Der beste Jungbäcker von NRW kommt aus Übach-Palenberg

Von: Jan Mönch
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Daniel Plum (Mitte) ist Nordrhein-Westfalens bester Jungbäcker. Klar, dass Vater Ernst und Mutter Bärbel mindestens so stolz sind wie der Sieger selbst. Foto: Bienwald

Übach-Palenberg. Als Daniel Plum vor 20 Jahren das Licht der Welt erblickte, sprach einiges dafür, dass aus ihm ein passabler Bäcker wird. Rückblickend muss man das ganz klar so sagen. Denn auch der Vater, Konditormeister, nennt die Backstube seine berufliche Heimat. Und zuvor der Großvater. Und davor der Urgroßvater.

 Dass Daniel sein Handwerk mehr als nur passabel beherrscht, weiß er seit seiner Teilnahme am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Landesebene, wo er den ersten Platz holte.

Er ist Drilling, und vielleicht entfiel gleich das dreifache Talent auf ihn. Um es klipp und klar auf den Punkt zu bringen: Daniel ist der beste Jungbäcker in NRW.

Was bedeutet das für einen Traditionsbetrieb wie das Café Plum am Übach-Palenberger Kirchberg? „Zunächst mal, dass wir unseren eigenen Sohn eigentlich gar nicht mehr bezahlen können“, scherzt Vater und Inhaber Heinz Plum. Doch im Ernst: Er und seine Ehefrau Bärbel – keine gelernte Bäckerin oder Konditorin, nichtsdestotrotz aber seit einem Vierteljahrhundert am Kirchberg tätig – sind mächtig stolz auf ihren Sohn. Dasselbe würde sicher für Urgroßvater und Unternehmensgründer Heinrich Plum gelten, der den Betrieb anno 1913 eröffnete. 100 Jahre Familientradition – das schmeckt sicher umso besser, wenn das schönste Geschenk auch noch im allerbesten Sinne hausgemacht ist.

Schon als Zweijähriger sah Daniel dem Vater zu, wie dieser an der Rollmaschine stand, als Jugendlicher dann verdiente er sich im Familienbetrieb ein Zubrot. Er sollte das einzige von insgesamt vier Kindern sein, das – den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen dem Konditor- und dem Bäckergewerk mal außen vorgelassen – in die Fußstapfen des Vaters trat. Es seien wohl auch die Arbeitszeiten gewesen, die seine Geschwister davon abgehalten haben, schätzt Daniel.

Um zwei Uhr früh steht er auf, zwischen 20 und 21 Uhr muss er dementsprechend in die Federn. Dazu kommt noch die Wochenendarbeit, gerade für die meisten jungen Menschen ist das natürlich nichts. Klar habe er zu Schulzeiten auch mal über andere Berufsbilder nachgedacht, nichts davon wurde jedoch konkret. Also trat er seine Ausbildung im Café Bremen in Aldenhoven an. Denn aus Daniels Sicht überwiegen die Vorteile des Berufs. Vor allem dieser: „Man kann unheimlich kreativ sein.“

Kann man – vorausgesetzt immer, man kann. „Deutsche Brotkultur“ lautete das Thema beim Landesentscheid. Daniel backte, Daniel zauberte, Daniel überzeugte die Jury. „Vor allem meine Thementorte hat sich wohl sehr abgehoben“, schätzt er. Nun steht der Bundeswettbewerb an, dafür geht es dieser Tage nach Weinheim im Norden von Baden-Württemberg. „Da werden die Anforderungen noch mal extrem gesteigert“, weiß Daniel. Soll heißen: Mehr Erzeugnisse in kürzerer Zeit müssen her. Und dann ist natürlich die Konkurrenz aus einem ganz anderen Holz. Schließlich messen sich nun die 16 besten Jungbäcker aus ganz Deutschland, aus jedem Bundesland einer. Mehr noch als in den Runden zuvor gilt nun Daniels Motto: „Vorbereitung ist alles.“

Dabei ist es nicht so, dass es sonst nichts zu tun gäbe. Gleich im Anschluss an seine Gesellenprüfung hat Daniel mit der Meisterschule begonnen, außerdem arbeitet er sowohl im Café Bremen als auch im Betrieb seiner Eltern. Der Vater Konditormeister, der Sohn angehender Bäckermeister – „wir ergänzen uns nun ausgezeichnet“, stellen beide unisono fest. Das ist auch notwendig, wie alle kleinen Betriebe muss sich schließlich auch das Hause Plum gegen die mächtige Konkurrenz der großen Ketten zur Wehr setzen. „Das“, so viel verrät Konditormeister Plum, „schafft man nur mit Individualität.“ Und ein Filius, der den Jungbäckern von ganz NRW vorgemacht hat, wie man´s macht, schadet dabei natürlich auch nicht.

Irgendwann einmal würde Daniel den Familienbetrieb gerne übernehmen. Darüber hätte sich sicher auch der Urgroßvater gefreut.

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