Geilenkirchen-Kraudorf - Der Arbeitseinsatz im Biotop für seltene Tiere und Pflanzen

Der Arbeitseinsatz im Biotop für seltene Tiere und Pflanzen

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Geilenkirchen-Kraudorf. Die Interessengemeinschaft der Pfarre Kraudorf und die Nabu-Gruppe Geilenkirchen/Übach-Palenberg haben gemeinsam einen Arbeitseinsatz zur Pflege eines Biotops bei Kraudorf gehabt.

Bei dem Biotop handelt es sich um das Gelände einer ehemaligen Abgrabung, um ein so genannten „Biotop aus zweiter Hand”, in dem ehemals Sand und Kies abgebaut worden sind. Nach Stilllegung der Anlage hat sich das Gelände durch Aufwuchs von Bäumen, Sträuchern und krautigen Pflanzen zunehmend begrünt.

Die Untere Landschaftsbehörde in Heinsberg (ULB) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW haben schon frühzeitig die Bedeutung des Biotops erkannt. Seit 1978 wurden hier naturkundliche Kartierungen gemacht. 1986/87 wurde das ehemalige Abgrabungsgelände von der ULB zur Verbesserung der Artenvielfalt gestaltet, indem unter anderem kleine Feuchtgebiete angelegt wurden.

Viele der hier vorkommenden schützenswerten Pflanzen- und Tierarten sind darauf angewiesen, dass der Charakter des Lebensraumes als Offenlandbiotop mit seinem warmen Kleinklima und viel Licht erhalten bleibt. Zu diesem Zweck besteht ein wesentliches Ziel der Pflegemaßnahmen im Zurückdrängen der Verbuschung. Insbesondere die schnell wachsenden Weichhölzer wie Birke und Salweide müssen hin und wieder zurückgeschnitten werden.

Dieser Aufgabe nahmen sich die 14 Teilnehmer des Arbeitseinsatzes - zehn Erwachsene, vier Kinder - in Absprache mit der ULB mit großem Eifer an. Unter den Teilnehmern war auch eine kleine Eltern-Kind-Gruppe des Jugendzentrums in Übach-Palenberg. Trotz des kaltfeuchten Wetters herrschte von Anfang an gute Stimmung unter den Teilnehmern. Drei Motorsägen waren im Einsatz.

Die nicht mit Sägearbeiten Beschäftigten waren damit befasst, das Schnittgut in Haufen zusammenzutragen. Nach Abschluss der Lichtungsaktion wurden noch Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt. Während der Arbeiten erläuterten die erfahrenen „Naturschützer” den Sinn der Arbeiten und gaben Informationen zur Vielfalt der hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. So konnten auch vor Ort zum Beispiel die Schößlinge von Schlüsselblumen und Wasserschwertlilie gezeigt werden.

Das Ergebnis der Aktivitäten kann sich sehen lassen. Nun besteht wieder im Zentralbereich des Biotops ein zusammenhängendes Offenlandareal, in dem sich die wärmeliebenden und lichtbedürftigen Arten gut entwickeln können. Die ausgebrachten Nisthilfen werden Höhlenbrütern eine neue Heimstatt und Fledermäusen ein Sommerquartier bieten.

Auch die angelegten Reisighaufen werden einer Reihe von Tierarten Unterschlupfmöglichkeiten bieten. Großer Wert wurde darauf gelegt, in Südhanglage gelegene Stellen freizuschneiden. Dort sollen noch Steinhaufen angelegt werden, die Kriechtieren wie der Wald- und der Zauneidechse einen neuen Lebensraum und Amphibien wie dem Grasfrosch zusätzliche Unterschlupfmöglichkeiten bieten werden. Der schönste Lohn für die mit viel Idealismus verbundene Arbeit der Ehrenamtler wird sein, wenn eines Tages berichtet werden kann, dass sich eine neue schützenswerte Tier- oder Pflanzenart angesiedelt hat.
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