Wegberg-Wildenrath - Der Gewinner der Aktion ist das Biotop im Schaagbachtal

Der Gewinner der Aktion ist das Biotop im Schaagbachtal

Von: Monika Baltes
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Die Arbeit ist manchmal mühsam, und die Teilnehmer gehen mit dem nötigen Ernst zu Werke. Am Ende haben die freiwilligen Helfer beim „Deutsch-niederländischen Natur-Werktag“ jedoch auch großen Spaß am Naturerlebnis. Foto: Monika Baltes

Wegberg-Wildenrath. Er hat sich als idealer Herbsttag herausgeputzt, dieser samstägliche „Deutsch-Niederländische Natur-Werktag“. Grandioses Licht beleuchtet die herbstbunten Bäume, malt lange Schatten auf die Waldwege. Der Parkplatz an der Naturschutzstation Haus Wildenrath füllt sich mit Autos, die meisten mit niederländischen Kennzeichen.

Hier wartet Silke Weich, Projektmanagerin des Naturparks Maas-Schwalm-Nette, auf die angemeldeten 30 Teilnehmer. „In den Niederlanden hat dieser erste Samstag im November, an dem sich Freiwillige an gemeinsamen Pflegemaßnahmen in der Natur beteiligen, eine lange Tradition“, sagt sie.

Im Naturpark Maas-Schwalm-Nette wird der Tag grenzüberschreitend, mal in Deutschland, mal in den Niederlanden veranstaltet. In diesem Jahr findet die Aktion in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Wildenrath und Staatsbosbeheer Regio Zuid in Wegberg-Wildenrath statt.

Die Begrüßung der ankommenden Gäste ist herzlich, „viele Wiederholungstäter“, sagt Silke Weich mit einem Lachen. Den 13-jährigen Kenjero aus Venlo etwa haben sie „groß werden“ sehen, seit sieben Jahren ist er regelmäßig dabei. Eine bunt gemischte Gruppe macht sich auf den Weg zum Kuhberg in Wildenrath: Junior-Ranger aus den Niederlanden, Familien mit Kindern, Naturfreunde aus Aachen und Roermond, Teilnehmer aus Elmpt und Wildenrath.

Robbert Ouwerkerk vom Staatsbosbeheer Regio Zuid ist heute Herr über das Werkzeug. Die Spaten und Astscheren, die Sägen und Handschuhe finden reißenden Absatz. Dr. Brigitta Szyska, Biologin der Naturschutzstation Haus Wildenrath, hat sich den Einsatzplan unter den Arm geklemmt, dann hat sie Hände frei für Tassen und Becher. Und Getränke schleppen alle, die noch eine Hand frei haben.

Gehölze entziehen Wasser

Die fleißigen Helfer in Sachen Natur kümmern sich an diesem Tag um ein wertvolles Biotop im Naturschutzgebiet Schaagbachtal. Unterhalb des Kuhbergs, ein Hang, der vom Schaagbach geformt wurde, schließt sich an ein Niedermoor an, das von Hangwasseraustritten und Grundwasser gespeist wird. Die seltene Moorlilie und die geschützte Glockenheide wachsen dort, mit ein bisschen Glück kann man hier eine Schlingnatter beobachten. Sowohl am Hang als auch im Niedermoor sollen aufkommende Gehölze, Kiefern, Pappeln, Birken und Faulbaum entfernt werden, „denn die Gehölze entziehen dem Niedermoor viel Wasser“, erklärt Brigitta Szyska.

Das sei neben der Grundwasserabsenkung auch ein Grund für die zunehmende Austrocknung solcher Lebensräume. Die Helfer schwärmen aus und schon nach einer guten halben Stunde sind erste Erfolge sichtbar. Weniger auf der Niedermoorfläche, aber an den größer und größer werdenden Ansammlungen von entferntem „Wildwuchs“, der sorgfältig zusammengetragen wird. Und die dazu noch Insekten und Kleintieren Lebensraum bieten werden. Vier Stunden lang setzen die Freiwilligen ihre Arbeitskraft ein, sägen, schneiden, graben.

Alle haben ihren Spaß

Mühelos funktioniert dabei der „Waldfunk“, alle erfahren, dass ein Reh gesichtet wurde und wo ein herzförmiger Pilz zu fotografieren ist. Denn bei aller ernsthaften und manchmal mühsamen Arbeit bleibt das Auge offen für das Naturerlebnis. Alle Teilnehmer haben ihren Spaß an diesem erfolgreichen Tag. Der eigentliche Gewinner ist jedoch unzweifelhaft das kleine offene Biotop im Schaagbachtal und die unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten, die sich dort wohlfühlen.

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