Der Alterspräsident räumt nach 23 Jahren seinen Sitz

Von: st
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Geilenkirchen. Eine ungewohnte Perspektive hatte bei der Sitzung des Geilenkirchener Stadtrates am Mittwochabend Manfred Solenski. Der Mann, der seit 1989 in den Reihen der FDP-Fraktion seinen Sitz hatte, saß an diesem Abend im Zuschauerraum. Aus Altersgründen hatte der 74-Jährige auf sein Ratsmandat verzichtet und wurde nun offiziell verabschiedet. Als Alterspräsident rückt nun Franz Beemelmanns (Bürgerliste) nach.

Bürgermeister Thomas Fiedler lobte „den politischen Kopf und Ortsvorsteher von Süggerath, der uns hoffentlich noch lange begleiten wird“ in den höchsten Tönen. Solenski habe sich bereits in früher Jugend an Vorbildern orientiert, die sein politisches Denken und Handeln beeinflusst hätten. Wie es sich für einen Liberalen gehöre, sei der Strauß dieser Persönlichkeiten recht eigenwillig und individuell komponiert.

„Wer wie Fred Solenski Bertha von Suttner, Albert Schweitzer, Nelson Mandela, aber auch Hans Dietrich Genscher und Bismarck zu seinen Vorbildern zählt, legt sich eine hohe Messlatte für sein eigenes politisches Verhalten, und wir können ihm heute attestieren: Bravo, Fred Solenski, Sie haben diese Latte nie gerissen“, erklärte Fiedler. Wer wie Solenski mit zwölf Jahren allein die DDR verlassen und als überzeugter Europäer im Soldatenberuf in der Nato auch eine Bestätigung für die Wichtigkeit eines europäischen Engagements gefunden habe, der könne uns heute lehren, wie wichtig Beharrlichkeit und Festhalten an den essenziellen demokratischen Werten und Tugenden sei. Es war ein Glücksfall für Geilenkirchen, dass er hier seinen Wohnsitz nahm.“

„Sie waren immer für die Bürger da“, lobte auch CDU-Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff, bedauerte aber, „dass er uns den Ortsvorsitz in Süggerath abgenommen hat“. SPD-Fraktionschef Horst-Eberhard Hoffmann lobte Solenskis Ehrlichkeit, Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden seine Hilfsbereitschaft. „Es war schön mit dir in diesem Rat“, sagte Christian Kravanja, Sprecher der Bürgerliste. Und für die FDP meinte Toska Frohn: „Wir rechnen weiter fest mit dir.“

„Ich bin weder verärgert, noch fühle ich mich auf den Schlips getreten, schon gar nicht spielen politische Gründe eine Rolle, die mich zu diesem Schritt bewogen haben. Es war eine rein persönliche Entscheidung“, versicherte Solenski, der aber auch versprach: „Ich bleibe so lange Ortsvorsteher in Süggerath, wie es meine Gesundheit zulässt und die Bürger mich wollen.“ Weiter meinte er: „Wenn ich an meine langjährige Ratstätigkeit zurückdenke, war es eine überwiegend sehr gute an der Sache orientierte Zusammenarbeit, sowohl mit dem Ratskollegium als auch mit der Verwaltung.“

Auch wenn es aufgrund von Meinungsverschiedenheiten oft im Gebälk gekracht habe, wolle er diese für ihn lehrreiche Zeit nicht missen. Sicherlich sei es so manches Mal auch bis hart an die Gürtellinie gegangen. Den Ratsmitgliedern und der Verwaltung sagte er abschließend unter großem Beifall: „Es ist zwar bei weitem noch nicht alles Gold, was glänzt. Doch Sie haben es in der Hand, trotz ziemlich flauer Kasse am weiteren Aufschwung unserer Stadt mitzuwirken.“

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