Das „Insektenhotel”: Einladende Suiten für scheues Krabbelvieh

Von: Markus Bienwald
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Diese drei jungen „Bauhelfer” zeigen, mit welch einfachen Mitteln ein „Insektenhotel” den brummenden Nützlingen bei der Brutpflege unter die Flügel gegriffen werden kann. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Zu wenige Übernachtungsmöglichkeiten für Hotelgäste: Das wird hier und da schon mal kritisiert, wenn es um touristische Nutzungskonzepte in der Stadt geht. Wie die Zahl der „Betten” rapide und nur an wenigen Stunden eines Samstagvormittags gesteigert werden kann, zeigten nun die Vertreter des städtischen Jugendzentrums und des Nabu-Kreisverbandes Heinsberg.

Sie bauten auf dem gern genutzten Abenteuerspielplatz der Stadt Übach-Palenberg auf dem Gelände gegenüber vom Sportplatz „Am Bucksberg” ein zunächst wenig spektakulär anmutendes Holzgestell.

Neun Kästchen umfasst es, so hoch wie breit. Doch die Kästchen an sich stellen nur den Rahmen des späteren Insektenhotels dar. Diese Form des Insektenasyls hat seit Beginn der 1990er Jahre immer mehr Anhänger gefunden und ist heute auch in vielen naturnahen Gärten zuhause.

Natürlich kann das eigene Hotel fix und fertig im Baumarkt oder sogar im Internet bestellt werden. Doch dann ist der ganze Spaß einfach nicht da. Sägen, Hämmern, Bohren - gemeinsam können so Eltern und Kinder etwas zusammen auf die Beine stellen, dass auch noch gut für die Natur ist.

Denn, auch das ist klar, durch die Räumaktionen in Feld und Flur, bei denen Laub und Totholz häufig entfernt werden, fehlen den freundlichen Brummern die nötigen Nistmöglichkeiten. Nicht selten weichen sie dann beispielsweise in die Bohrlöcher von Gartenmöbeln, in geeignete Erdhügel oder auch in die Stopper von Rollläden aus, wo sie abermals vom Zweibeiner vertrieben werden.

Naturnahe Elemente

Das Insektenhotel als meist hölzerne Unterkunft aus naturnahen Elementen - meist sogar auf Länge geschnittenen Baumstämmchen oder Ästen - bietet hier eine Möglichkeit für die Insekten, sich ungestört um den Nachwuchs kümmern zu können.

„Später werden noch geeignete Nistbehältnisse eingesetzt, wo zum Beispiel Hummeln ein neues Zuhause finden”, erläutert Hubert Schippers vom Nabu, der gemeinsam mit Eltern und Kindern das neue „Hotel” auf die hölzernen Stelzen stellte.

Ein paar Stunden früher war Doris Linden-Mahr noch mit einem großen Einkaufszettel ausgestattet im örtlichen Baumarkt auf Materialschau gegangen. Am Ende passte alles, so dass die Kinder und Erwachsenen an diesem sonnigen Samstagvormittag problemlos mit dem Zusammenbau starten konnten.

Anker legen, Hölzer sägen und vor allem viele viele kleine Löcher bohren. Der Akkuschrauber hatte an diesem Vormittag wirklich viel zu tun, steter Akkuwechsel war an der Tagesordnung, doch am Ende waren alle zufrieden. Denn der Platz war mit Halbschatten bestens gewählt, und die aus Gärtnersicht nützlichen Insekten können hier einziehen.

Für viele „Ansprüche”

„Über Zimmerpreise können wir heute, am Tag der Errichtung, noch nichts sagen”, scherzte Hubert Schippers zum Abschluss. Klar ist aber, dass für jeden Anspruch - im Erdgeschoss für Bodenständige, im Zwischengeschoss für die Mittelklasse und oben die „Penthouse-Suiten” für die anspruchsvollen Flieger der „Upperclass” - etwas geboten wird.
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