süßigkeiten vollgestopft!“, lachte Beckers. „In China ist Schokolade teuer – eine Tafel kostet sechs Euro!“

Meister-Pianist Florian Koltun hieß die erwartungsfrohen Gäste willkommen und kündigte „hochbegabte, junge Pianisten aus Musik-Internaten in China“ an. Die Teilnehmer seien sehr aufgeregt und hätten in Geilenkirchen fleißig geübt – bis zu sieben Stunden pro Tag, oft in den Räumen des „House of Music“, für deren Zurverfügungstellung er Ralf Simons dankte.

Elf Jahre alt waren die beiden ersten Interpretinnen, Shuon Iv und Jiarui Chen. Shuon stellte erst einmal den Klavierhocker sorgfältig auf die passende Höhe ein, und nacheinander brachten sie Haydns „Sonate e-Moll, 1. Satz“, Chopins „Fantasie-Impromtu Op. 66“ sowie „Tarantella“, einen schnellen Tanz, der den schmerzhaften Biss einer Giftspinne visualisiert, einfühlsam und temperamentvoll zu Gehör. Ihre Darbietung, wie auch die aller nachfolgenden Teilnehmer, wurde begeistert beklatscht.

Muze Li und Yi Sun, 21 und 20 Jahre, waren die Nächsten. Sie intonierten Beethovens „Sonate op. 79, 1. Satz“, Glinkas „Nocturne Es-Dur“, Rachmaninows „Moments Musicaux Op. 16, Nr 4“ sowie Scarlettis „Sonaten d-Moll und E-Dur“ hingebungsvoll. Der zwölfjährige Muyan Wang und die gleichaltrige Yumeng Yun trauten sich an Ginastras „Danzas Argentinas Nr. 1“, Cramers „Etüde Nr. 17“ sowie Debussys „Schneetanz“, Cernys „Etüde Op. 740, Nr. 17“ und Bachs „Partida Nr. 2, Rondo“, die sie feurig und ausdrucksstark darboten.

Nun traten nacheinander Haonian Zhang und Aitong Hou, elf und zwölf Jahre jung, an den Flügel mit Cernys „Etüde Op. 740, Nr. 7“, Haydns „Sonate C-Dur, Hob. XVI: 48, 3. Satz“, Chopins „Nocturne Op. 48, Nr. 1“ sowie Beethovens „Sonate Op. 22, 1. Satz“, Chopins „Etüde Op. 10, Nr. 4“ und Moszkowskis „Etincelles Op. 36, Nr. 6“, die sie mit so viel Dynamik und Kraft interpretierten, dass fast der Saal vibrierte.

Die jungen Damen Xin Zhao und Jiayuan Li, 21 und 18 Jahre, bezauberten mit Rachmaninows „Étude-Tableau Op. 39, Nr. 1“, Beethovens „Sonate Op. 53, Waldstein, 1. Satz“, Albénizs „Suite Espanola Op. 47, Sevilla“ beziehungsweise Beethovens „Sonate Op. 2, Nr. 3, 1. Satz“ sowie Chopins „Walzer Es-Dur“ und fröhlichen, aufmunternden Melodien das Publikum. Die 14-jährige Taliya Ding und der 18-jährige Yueyuan Huang, der bald in Deutschland Klavier studieren möchte, krönten das Konzert virtuos mit Chopins „Scherzo Nr. 1, Op. 20“, „Etüde Op. 10, Nr. 5“, Debussys „Suite Bergmasque, Prelude“ sowie Beethovens Sonate Op. 2, Nr. 2, 1. Satz“ und Liszts „Tarantella, Venezia e Napoli“.

Bejubelt und beklatscht

Die Musikfreunde bejubelten und beklatschten die hervorragenden Leistungen der jungen Pianisten dermaßen ausgiebig, dass Koltun erstaunt feststellte: „Das ist der längste Applaus, den wir bisher hatten!“

Endlich fiel alle Aufregung ab von den jungen Künstlern. Sie bekamen rote Rosen sowie Geschenke und durften entspannt hinter der Bühne leckere Häppchen, Kuchen und Süßigkeiten genießen – liebevoll angerichtet und mit chinesischen Fähnchen verziert von Roswitha Beckers. Auf die übersetzte Frage, wie ihnen Deutschland gefiele, antworteten sie strahlend: „Fabelhaft!“

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