Das Familienerbe bewahren, aber modern gestalten

Von: vm
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Max von Spies (l.) und Wilhelm Jaeger, Westfarm-Gründer, auf dem Acker. Foto: V. Müller

Geilenkirchen-Honsdorf. Das schnelle Geld macht man in der Landwirtschaft nicht mehr, sagt Max von Spies. Aber eine Möglichkeit, wie man einen teuren, modernen Fuhrpark gut auslasten und Kosten sparen kann, eine Möglichkeit, das Familienerbe zu bewahren und gleichzeitig kein Voll-Landwirt sein zu müssen, hat er zusammen mit Wilhelm Jaeger gefunden. Zum Teil für sich selbst, zum Teil für andere Landwirte.

Die beiden sind die Geschäftsführer der Westfarm in Honsdorf. Die Idee: Sie stellen die Gerätschaften und bestellen die Felder, die Materialkosten beispielsweise für Saatgut oder Dünger werden ebenso mit dem Kooperationspartner geteilt wie der Ertrag. So kann der Partner den elterlichen Hof behalten, ohne ihn verpachten zu müssen, hat kompetente Unterstützung – etwa auch was die Antragstellung für Agrarsubventionen anbelangt – und kann sich hauptberuflich einer anderen Aufgabe widmen.

Begonnen hatte alles vor zehn Jahren mit einem Mähdrescher, den sich Jaeger und von Spies gemeinsam angeschafft hatten. Der Hof von Jaeger (45) ist Haus Honsdorf, der von Spies (42) befindet sich in Hückelhoven-Ratheim, nicht weit voneinander entfernt also. Der eine bewirtschaftet 150, der andere 300 Hektar Land.

Im Jahr 2008 gründeten die beiden Landwirte eine Maschinengesellschaft, um die Abrechnung nach der Nutzung zu erleichtern. „Die Gesellschaft kauft die Maschine, der Landwirt mietet sie zurück“, erläutert Jaeger. Der Grundstein für die Westfarm war gelegt. Der erste Kunde – oder Kooperationspartner – war Jochen von Wrede vom Gut Leerodt: Ob die beiden sich eine Lohnbewirtschaftung vorstellen könnten? Seine Eltern hatten das Land noch verpachtet, er wollte den Hof aber lieber auf eigene Rechnung betreiben. Als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater fehlten ihm aber Zeit, moderne Maschinen und Know-how. Zusammen mit drei Mitarbeitern füllen von Spies und Jaeger nun diese Lücke. „So kann ein Betrieb auch für die nächste Generation erhalten bleiben“, sagt von Spies. „Denn wenn man einmal mit der Bewirtschaftung aufhört, fängt man das nicht wieder an.“

Beiden Seiten läge das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen. Die Bewirtschaftung sei immer auf einen langen Zeitraum ausgelegt. Auch deshalb haben sie sich einen Sensor angeschafft, der vom Kabinendach aus die Pflanzendichte misst. So können Dünger oder Spritzmittel genau dosiert werden – was wiederum Geld spart.

Zuckerrüben, Kartoffeln, Getreide, Silomais, Erbsen und Chicorée werden angebaut. Die Entscheidungsgewalt, was auf den Feldern passiert, hat zwar letztlich der Betriebsleiter, aber man baut auf gegenseitiges Vertrauen. Außerdem empfehlen die Westfarm-Geschäftsführer ihren Kooperationspartnern, sich bei Beratungsringen zu informieren.

Mit derzeit zwei Partnern ist der Fuhrpark von Westfarm noch nicht ausgelastet. Ins Unendliche wachsen soll das Unternehmen aber auch nicht. „Wir wollen die optimale Betriebsgröße finden“, sagt von Spies. Größe sei nicht alles.

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