Darmkrebszentrum informiert über Patientenverfügungen

Von: st
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Die Chefärzte der Kliniken für Allgemein- und Viszeralchiruargie sowie für Innere Medizin, Dr. Günter Haselow (links) und Dr. Manfred Nebeling. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Eine klare Willensbildung des Patienten wird vom Arzt immer beachtet“, erklärt Dr. Manfred Nebeling, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhauses. Doch was will der Patient?

Was will er, wenn er sich im unmittelbaren Sterbeprozess befindet? Wenn er aufgrund einer Gehirnschädigung keine Entscheidungen mehr treffen kann? Wenn er bei fortgeschrittener Demenz nicht in der Lage ist, Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise zu sich zu nehmen? Will er lebenserhaltende Maßnahmen, die nur den Todeseintritt verzögern? Will er bewusstseinsdämpfende Mittel zur Beschwerdelinderung? Will er künstliche Ernährung? Will er Wiederbelebungsmaßnahmen?

In vielen Fällen ist der Patient nicht mehr in der Lage, seinem Willen Ausdruck zu verleihen. „Gerade in der heutigen Zeit der Apparatemedizin ist es wichtig zu wissen, was der Patient will, denn es gibt immer mehr technische Möglichkeiten. Wir Ärzte müssen aber das tun, was der Patient will, und den kann man in seiner Situation oft nicht fragen“, weiß auch Dr. Günter Haselow, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Geilenkirchener Krankenhauses. Beide Chefärzte verweisen in dem Zusammenhang auf die Möglichkeit einer Patientenverfügung, auf eine „schriftliche Festlegung eines einwilligungsfähigen Volljährigen für den Fall, in dem der Patient nicht mehr einwilligungsfähig ist“, wie Haselow erklärt.

Über dieses Thema, aber auch über andere Vorsorgemaßnahmen wollen Haselow als Leiter des zertifizierten Darmkrebszentrums und Nebeling als stellvertretender Leiter die Menschen in einer Vortragsveranstaltung informieren. Sie findet statt am Mittwoch, 22. April, 18 bis 20.30 Uhr, in der Ambulanten Reha am Geilenkirchener Krankenhaus.

Über Vorsorgemaßnahmen gegen Darmkrebs informiert an diesem Abend Manfred Nebeling, während Günter Haselow über die Patientenverfügung aus medizinischer Sicht spricht. Über das Testament referiert Josef Nießen, Leitender Kreisrechtsdirektor des Kreises Heinsberg, und Armin Pennartz, Filialleiter der Kreissparkasse Heinsberg für Geilenkirchen und Übach-Palenberg, stellt die Bankvollmacht vor. Bevor Fragen an die Referenten gestellt werden können, erläutert Dr. jur. Dieter Meier, Direktor des Amtsgerichts und Betreuungsrichter a.D., die Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Haselow macht deutlich, dass er und seine Kollegen nur aufklären, aber nicht auffordern wollen: „Man sollte sich sicherlich Gedanken über eine Patientenverfügung machen. Aber viele Menschen wollen sich nicht mit der Problematik beschäftigen, weil sie Ängste haben“, weiß Haselow. In diesen Fällen allerdings sind viele Angehörige ratlos und mit einer Entscheidung überfordert. Nebeling und Haselow haben so manche lautstarke Diskussion von Familienangehörigen am Krankenbett erleben müssen.

Vor etwa zehn Jahren hatte kaum ein Patient des Geilenkirchener Krankenhauses eine Patientenverfügung. Während Haselow in seiner Klinik für Chirurgie auch heute noch eine Minderheit unter den Patienten mit einer Patientenverfügung ausgestattet weiß, hat der Internist Nebeling unter seinen Patienten eine Mehrheit ausgemacht. „Das liegt sicherlich auch am Alter der Patienten“, sagt er. Dass das Thema in der Zukunft immer mehr Bedeutung bekommt, zeigt auch die Tatsache, dass die Anzahl der dementen Menschen stark ansteigen wird.

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