Das Image der Ex-Zechenstadt aufpolieren

Von: Franz Windelen
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Schloss Rimburg ist ein Baudenkmal auf Ubach-Palenberger Boden, das von den schönen Seite der Ex-Zechenstadt kündet. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Das schwarze Gold ist längst gehoben. Die Vergangenheit Übach-Palenbergs als Zechenstadt ist jedoch auch heute noch an vielen Ecken und Enden erfahrbar und spürbar.

„Das ist auch gut und wichtig so”, sagt Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch im Gespräch mit unserer Zeitung. Übach-Palenberg sei eine liebens- und lebenswerte Stadt, konstatiert er. Und trotzdem hafte der Stadt ein negatives Image an. Und das hat, vermutet der Erste Bürger - selbst ein Kind der Ex-Bergarbeiterstadt - zum Teil auch mit den Relikten des Kohlebergbaus zu tun. „Wir haben zu lange die verfallenden Brachen der Zeche Carolus Magnus, die mitten in der Stadt zu besichtigen waren, vernachlässigt. Ich denke, diese hätten rascher beseitigt werden müssen.”

Vielleicht, so grübelt Jungnitsch, waren wir in Übach-Palenberg zu lange „vergangenheitsverliebt”. In Baesweiler oder Hückelhoven hingegen sei man nach den Zechenschließungen schneller zur Tagesordnung übergangen und habe, erfolgreich, am neuen Image gewerkelt.

Aber, und das erkennt der Bürgermeister in gleichem Atemzug an, in Übach-Palenberg sei in jüngster Vergangenheit ebenfalls einiges bewegt worden, einiges, das auch dem Ansehen, der Attraktivität der Stadt zugute komme. „In Sachen Touristik ist zweifelsohne einiges geschafft worden.” Lichtblicke seien etwa der Mehrgenerationenspielplatz samt angrenzender Gastronomie und Info-Point im Naherholungsgebiet Wurmtal. Schloss Zweibrüggen sei ein Kleinod in schöner Natur; die Tatsache, dass 50 Prozent aller Brautpaare, die sich hier in historischer Kulisse das Ja-Wort geben, von außerhalb kommen, ist für Jungnitsch ein Indiz dafür, dass die Stadt touristisch auf dem richtigen Weg ist.

CMC, Schloss Rimburg, Wasserturm und viele andere (Bau)Denkmäler seien allesamt Pfunde, mit den sich prächtig wuchern lasse. Das Interesse sei vorhanden, erklärt Bürgermeister Jungnitsch und bemüht eine Zahl, die überrascht: „Berti Davids-Heinrichs von ,WestblickeÔ hat 2009 im Stadtgebiet rund 380 Menschen zu städtischen Sehenswürdigkeiten geführt.”

Nicht nur die Patina der Vergangenheit will Wolfgang Jungnitsch ins rechte Licht rücken. Auch den Ruf der Stadt Übach-Palenberg, der immer wieder durch brutale Straftaten und den damit einhergehenden negativen Schlagzeilen angekratzt wird, will der Bürgermeister aufpolieren. „Wir haben nicht mehr und nicht weniger Verbrechen als andere Kommunen auch”, wehrt er sich gegen eine mögliche Sonderstellung der Stadt im Konzert der Kommunen im Kreis Heinsberg. „Diese Tatsache gilt es, noch außen zu transportieren, um mit dem Klischee aufzuräumen.”

Drei Monate sei er nunmehr im Bürgermeister-Amt, stellt Jungnitsch fest, „die Orientierungsphase sei abgeschlossen und nun wolle er den Veränderungsprozess in Gang bringen. Dabei sei er auch zu der Erkenntnis gekommen, dass die Maßnahmen und Aktionen zur Außendarstellung nicht an der Stadtgrenze enden können, sondern dies im Verbund mit den Nachbarkommunen Geilenkirchen, Gangelt, Baesweiler und dem niederländischen Landgraaf geschehen müsse - ohne die jeweilige kommunale Souveränität infrage zu stellen.

Wolfgang Jungnitsch sieht die Stadt Übach-Palenberg in einer gewissen Aufbruchstimmung, von der sich auch Außenstehende angezogen fühlen sollen: „Wir sind nur 15 Bahn-Minuten von Aachen entfernt, da muss es doch gelingen, junge Menschen zum Wohnen, Leben und Arbeiten in Übach-Palenberg zu bewegen.”

Die Werbetrommel soll gerührt werden, um Besucher einzuladen, um ihnen ein Bild von der „liebens- und lebenswerten Stadt” an der Wurm zu vermitteln. Ein effektives Stadtmarketing könnte hier Nützliches leisten, um mit weiteren Highlights ein attraktives Ambiente zu schaffen.
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