Das Publikum spielt mit den Springmäusen

Von: Markus Bienwald
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Ein Ehekrach am Heiligen Abend
Ein Ehekrach am Heiligen Abend - und das alles wegen des Abwaschs - ist vor allem dann witzig, wenn die „Springmäuse” die Auseinandersetzung wild wechselnd in Deutsch und einer osteuropäisch anmutenden „Fremdsprache” rüberbringen. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Pascal aus Baesweiler, der mit dem Karohemd, ist der Heiland: allein schon diese Erkenntnis machte den Abend mit dem Improvisationstheater „Springmaus” zu einem echten Hochgenuss. Präsentiert von den Profis der „Rurtal-Produktion”, machten die drei aus dem Kölner Morgenland Station in einer prallvollen Aula der Städtischen Realschule.

Und die Gäste in der Veranstaltungshalle der Stadt Geilenkirchen konnten sich wirklich glücklich schätzen, an diesem Abend eins der begehrten Tickets zu haben.

Denn, was sich unter dem harmlos scheinenden Titel „Merry Christmaus - Wir sind Weihnachten” verbarg, hatte echtes Knallerpotenzial. Schon der Einzug in Kostümen der Könige aus dem Morgenland und natürlich mit einem Stern, der später den eingangs erwähnten Pascal als Heiland des Abends ausmachte, war riesig umjubelt.

Der frisch zum Star des Abends Erkorene aus Baesweiler empfing natürlich gerne auch die ihm zugedachten Gaben: Gold, Breiauch und Plörre. Plörre und Kekse nahm Pascal mit zurück in die Zuschauerreihen. Obwohl Zuschauer bei den „Springmäusen” eigentlich gar nicht zutrifft. Denn die drei Akteure suchten sich immer wieder Mitspieler und Mitgestalter aus. Dazu mussten sich die Leute auf der Bühne und vor der Bühne natürlich erst einmal kennenlernen.

Zurückhaltung gebrochen

Kein Problem, beim gegenseitigen Zurufen der Vornamen und Wohnorte war die anfängliche Zurückhaltung schnell gebrochen. Und so kletterten Daniela als Schaltknopf-Schalterin und Trude als Gestikuliererin auf die Bühne. Erstere musste dabei mit einer Tastatur bestimmte Gesprächsverläufe ändern. So spielten zwei der Improvisationsprofis einen Ehekrach am Heiligen Abend nach, bei dem es um das spätere Spülen des Geschirrs ging.

Allerdings einmal auf Deutsch und einmal in einer eher unverständlichen, osteuropäisch klingenden Sprache. Und das auf Knopfdruck immer wechselnd, was das Publikum zu einem herrlichen Lachchaos animierte. Trude hingegen lieh einem Ensemblemitglied ihre Hände, damit der im himmlischen Geschenkelager erraten konnte, dass Oscar Lafontaine zu Weihnachten ein in einer Schultüte verpacktes Quietscheentchen erhalten wird.

Mindestens genauso unterhaltsam war das Eingangsstück, das nur von der Melodie her an das derzeit allgegenwärtige Weihnachtssingen erinnerte. Denn darin wurde George Clooney flugs zum geborenen Kindelein, bei dem früher alles besser war. Und das Publikum, egal ob privat oder mit der Firma dort, so gaben sich Arztpraxen, Vertreter des Bauamtes des Kreises Heinsberg und einer Massagepraxis zu erkennen, machte richtig gut mit. So sorgten die Besucher allein schon mit den Ortsnamen - Geilenkirchen, Puffendorf, Waldfeucht - für großen Spaß.
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