Geilenkirchen - Den Einstieg in die Sucht Rauchen verhindern

Den Einstieg in die Sucht Rauchen verhindern

Von: Georg Schmitz
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Die Jungen und Mädchen der Realschule Geilenkirchen stellen in der Aula anhand von Rollenspielen und Talkshows die Ergebnisse des Projektes „Leben ohne Qualm“ vor. Seit 2008 ist die Realschule eine rauchfreie Schule. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Leben ohne Qualm“ ist der Name eines Projektes der städtischen Realschule Geilenkirchen, das die Zehntklässler rund ein Jahr lang beschäftigt hat.

Besonders den Einstieg in die Sucht Rauchen soll das Projekt verhindern, und deshalb waren speziell die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 angesprochen. Hier vermittelten die im Vorfeld zu Peers ausgebildeten Zehntklässler ihr angeeignetes Wissen an die Jüngeren weiter. „Unsere Realschule ist seit 2008 eine rauchfreie Schule“, sagt Katharina Bemberg und verweist auf die überall ausgehängten Nichtraucherzeichen.

Intensivwochenende

Die älteren Jungs und Mädels hatten kürzlich ein Intensivwochenende im Pfadfinderhaus Wegberg-Watern belegt und waren dort von Ilona van Halbeek auf das Thema Nikotinprävention vorbereitet worden. „Die 10er-Schüler finden eher einen Zugang zu den Sechstklässlern als Erwachsene“, ist van Halbeek sicher. Jüngere fänden die älteren Schüler cool. Heute liege der Einstieg in das Rauchen bei einem Durchschnittsalter von 14,3 Jahren, noch vor Jahren hätten die Erstraucher schon mit 12 zur Zigarette gegriffen.

Von den 4800 Inhaltsstoffen einer Zigarette seien 70 krebserregend und somit stark gesundheitsschädlich. Aufgrund zahlreicher Aufklärungsmaßnahmen der vergangenen Jahre habe sich die Zahl der Nichtraucher erhöht, 70,8 Prozent der Jugendlichen unter 17 Jahren hätten noch nie geraucht.

Ilona van Halbeek begrüßte zur Abschlussveranstaltung mit Präsentation der Projektergebnisse rund 90 Eltern in der sanierten und mit neuer Technik ausgestatteten Aula. Das „Schnauze voll“-Logo prangte rechts auf der Leinwand, während van Halbeek die Eltern nach ihrer Meinung befragte. „Rauchen ist nicht schlimm“, war dort zu lesen, und die Eltern zeigten diesem unwahren Spruch sofort die Rote Karte. „Wer täglich eine Packung Zigaretten raucht, nimmt pro Jahr eine Tasse Teer auf“, machte die Suchtberaterin klar.

Raucher hätten ein um 60 Prozent höheres Risiko gegenüber Nichtrauchern, Alkohol zu trinken oder Drogen zu konsumieren, warnte van Halbeek. Nikotin habe ein schnell wirkendes hohes Suchtpotenzial. Bei Rauchern steige zudem die allgemeine Krankheitshäufigkeit. Van Halbeek wies darauf hin, dass die Zigarettenindustrie dem Tabak Aromen und Geschmacksstoffe beifüge wie beispielsweise Zucker, Lakritz und Magnesium. Damit würde das ansonsten vorkommende Kratzen im Hals verhindert.

Van Halbeek ging auch auf E-Zigaretten und E-Shisha ein, die noch an unter 18-Jährige verkauft werden dürften. Hier müsse dringend gesetzlich nachgebessert werden, aber es gebe noch keine Langzeitstudien. Die Sechstklässler hatten all diese Fakten bereits von ihren Peers vermittelt bekommen.

Nach dem Vortrag der Suchtberaterin stellten schließlich die Schülerinnen und Schüler anhand von Rollenspielen und einer Talkshow in Form mehrerer Theatermodule das Projekt „Leben ohne Qualm“ vor.

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