Deep-Purple-Cover: „Demon‘s Eye“ in der Rockfabrik

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Täuschend echt: Foto: Reiners

Übach-Palenberg. Deep Purple wieder vereint: Zumindest in der Rockfabrik. Wer dort am Freitag, 20. Februar, dabei war und die Augen schloss, der hätte diesen Eindruck gewinnen können.

So perfekt haben die fünf Musiker von „Demon‘s Eye“ um das letzte verbliebene Gründungsmitglied (Drummer Andree Schneider) den Sound der legendären Hard Rock-Ikonen aus England verinnerlicht, dass die Ankündigung, sie klängen wie „Deep Purple in den 70er Jahren“ nicht zu hoch gegriffen war. Nach dem letzten Konzert kann man sich gut vorstellen, dass dieses Statement sogar von Jon Lord und Ian Paice selbst bestätigt wurde, die in der Vergangenheit ihrer eigenen Tribute Band die Ehre erwiesen hatten, mit ihnen aufzutreten.

Aber es ging nicht nur um Covermusik und originalen Sound. „Demon‘s Eye“ fährt schon länger zweigleisig und hat auch im eigenen Namen Longplayer herausgebracht, die zwar unbestritten an die Musik der großen Vorbilder angelehnt ist, aber dennoch von hoher eigener Qualität zeugt und deutlich das Können der einzelnen Bandmitglieder widerspiegelt.

Viel Raum für Improvisation

Dementsprechend wurden auch zwei Titel der neuen CD „Under the neon“ in den Deep-Purple-Tribute-Abend eingestreut, ohne dass dies störend gewirkt hätte. Es wäre sogar überhaupt nicht aufgefallen, wenn sie es nicht angekündigt hätten.

Gerade der Umstand, dass die Solisten – namentlich Mark Zyk an der Gitarre und Gert-Jan Naus an der Rock-Orgel – ihre Instrumente als studierte Musiker absolut beherrschten und vor Ideen und Spielwitz nur so strotzten, sorgte dafür, dass die für Improvisation viel Raum bietenden Rockmeilensteine, wie „Black Night“, „Highway Star“ und „Perfect Stranger“ frisch und lebendig wirkten. Was die beiden Musiker im Laufe des Abends an ihren Instrumenten kreierten, glich einem akustischen 10-Gänge-Menü in fünf Sterne Qualität. Das Sahnehäubchen war dabei wohl unumstritten ihr sogenanntes Battle im Klassiker „Child in Time“.

Interaktion mit dem Publikum

Hier konnte – wenn eines der vielen in unverwechselbarer Gillan-, Coverdale- oder Hughes-Manier gesungenen Stücke überhaupt hervor zu heben war – Sänger David Readman seine ganze Stimmgewalt offenbaren. Durch seine ständige Interaktion mit dem Publikum, das aus diversen Rockergenerationen bestand, brachte er dieses sogar dazu, die letzten Luftreserven zu nutzen, um die weltberühmten drei Töne aus dem Vietnam-Protestsong in der richtigen Tonlage aus sich herauszupressen.

Überhaupt packte die unverhohlene Spielfreude der Protagonisten auf der Bühne den gesamten Saal buchstäblich von der ersten Sekunde an. Gleich der Opener „Burn“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahre 1974 ließ sofort die Köpfe der Konzertbesucher nicken und die Finger in die Höhe gehen.

Dabei stand Frontmann David Readman und Bassist Maik Keller der „Spaß an der Freud“ ins Gesicht geschrieben. Während Gitarrist Mark Zyk seine musikalischen Geistesblitze eher in einer wohl seiner klassischen Ausbildung geschuldeten stoischen Ruhe zelebrierte, schien Gert-Jan Naus jeden einzelnen Ton seiner röhrenden Orgel tief im Inneren zu spüren. Jedes Mal wenn Readman während der Songs demonstrativ die Bühne verließ, machte sich im Auditorium schon eine erwartungsfrohe Anspannung breit, ob der musikalischen Leckerbissen, die folgen würden.

Die satten zwei Stunden Dauerdröhnung vergingen wie im Flug. Klar, kein Deep-Purple-Konzert ohne den Klassiker “Smoke on the Water”, weshalb der offizielle Teil auch hiermit geschlossen wurde. Als Zugabe gab es noch ein Medley um Led Zeppelins „Whole lotta love“, das zwar mit Deep Purple gar nichts zu tun hatte, doch den Zuschauern herzlich egal war. Die gingen mit zufriedenem Grinsen im Gesicht und einem leichten Pfeifen in den Ohren nach Hause, in der Gewissheit: Das war wahrhaft „großes Kino“ von rarer Qualität.

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