Den Unternehmern Lust auf Geilenkirchen machen

Von: Udo Stüßer
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Manfred Schumacher freut sich auf einen „spannenden“ Wahlkampf. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Wenn am 25. Mai die Bürger bei den Kommunalwahlen zur Stimmabgabe aufgerufen sind, wird es in Geilenkirchen nicht um die Position des Bürgermeisters gehen. Der wird erst ein Jahr später gewählt. Und trotzdem freut sich CDU-Parteichef Manfred Schumacher auf einen „spannenden Wahlkampf“. „Schließlich geht jetzt bald der Run auf 38 Ratsmandate los.“

16 Sitze haben die Geilenkirchener Christdemokraten derzeit im kommunalen Parlament. „Unser Ziel ist ein deutlich besseres Wahlergebnis als 2009“, sagt Schumacher zuversichtlich. Mit Jennifer Diederichs, die in Bauchem kandidiert, und Lars Speuser, der in Süggerath um Volkes Stimme wirbt, hat er zwei relativ junge Mitstreiter an seiner Seite. Und die Position der ausscheidenden Marlis Tings wird wieder von einer Frau besetzt: In diesem Geilenkirchener Wahlkreis wirft Kirsten von Scheidt ihren Hut in den Ring.

Schumacher setzt auf eine Mischung aus jungen und erfahrenen Kommunalpolitikern. Aber es sind natürlich nicht nur die Personen, sondern auch das Programm, das die Wähler überzeugen soll. Besonders am Herzen liegt den Christdemokraten die Belebung der Innenstadt. Dabei denkt der Parteivorsitzende nicht alleine an die Beseitigung der Geschäftsleerstände, sondern auch an den „Wohlfühlfaktor“ in der Stadt an den Abenden und Wochenenden. „Nach den ersten Bauabschnitten ist Geilenkirchen eine freundliche Stadt geworden.

Jetzt fehlt uns in der Geschäftswelt ein Magnet. Wir können durch unsere Politik nur die Rahmenbedingungen schaffen, die Verwaltung muss dann den Unternehmern Lust auf Geilenkirchen machen.“ Einen hauptamtlichen Marketing-Experten hält die CDU für nicht bezahlbar. „Da müssen Leute aus dem Einzelhandel, aus dem Aktionskreis mit an den Tisch geholt werden.“ Um eben diese Lust auf Geilenkirchen zu machen, müssten bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Vorteile Geilenkirchens rausgestellt werden: Geilenkirchen, die Schulstadt, die Stadt an der Bahnlinie, die Stadt an der niederländischen Grenze. „Es ist eine schwierige Aufgabe“, weiß Schumacher. Und dennoch: „Ich bin etwas enttäuscht darüber, wie es bisher gelaufen ist.“

Thema Hallenbad. „Wir brauchen kein Fun-Bad. Wir brauchen ein Bad für Familien, Freizeit, Schulen und Vereinssport. Wir kennen aber auch die Probleme der Bauchemer Vereine, die nach Räumen lechzen.“ Besonders problematisch sei die Lage, weil der alte Wasserturm nicht mehr brandsicher ist und auch der nicht mehr von den Vereinen genutzt werden kann. „Wir sollten mit ins Kalkül ziehen, ein Bürgerhaus zu schaffen.“

Schumacher weiß aber auch: „Eine Unterkunft wie in Würm wäre in der heutigen Zeit eine Hausnummer zu groß. Die Fördermittel fließen nicht mehr so wie früher.“ Deshalb plädiert er dafür, Räumlichkeiten für die Vereine in Verbindung mit dem Schwimmbad-Neubau zu schaffen.

Ganz oben auf seiner Prioritätenliste stehen auch barrierefreie Bahnhöfe in Geilenkirchen und Lindern. Dass das ein steiniger Weg ist, ist ihm bekannt. „Und trotzdem dürfen wir uns nicht entmutigen lassen. Wir müssen mit Unterstützung von Herrn Pütz, dem Behindertenbeauftragten der Stadt Geilenkirchen, daran arbeiten.“

Mehr Baugebiete in den Dörfern und die Sanierung von reparaturbedürftigen Straßen und Wegen sind laut Schumacher dringend erforderlich. „Der Zustand des Straßennetzes darf auch in Zeiten knapper Kassen nicht so schlecht werden, dass es zu einer Komplettsanierung kommen muss.“

„Wir sind für den Erhalt der Schulvielfalt. Wir stehen auch zur Realschule“, erklärt Schumacher nochmals deutlich die christdemokratische Sichtweise. „Die Gesamtschule ist eine hervorragende Schule, sie sollte allerdings alles abdecken. Mit viel gutem Willen können alle potenziellen Hauptschüler in der Gesamtschule eine Heimat finden“, meint er. Und: „Das Problem liegt in der Verantwortung der Schulleitung. Ich wünsche mir, dass die Schulleitung ihre Verantwortung erkennt und auch diesen Schülern eine Heimat bietet.“ Er hofft aber, dass die Schulpolitik kein großes Wahlkampfthema wird. „Es wäre doch traurig, wenn Wahlkampf auf Kosten von jungen Menschen gemacht würde. Das wäre nicht fair, das wäre populistisch.“

Was Manfred Schumacher schwer auf dem Magen liegt, ist die Sicherheit in der Stadt. „Wir werden vermehrt von Menschen angesprochen, die sich nach Einbruch der Dunkelheit unsicher fühlen“, erklärt er und setzt dabei auf eine engere Zusammenarbeit von Polizei und Ordnungsamt. „Wir brauchen mehr Präsenz auf der Straße“, fordert er. Die CDU, so betont der Stadtverbandsvorsitzende, setzt auf einen fairen Wahlkampf, „in der Sache kritisch, aber nicht verletzend“. So lobt er auch die derzeitige gute Zusammenarbeit der Fraktionen im Stadtrat. „Man beschränkt sich auf die Sachthemen und bekriegt sich nicht!“

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