Geilenkirchen - Demenz: Musik schafft ein Gefühl der Vertrautheit

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Demenz: Musik schafft ein Gefühl der Vertrautheit

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Geilenkirchen. Rund um den Weltalzheimertag am Mittwoch, 21. September, bietet die Beratungstelle „Demenz” der Franziskusheim gGmbH mit Ihren Einrichtungen Franziskusheim und Burg Trips sowie dem Tagespflegehaus St. Josef mehrere Veranstaltungen zum Thema Musik, insbesondere für demenzkranke Menschen, an.

Wohl jeder hat schon die Erfahrung gemacht, wie sehr Musik die Stimmung beeinflussen kann. Musik, die gefällt, macht gute Laune, löst Glücksgefühle aus, weckt angenehme Erinnerungen oder lässt zur Ruhe kommen. Andere Musik kann auch traurig machen, auf die Nerven gehen oder aggressiv stimmen. Musik wirkt auf den Menschen, weil sie die Gefühlswelt anspricht.

„Bei Demenzerkrankten lassen die Hirnfunktionen krankheitsbedingt immer mehr nach, so dass sie auf der Verstandesebene immer weniger aufnehmen können. Umso wichtiger wird daher für sie die Gefühlsebene. Musik ist daher ein guter Kanal, um Demenzkranke zu erreichen”, erklärt Dipl.-Sozialpädagogin Claudia Sonnenschein, Leiterin der Beratungsstelle „Demenz”. Im Umgang mit demenzkranken Menschen, in der Pflege und Betreuung kann, so Sonnenschein, der Einsatz von Musik in Form von Gesang, Hintergrundmusik und Tanz viel bewirken.

„Musik kann angenehme Erinnerungen, Gefühle und Assoziationen wecken und auf diese Weise zur Minderung des täglichen Stresses der Demenzkranken beitragen. So kann ein gesungenes Lied mögliche Spannungen lösen und die zuvor erlebten negativen Gefühle wie Ärger, Anspannung, Einsamkeit vergessen lassen.” Beim gemeinsamen Singen einer Betreuungsperson mit einem Demenzkranken entstehe zudem ein Gefühl der Verbundenheit.

„In dieser Situation befinden sich beide auf einer Ebene. Es gibt kein oben und kein unten, kein der kann und ich kann nicht. Musik schafft ein Gefühl der Vertrautheit”, so die Sozialpädagogin. Bei pflegerischen Maßnahmen, die vom Gesang begleitet werden, würden sich sogar schwer demenzkranke Menschen aufrichten und versuchen zu helfen.

„Sie erkennen, dass die singenden Menschen freundlich gestimmt sind, keine bösen Absichten haben und ihre Handlungen angstfrei hingenommen werden können.” Der Verlust der Sprache (linke Hirnhälfte) führe nicht unbedingt zum Verlust der Singfähigkeit (rechte Hirnhälfte).

Auch Demenzkranke, die nicht mehr spontan sprechen, könnten oft gut singen und die Texte fehlerfrei wiedergeben. Das Singen könne zur Stärkung des Selbstwertgefühls beitragen. Bei allen Verlusten, die der Demenzerkrankte Tag für Tag an sich selbst wahrnehme, erlebe er beim Singen das Gefühl: „Hier kann ich was! Hier hab ich den anderen etwas voraus!” Musik wecke Erinnerungen. Man höre Musik und habe eine Situation vor Augen, meist eine Situation, die in der Vergangenheit bewegt hat, beispielsweise das erste Rendezvous.

„Wenn wir dieses Lied Jahre oder auch Jahrzehnte später hören, sind wir an diese Situation erinnert und können die Gefühle, die wir damals hatten, nachempfinden. Musik kann auch zur Biografiearbeit verwendet werden.” Musik sei ein sehr einfaches Medium.

„Wir brauchen nur unsere Stimme zu heben und zu singen. Wem dies nicht liegt, der kann auf den CD-Player zurückgreifen”, rät Sonnenschein.

Die Veranstaltungen auf einen Blick

Anlässlich des Weltalzheimertages möchte sich die Beratungsstelle dem Thema „Musik und Demenz” widmen. Folgende Veranstaltungen sind im Franziskusheim geplant:

Montag, 19. September, 10 Uhr, im Hobbyraum „Ri ra rutsch” - Alte Reigen, Hüpfspiele und Kinderlieder

Mittwoch, 21. September, 15 Uhr, im Tagesraum 1. Etage „Von A-lbers, Hans bis Z-arah Leander”, Musikcafé im Demenzwohnbereich (Für diese eine Veranstaltung ist eine Anmeldung unter Tel 02451/6209222 erforderlich)

Freitag, 23. September, 15.30 Uhr, im Festsaal „Alle im Rhythmus”, Singen mit Begleitung von Rhythmusinstrumenten.
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