Das Ehrenamt in der Wehr soll gestärkt werden

Von: Daniel Gerhards und Jan Mönch
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Einsatzkräfte bei einem Heckenbrand in Gangelt: Das Ehrenamt in der Feuerwehr soll gestärkt werden, viele Kommunen haben die Aufwandsentschädigungen für die Wehrleitungen teils deutlich angehoben. Foto: Jan Mönch

Kreis Heinsberg. Die Landesregierung möchte das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr stärken. Und das soll auch über das Portemonnaie der Führungskräfte in den Wehren vor Ort geschehen. Städte, Gemeinden und Kreise sollen deshalb die Aufwandsentschädigungen für die Wehrführer und ihre Stellvertreter anpassen. In einigen Kommunen im Kreis ist das schon geschehen. In anderen denkt man darüber nach.

Hintergrund der Debatte ist ein neues Gesetz: Es verlangt für die ehrenamtlichen Kräfte in Führungspositionen ab 2017 eine „angemessene Aufwandsentschädigung“. Die Landesregierung ist in Sorge, weil immer mehr Leitungspositionen bei Freiwilligen Feuerwehren in NRW vakant bleiben. Die Vorgaben bleiben allerdings sehr schwammig: Die Höhe der Aufwandsentschädigungen können die Kommunen selbst festlegen.

Geilenkirchen hat das nun getan. „Die Vorgabe vom Land sah vor, dass die Aufwandsentschädigung zwischen der eines Stadtverordneten und der eines Fraktionsvorsitzenden liegt“, sagt der Erste Beigeordnete Herbert Brunen. „Wir haben uns genau für die Mitte entschieden.“ So erhält Stadtbrandmeister Michael Meyer nun 8700 Euro statt 2400 Euro pro Jahr, seine Stellvertreter die Hälfte des neuen Satzes statt ein Drittel des alten. „Es ist sinnvoll, dass es nun eine Regelung gibt“, sagt Brunen. „Allerdings muss sich immer noch jede Kommune selbst orientieren.“

Das zeigt sich auch an den sehr unterschiedlich starken Erhöhungen andernorts. In Wassenberg etwa wurde die Summe zwar ebenfalls angepasst, liegt aber deutlich niedriger. Der Wehrführer soll dort nun mit 5640 Euro im Jahr entschädigt werden.

In Wegberg liegt dieser Wert laut eines einstimmigen Ratsbeschlusses aus dem Oktober bei 8706 Euro im Jahr, der Stellvertreter bekommt dort 4353 Euro. Wesentlich mehr also als in Wassenberg. Und auch wesentlich mehr als in Heinsberg. Die nach dem neuen Gesetz angepasste Aufwandsentschädigung für den Wehrführer liegt dort bei nur 3360 Euro im Jahr, der Stellvertreter bekommt 1680 Euro.

Gangelt berät über Erhöhung

Deutlich geringer fallen die Aufwandentschädigungen in mancher Kommune aus, die die Summen noch nicht angepasst hat. In Hückelhoven bekommt der Wehrführer 1800 Euro im Jahr, sein Stellvertreter 900. In Selfkant sind es 2160 Euro für den Leiter und die Hälfte für die Stellvertreter, das Gleiche gilt in Gangelt.

Es werde verwaltungsintern darüber diskutiert, dem Gemeinderat ebenfalls eine Erhöhung vorzuschlagen, sagt Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen. Auch in Hückelhoven berät man bereits darüber, die Aufwandsentschädigungen demnächst anzuheben. In Übach-Palenberg hingegen ist keine Erhöhung geplant, es bleibt bei 3480 Euro pro Jahr. In Waldfeucht sind es 1900 Euro im Jahr für den Wehrführer, die Stellvertreterposition ist zurzeit nicht besetzt.

Der Erkelenzer Wehrführer werde aktuell mit 3600 Euro im Jahr entschädigt. Seine beiden Stellvertreter bekämen 2400 Euro, sagt der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen. Eine Anpassung der Aufwandentschädigung sei noch nicht konkret ins Auge gefasst. „Aber wir werden uns daran orientieren, was bei anderen Kommunen beschlossen wird, und uns an unser Umfeld anpassen“, so Gotzen weiter. Die Stadt Erkelenz wolle ihren Feuerwehrführungskräften nicht weniger zahlen als andere Städte.

Vergleichsweise hohe Summe

Auch der Kreis Heinsberg hat die Entschädigung für den Kreisbrandmeister und seine Stellvertreter nach der Neuregelung bislang nicht angepasst. Der Kreisbrandmeister bekommt aber auch schon eine vergleichsweise hohe Aufwandsentschädigung, inklusive eines Reisekostenzuschusses sind es 9630 Euro im Jahr, bei den Stellvertretern sind es 3318 Euro.

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