Geilenkirchen - Das Breitbandnetz soll zügig ausgebaut werden

Das Breitbandnetz soll zügig ausgebaut werden

Von: g.s.
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Geilenkirchen. Die Stadt Geilenkirchen intensiviert ihre Bemühungen um den Ausbau des Breitbandnetzes in den 29 Ortsteilen.

Aus diesem Grund wurde im Januar und Februar 2010 von Seiten der Stadtverwaltung eine Datenerhebung zur Internetversorgung vorgenommen. Dadurch wollte die Verwaltung in Erfahrung bringen, welche Stadtteile derzeit unterversorgt sind.

Die entsprechenden Fragebögen wurden im April von der STZ-Consulting-Group ausgewertet und als Grundlage für das laufende „Nichtförmliche Interessenbekundungsverfahren” herangezogen. Dies dient dem Nachweis eines Marktversagens und ist Voraussetzung für eine eventuelle spätere Gewährung öffentlicher Zuschüsse für den Ausbau des Netzes durch einen Breitbandbetreiber.

Der Inhaber der STZ-Consulting, Dr. Jürgen Kaack, stellte im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung die Ergebnisse aus der Befragung zur Breitbandversorgung vor. Daraus geht hervor, dass die Stadtteile, Apweiler, Beeck, Hatterath, Hoven, Immendorf, Kogenbroich, Kraudorf, Lindern, Müllendorf, Prummern, Tripsrath, Waurichen und Würm mit einer Übertragungsrate von mehrheitlich 2 zwei Megabit pro Sekunde als unterversorgt gelten.

Dies bedeutet, dass die Mehrheit der Internetnutzer in diesen Ortslagen über einen Zugang von weniger alszwei MBit/Sekunde verfügt. Parallel dazu wachse die verfügbare Bandbreite ständig, zunächst aber nur in den Ballungsgebieten. Das durchschnittliche Datenvolumen habe sich in Deutschland von 2005 bis 2010 pro Nutzer in etwa verdoppelt.

Um das Problem der Unterversorgung im ländlichen Raum zu lösen und hier die Kapazitäten zu erhöhen, sei eine Zuführung der Bandbreite vom Kernnetz („Backbone”) zu den Kabelverzweigern in den einzelnen Ortsteilen notwendig. Dies erfordere investive Baumaßnahmen, wie die Verlegung von Leerrohren, Glasfaser oder die Einrichtung von Richtfunk. ADSL über eine Kupfer-Doppelader erreiche derzeit 16 Megabit Download pro Sekunde, VDSL via Kupfer-Doppelader 50 MBit.

Leerrohre liegen schon

Die höchste Bandbreite schaffe Glasfaserkabel mit einer Download-Leistung von 100 MBit/Sekunde. In der Ortschaft Grotenrath wurden anlässlich von der Straßenbaumaßnahmen bereits Leerrohre für entsprechende Kabel verlegt. Verhandlungen mit einem Netzbetreiber laufen. Deshalb hat Jürgen Kaack den Ort Grotenrath bei seiner Analyse aus der Gruppe der unterversorgten Lagen bereits heraus genommen.

Von den Haushalten in den unterversorgten Ortslagen haben im Durchschnitt 19 Prozent den Fragebogen beantwortet. Die Auswertung der 532 Fragebögen ergab, dass 1768 Haushalte in diesen Stadtteilen unterversorgt sind, wovon 450 einen höheren Bandbreitenbedarf gemeldet haben. 41 Unternehmen, vornehmlich in Lindern, haben ebenfalls einen höheren Bandbreitenbedarf gemeldet.

Aufgrund der höheren Haushaltszahlen in den nicht als unterversorgt geltenden Stadtteilen wurde aber auch klar, dass hier Bedarf an höherer Bandbreite besteht. Jürgen Kaack machte klar: „Keiner der Anbieter will ohne finanzielle Unterstützung ausbauen.” Deshalb müssten weitere Konzepte der Finanzierung für den Ausbau entwickelt werden. Besonders im Hinblick auf eine Förderung aus dem Konjunkturpaket II, denn diese Mittel seien nicht auf Dauer verfügbar. Jürgen Kaack: „Im Juni 2010 muss mit der Ausschreibung begonnen werden.”

Die Klärung des weiteren Vorgehens solle deshalb bis Mitte Juni erledigt sein, denn noch in diesem Jahr müssten Baumaßnahmen in Angriff genommen werden, um sich die Mittel aus dem Konjunkturpaket zu sichern. Ausschussvorsitzender Jürgen Benden bewertete den 55-minütigen Vortrag als „sehr informativ” und wird zur nächsten Sitzung eine Entscheidung herbeiführen müssen.
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