Der erste Baum für den Erlebnisplatz ist da

Von: Wilfried Rhein
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Früh wandte sich die Initiati
Früh wandte sich die Initiativgruppe für einen zeitgemäßen Spielplatz an die Öffentlichkeit, stellten ihre Ideen vor und warben - wie hier vor der Birgdener Grundschule - um weitere Gestaltungsvorschläge.

Gangelt-Birgden. Aus der Vision ist bereits eine reale Situation entstanden. Spiel(t)raum, Abenteuerland, Erlebnisort für Generationen - an Namen und Begriffen mangelt es nicht, eine außergewöhnliche Dorfstruktur aus Bürgerhand zu beschreiben.

Anstelle herkömmlicher Kinderspielplätze ein Flecken zum Verweilen und Entspannen, andererseits zum kindlichen Toben und kreativen Spiel mit möglichst naturnahen Materialien. Er ist greifbar nah.

Unter der Administration der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in der Birgdener Pfarre St. Urbanus sind beharrlich die nötigen Schritte unternommen worden, eine Mehrgenerationen-Landschaft zu entwickeln. Das Projekt ist nicht ohne massiven Geldeinsatz zu realisieren, nicht ohne lange Verhandlungen wegen eines passenden Grundstücks, natürlich nicht ohne die wohlwollende Unterstützung der Gemeinde Gangelt.

Und ein Träger der gewünschten Kreation musste gefunden werden. Selbst das ist der Arbeitsgruppe von KAB und interessierten Eltern aus dem Ort gelungen, wie Gertrud Grotthaus als Sprecherin der Interessenvertreter bestätigt. Unter dem Schirm der KAB-Diözese Aachen konnte der Förderantrag für Gelder aus dem „Leader”-Programm gestellt werden. Der Fonds fördert, gespeist auch vom Land NRW und der EU, nachhaltige Entwicklungen in ländlichen Räumen.

Laut eines Kostenplans für die Ausstattung des Platzes sind 114.990 Euro beantragt worden; der Anfrage wurde - nach Grundstücksfindung - zugestimmt. „Das ist der obere Rahmen”, sagt Gertrud Grotthaus vor dem Hintergrund, dass bei weniger Zuwendung der Planumfang kleiner gehalten werden muss oder eben andere Geldquellen sprudeln müssen.

Eine der Voraussetzungen lautet zudem, dass die Gemeinde Gangelt einer Kofinanzierung im Kostenverhältnis von 45:55 Prozent zustimmen müsste; bei Gangelt läge der kleinere Anteil. Eine Erörterung darüber mit Bürgermeister Bernhard Tholen sei aber zunächst „nicht sehr ermutigend” gewesen, schildert Gertrud Grotthaus mit dem Hinweis auf die gespannte Haushaltslage. Jedenfalls sind die Fristen eingehalten worden, denn der Fonds wird Ende 2013 geschlossen; für die Abrechnung der tatsächlichen Installationen wird bis Ende 2015 Zeit gegeben.

Die Fördersumme beinhaltet nicht den Aufwand für das Grundstück des „Abenteuerlands”, so der Arbeitstitel, den ein Farbprospekt trägt, der im KAB-Treffpunkt in der Gaterstraße 61 zu bekommen ist (spieltraeume-birgden@online.de). Mit sechs Eigentümern potenzieller Flächen hat die Arbeitsgruppe Gespräche geführt. „Unser Wunsch, den neuen Platz an der Grundschule Birgden anlegen zu können, hat sich dabei jedoch zerschlagen”, bedauert Gertrud Grotthaus.

Denn auch bei dem Stichwort gab es wieder Hemmnisse. Eine Verpachtung des Grundstücks unter einer Grenze von 20 Jahren wäre zweckfremd. Darüber hinaus hegen manche Eigentümer Bauland-Erwartungen. Und es gibt Bedenken vor möglicher Ausweitung von Landschaftsschutzgebieten.

Geholfen hat die Gemeindeverwaltung allerdings bei Flächenalternativen, lobt die Sprecherin der Initiativgruppe. Nachdem ein Platz in Sportplatznähe ausgeschaut worden war, überwogen jedoch im Kern die Bedenken wegen des hohen Verkehrsaufkommens an dem sonst idyllischen Ort.

Im Juni dann der Durchbruch. Der alleinige Eigentümer einer rund ein Hektar großen Fläche ist bereit, das rechteckige Terrain zwischen Hoferweg und Philippenkuhle für den exklusiven Zweck zu verpachten. „Alles Geld wäre gut angelegt”, hofft Gertrud Grotthaus auf Unterstützung seitens der Gemeindeverwaltung als offizieller Vertragspartner mit dem örtlichen Landwirt, der den Acker nur im nächsten Jahr noch einmal bestellen will.

Die Arbeitsgruppe hat sich inzwischen entschlossen, einen Förderverein für den neuen Erlebnisort zu gründen. Die Versammlung dazu soll am 1. Dezember stattfinden. „Der Förderverein tut not”, sagt Gertrud Grotthaus, „denn wir müssen viel Fantasie entwickeln, wie wir das nötige Geld bekommen.” Je größer die Mitgliederzahl im Verein und je höher das Spendenaufkommen, so ließ Birgdens Ortsvorsteher Stefan Palloks im September wissen, um so größer die Aussicht auf die Kofinanzierung durch die Gemeinde.

Unter anderem geht es darum, rechtzeitig vor dem Baubeginn das Material zu kaufen. Ein Teil der zu erwartenden Landschaft ist schon in Birgden eingetroffen. Von der Festveranstaltung „50 Jahre Dorfwettbewerb” in Ludwigsburg gab es ein Lindenbäumchen.
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