Das dörfliche Leben in die Stadt bringen

Von: Georg Schmitz
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In Geilenkirchen fand Christian Macharski (r.) mit seiner Lese-Show ein begeistertes Publikum und in den Pausen war Autogrammschreiben fällig. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Hastenraths Will” ist mit dem Dorfleben in Saeffelen bestens vertraut, wenn nicht er, wer sollte denn dann in die Ermittlungen der Polizei in seinem Heimatort unterstützend eingreifen. Immerhin geht es darum, einen brutalen Überfall auf den einzigen Lebensmittelladen in Saeffelen aufzuklären.

Aber es kommt noch schlimmer: Die einzige Zeugin dieses Überfalls, die im Saeffelener Altenheim „Haus Gnadenbrot” wohnende 70-jährige Katharina Thönnissen ist plötzlich spurlos verschwunden! Da ist dann logischerweise der Spürsinn von Will Hastenrath gefragt. Hinter der Romanfigur verbirgt sich kein anderer als Christian Macharski, und der war in der Stadtbücherei zu Gast, um aus seinem aktuellen Dorfkrimi „Die Königin der Tulpen” vorzulesen.

Vorlesen? Nein, was Macharski bei der Vorstellung seines zweiten Krimis so treibt, ist alles andere als „nur vorzulesen”. Der Autor glänzte vor den fast 100 Zuhörern in der bis zum letzten Platz besetzten Geilenkirchener Stadtbücherei mit einer Lese-Show von hohem Unterhaltungswert.

Bei der Inszenierung der Bühnenshow zu seinem Dorfkrimi werden die
Lese-Ausschnitte mit einer passenden oder auch nicht passenden Geräuschkulisse untermalt - oftmals sehr zur Erheiterung des Publikums. Bei seinem hintergründigen „Eindringen in die unheimliche Welt voller Drogen, Gewalt und Schlagermusik”, kommt der Humor nicht zu kurz. Dafür verbürgt sich Christian Macharski, alias „Hastenraths Will”, der zusammen mit seinem Kollegen „Löschmeister Josef Jackels” als „Rurtal-Trio” seit über einem Jahrzehnt die Menschen auch über die Kreisgrenzen hinaus begeistert.

Christian Macharski hat sich im Laufe der Jahre eine große Fangemeinde erworben. Der erste Dorfkrimi von Macharski „Das Schweigen der Kühe” entwickelte sich 2008 zu einem beachtlichen Erfolg.

Sein neues Werk „Die Königin der Tulpen” steht den „schweigenden Kühen” in nichts nach. „In meinem Roman geht es um den ländlichen Eventbereich”, erklärte Macharski. Das dörfliche Leben möchte er den Städtern, so auch den Geilenkirchenern, vermitteln. Zwischen den Lesepassagen entwickelte sich oftmals eine Konversation mit den Zuhörern, aus dem Stegreif brachte Macharski gekonnt mannigfaltige Pointen ins Spiel - und das Publikum damit zum Lachen.

Ja, selbst Schunkeln war bei der Lese-Show angesagt, und dies dürfte bei Krimi-Lesungen eher selten vorkommen. Macharski hatte dafür sein Titellied, die „Königin der Tulpen” stimmungsmäßig in Noten verpackt. „Nach der Pause wollen wir einsteigen mit Gedichten, um das Niveau auf ein normales Maß zu heben”, scherzte Macharski nach dem ersten Teil seiner Show.

Wie versprochen, begann der zweite Teil seiner Show mit einem „Fritten-Gedicht” - pardon, das Niveau sollte ja gehoben werden. Also mit „La Poem de la Pommes Frites”...
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