Der Feuerfranz lässt nichts anbrennen

Von: Daniela Martinak
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. „Tatütata, der Feuerlöscherprüfer ist da.“ Franz Gregoir ist bester Laune. Der Übach-Palenberger ist mal wieder „im Auftrag der Sicherheit“ unterwegs. Viele Leute bleiben stehen und schauen gespannt zu. „So was habe ich ja noch nie gesehen“, bemerkt eine Dame, die gerade von ihrem Einkauf in Geilenkirchen kommt. Einen Blick in den Feuerlöscher möchten alle einmal werfen, wann besteht auch dazu mal die Gelegenheit?

Die meisten müssen zugeben: „Beschäftigt haben wir uns damit noch nie, aber es ist bestimmt so, auch Feuerlöscher müssen überprüft werden“. In der Tat! Schließlich hat der Einsatz der tragbaren Kleinlöschgeräte bereits zahlreiche Leben gerettet und auch Häuser vor dem Ausbrennen bewahrt. „Einen Feuerlöscher sollte jeder im Haus haben.

Pflicht ist es allerdings nur, wenn eine Öl-Heizungsanlage im Haus ist. Aber auch so ist es empfehlenswert. Wenn die Fritteuse in Flammen aufgeht, bringt ein Eimer Wasser nichts, im Gegenteil. Da gibt es dann spezielle Feuerlöscher“, klärt Michael Meyer, der Geilenkirchener Stadtbrandmeister, auf und empfiehlt ebenso, einen Löscher im Auto mitzuführen.

Dieser Empfehlung kommen auch zahlreiche Leute nach. Und so „tourt“ Franz Gregoir, der von seinen Stammkunden gerne Feuerfranz genannt wird, tagtäglich durch den gesamten Kreis Heinsberg, „ach was, durch ganz NRW“, fügt der Selbstständige hinzu und nimmt die kleinen knallroten Flaschen unter die Lupe.

Nicht nur äußerlich muss alles stimmen, vor allem innen ist die regelmäßige Kontrolle wichtig und auch Vorschrift, alle zwei Jahre. Dazu gehört allerhand, wie Gregoir erklärt: „Erst mal gibt es verschiedene Prüfungen. Die Druckprüfung und die Betriebssicherheitsprüfung. Bei der Druckprüfung, die alle zwei Jahre stattfinden muss, darf kein Schritt ausgelassen werden.“

Erst einmal wird der Feuerlöscher mit Hilfe einer Maschine, der so genannten Pulverumfüllanlage, die im Fahrzeug des Kundendienstlers eingebaut ist, leer gesaugt. Dann schaut sich der Übach-Palenberger den Innenraum ganz genau an: „Es dürfen keine Beulen, keine Kratzer keine scharfkantigen Verletzungen in dem Behälter sein. Vor allem aber ist wichtig, dass darin keine Feuchtigkeit ist. Das alles kann dazu führen, dass das Pulver verklumpt, und somit kann der Löscher seiner Funktion nicht mehr nachkommen. Er sprüht das Pulver nicht mehr so aus, wie es sein sollte.“

Die Gebrauchsanweisung

Sofern innen aber alles in Ordnung ist, geht die Arbeit weiter. Die Gebrauchsanweisung, die außen auf dem Behälter klebt, wird in Augenschein genommen – die muss natürlich leserlich sein – das neue Pulver wird aufbereitet. Hier kommt auch schon wieder die besagte Maschine ins Spiel: Das Pulver läuft durch 16 Filterpatronen, die es dann wieder in das Löschgerät fallen lassen. 75 Prozent Salze, Düngemittel und Chemikalien, die eine bläuliche Verfärbung haben, sind nun wieder in der Flasche.

„Währenddessen überprüfe ich den Druck der Sauerstoffkartusche, wiege sie und stelle sicher, dass noch genug Gas in ihr ist. Außerdem schaue ich mir die Sicherungen an, teste, ob der Schlauch frei ist und versiegel den Auslöseknopf wieder“, erklärt er. Der Kopf des Auslöseorgans wird zuvor ordentlich geschmiert und erhält sowohl eine neue Schlauchdichtung als auch eine neue Kopfdichtung.

„Bei uns kann jeder zuschauen. Ich mache meine Arbeit sehr gewissenhaft. Schließlich könnte er, „sollte es zu einem Unfall kommen, den einer seiner Feuerlöscher hätte verhindern können“, das gar nicht mit seinem Gewissen vereinbaren.

„Schnell, schnell, schnell läuft das bei uns nicht. Das sage ich auch immer wieder meinen Mitarbeitern“, betont der Feuerfranz. Und weiter: „Pro Feuerlöscher brauche ich mindestens eine viertel Stunde, wenn nicht sogar eine halbe.

Eine eigene Firma gegründet

„Die Arbeit macht mir richtig Spaß“, betont er immer wieder. Auch bei der städtischen Feuerwehr in Aachen sei er dafür zuständig gewesen, Feuerlöscher zu überprüfen, 1992 hat er dann seine eigene Firma gegründet.

Seit 2007 ist der Firmensitz von Feuerfranz und seinem Team in Übach-Palenberg. Seine Lebensgefährtin Ruth kümmert sich um die Büroarbeiten, während die Männer im Außendienst tätig sind.

Einige tausend Privatleute, aber auch Firmen gehören inzwischen zum festen Kundestamm, darunter Unternehmen in Bochum, Mönchengladbach und Leverkusen. Gregoir der 23 Jahre bei der Berufsfeuerwehr in Aachen tätig war, und seine Mitarbeiter überprüfen allerdings nicht nur Feuerlöscher. Auch die Wartung von Steigleitungen, Wandhydranten und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen gehört zu den Aufgabenbereichen eines Brandschutz-Kundendienstes.

Das Team lässt eben so schnell nichts anbrennen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert