Das Falkenpaar ist der PR-Star in der Windmühle

Von: Markus Bienwald
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Die Breberener Windmühle ist nicht nur mit ihren Mahlsteinen aktiv und als Ausflugsziel beliebt, sondern wiederholt auch Nistplatz eines Turmfalken-Paares. Einen der Falken kann man hier im Anflug erkennen. Foto/Screenshot: Markus Bienwald Foto: von den seltenen Dauergästen.

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Mit der vom Nabu Selfkant installierten Webcam sind Blicke in die Nisthöhle der Falken problemlos möglich. Foto: von den seltenen Dauergästen.

Gangelt. „Ich bin sowas von fasziniert“, schreibt Userin Heike Lütters auf der Homepage der Nabu-Ortsgruppe Selfkant. „Das erste Mal im Leben darf ich so etwas sehen“, so Lütters weiter. Der Post ist zwar vom 8. Mai letzten Jahres, aber er reiht sich in die lange Liste positiver Reaktionen über die „Turmfalken-Cam“ ein.

Die wurde vor sechs Jahren erstmals in Betrieb genommen und bietet einen vielfach täglich aktualisierten Blick auf ein Turmfalken-Paar, das sich in der historischen Breberener Windmühle so richtig heimisch fühlt.

Das, so Vorsitzender Franz Oschmann bei einem Besuch unserer Zeitung vor Ort, sei deutlich auch an der Zahl der aktuell gebrüteten Eier abzulesen. „Normalerweise sind es drei bis fünf Eier, die ein Paar hat“, sagt Oschmann, „bei uns sind es in diesem Jahr sogar sieben Eier“. Das ist nicht nur ein neuer Rekord, sondern liegt auch an der Natur selbst, erklärt der Fachmann. „Wir haben ein sogenanntes Mäusejahr, mit vielen kleinen Nagern“, beschreibt Oschmann die Lage.

Das bedeutet ein großes Angebot der natürlichen Nahrung für Turmfalken, die durch ihre „biologische Uhr“ auch auf ihr Umfeld reagieren. Das war übrigens von Anfang an mit Feuereifer dabei, wie Franz Oschmann weiß. Die Müller vom Mühlenverein der noch immer zum Vermahlen von Getreide genutzten historischen Mühle waren schnell von der Idee begeistert, eines der Fenster durch ein paar simpel und haltbar anzubringenden Bretter zu einer perfekten Nisthöhle für Turmfalken zu machen.

Den Müllern war natürlich wichtig, dass die Mühle auch für die um das turmartige Gebäude herum aktiven anderen Vogelarten nicht zugänglich war. Das ist sie nicht, das Fenster bleibt geschlossen, aber wer will kann über eingangs erwähnte Webcam immer wieder einen frischen Blick auf die scheuen Vögel werfen. Die scheinen fast zu wissen, dass man sie beobachtet, erzählt Franz Oschmann mit einem Lächeln. Er erinnert sich an den Besuch eines Kamerateams, das nicht zu beneiden war, denn bis die bewegten Bilder vom in die Nisthöhle einfliegenden Falken im Kasten waren, habe es nicht nur lange gedauert, sondern der Falke flog auch immer wieder andere Strecken.

Auch bei unserem Besuch gab es nur ein paar Momente, in denen er das aufziehende, warme Sonnenlicht auf dem Dach der Mühle und unweit der Nistgelegenheit genoss, ehe er sich bei nahender Fotokamera schnell wieder verzog. „Macht nichts, dafür gibt es ja die Kamera“, freut sich Oschmann. Und wer will, kann sogar vom direkt neben der Mühle platzierten Café aus einen direkten Blick in die Höhle der Falken werfen. Die ist nicht etwa bequem ausgekleidet, sondern „vogelgerecht“ eingerichtet. „Turmfalken sind so genannte Nischenbrüter, sie bevorzugen als Nistplatz felsiges Gelände, Burgruinen, Felsspalten oder Mauerlöcher“, erklärt Oschmann.

Dann erübrigt sich natürlich eine weiche Kinderstube, dennoch ist das Falkenpaar ein echter PR-Star für den Nabu-Ortsverband, der für Gangelt, den Selfkant und die Gemeinde Waldfeucht zuständig ist. Dank einer großzügigen Spende von Ilse und Hugo Schumacher wurde der 24-Stunden-Blick per Kamera und Internet übrigens überhaupt erst möglich, wofür der Nabu-Vorstand immer noch sehr dankbar ist. „Und selbst nachts kann man den beiden Vögeln zuschauen“, lädt Oschmann ein. Die Infrarottechnik der Kamera macht es möglich, dem scheuen Paar bei seiner kommenden Brutaufzucht ganz in Ruhe zuzusehen.

Dass das sehr faszinierend sein kann, erlebt schnell, wer sich im Internet einloggt, denn dort gib es immer wieder frische Bilder von den seltenen Dauergästen.

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