Der abenteuerliche Alltag einer Berufsfeuerwehr

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Spektakuläre Übung: Der Löschzug Jugendfeuerwehr „rettete“ den Fahrer aus seinem brennenden Auto.

Gangelt. Die Jugendfeuerwehr der Gemeinde Gangelt (Abteilung II) hat den Alltag einer Berufsfeuerwehr kennengelernt. Dabei funktionierten die rund 20 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren das Feuerwehr-Gerätehaus an der Bundesstraße in Stahe zur Feuerwache des Löschzuges Jugendfeuerwehr um.

Nachdem die persönlichen Sachen im Gerätehaus verstaut worden waren, erfolgte die Vorstellung des Ablaufes bei einer Berufsfeuerwehr. Hierzu lud das Organisationsteam einen Fachmann ein, der den Weg von der Jugendfeuerwehr zur Berufsfeuerwehr geschafft hat.

Brandmeister Stefan Sube von der Löscheinheit Hastenrath war im März 1993 bei den ersten Mitgliedern der neu gegründeten Jugendfeuerwehr der Gemeinde Gangelt und ist heute bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Köln beschäftigt. Bei der Vorstellung des Ablaufes auf einer Feuerwache konnte Stefan Sube daher aus dem Nähkästchen plaudern, schließlich kennt er beide Seiten seit vielen Jahren.

Ölspur beseitigen

Anschließend erfolgte eine Aufteilung und Einweisung der Jugendlichen auf die Fahrzeuge. Damit sich der Löschzug Jugendfeuerwehr im Einsatzfalle zurechtfindet, machten sich die Jugendlichen mit den Fahrzeugen und Gerätschaften vertraut. Viel Zeit blieb ihnen hierfür nicht, denn schon sorgte der erste Einsatz für eine Unterbrechung. Auf einem noch nicht für den Verkehr freigegebenen Straßenabschnitt der Bundesstraße 56n galt es für den Löschzug Jugendfeuerwehr, eine Ölspur zu beseitigen.

Auch die Verpflegung wurde von den Jugendlichen und ihren Ausbildern in Eigenregie übernommen. Während die Ausbilder das Mittagessen zubereiteten, vermittelte der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Gangelt, Barthel Johnen, passend zum internationalen Tag der Ersten Hilfe die Grundzüge der lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Direkt im Anschluss an das Mittagessen ertönte erneut der Einsatzgong.

Der Löschzug Jugendfeuerwehr wurde zu einem Arbeitsunfall in einem metallverarbeitenden Betrieb an der Frankenstraße alarmiert. Dort galt es, einen eingeklemmten Arbeiter zu befreien, die geschockten Kollegen zu betreuen und eine auslaufende Flüssigkeit aufzufangen. Nach etwas Freizeit stand für die Jugendlichen eine Unterrichtseinheit in Brand- und Löschlehre auf dem Programm. Doch der Unterricht durch einen Brandeinsatz unterbrochen.

Diesmal wurde der Löschzug Jugendfeuerwehr durch die Drehleiter der Feuerwehr Gangelt unterstützt. Bei Schweißarbeiten in einer Scheune auf einem Gehöft in Vinteln war ein Brand ausgebrochen. Mit eigens für die Jugendfeuerwehr gebauten Atemschutzgeräten gingen zwei Trupps zur Personensuche in die Scheune vor. Selbstverständlich gelang es der Jugendfeuerwehr die Personen zu retten und den Brand zu löschen. Anschließend wurde den Jugendlichen die Möglichkeit geboten, mit der Drehleiter den Ort Vinteln aus luftiger Höhe zu betrachten.

Am Abend konnte Gemeindejugendfeuerwehrwart Michael Dohmen zahlreiche Ehrengäste in der Feuerwache begrüßen. Sowohl Kreisjugendfeuerwehrwart Willi Welfens als auch seine Stellvertreterin Ilka Karduck überzeugten sich vor Ort von der hohen Motivation der Jugendlichen und ihrer Ausbilder.

Auch Bürgermeister Bernhard Tholen zeigte sich zufrieden mit der Jugendfeuerwehr: „Es freut mich, dass es so viele engagierte junge Menschen in der Gemeinde gibt, die schon in der Jugendfeuerwehr für spätere Aufgaben ausgebildet werden.“ Nicht minder stolz waren der Leiter der Feuerwehr Gangelt, Günter Paulzen und sein Stellvertreter Barthel Johnen auf die Leistung der Jugendfeuerwehr und ihrer Ausbilder. Ganz besonderen Dank sprachen sie dem Organisationsteam des Berufsfeuerwehrtages rund um Robert Ditter aus.

Vernebelter Schulungsraum

Für die Jugendlichen war der Berufsfeuerwehrtag mit dem Abschied der Ehrengäste jedoch noch lange nicht zu Ende. In der Nacht musste der Löschzug Jugendfeuerwehr noch eine vermisste Person aus dem Kahnweiher retten und später noch einen Strohballenbrand in Gangelt bekämpfen. Zwischenzeitlich lernten die Jugendlichen noch eine wichtige Lektion. Die Ausbilder hatten den Schulungsraum vernebelt und die Jugendlichen trainierten, sich im vernebelten Bereichen zurecht zu finden. D

anach konnten sich die Jugendlichen endlich ausruhen. Nach dem Frühstück folgte mit dem letzten Einsatz noch ein weiterer Höhepunkt. Auf dem Gelände des Bauhofes in Gangelt war ein Pkw verunfallt und in Brand geraten. Der Löschzug Jugendfeuerwehr rettete den Fahrer aus dem Gefahrenbereich und löschte den Brand. Nachdem die Fahrzeuge wieder in Ordnung gebracht wurden, verließen die rund 20 Jugendlichen erschöpft, aber glücklich nach 24-stündigem Dienst ihre Feuerwache und freuen sich auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

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