Daniel Plum ist Deutscher Meister der Bäckermeister

Von: Markus Bienwald
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Noch müde von den Anstrengungen der Deutschen Meisterschaft präsentiert Daniel Plum seine Trophäen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg/München. Innungssieger, Kammersieger, Landessieger, Deutschlands bester Jungbäcker und Dritter bei der Europameisterschaft: Bäckermeister Daniel Plum hat mit seinen 22 Jahren schon richtig viele Titel gesammelt. Jetzt konnte er seine ganz persönliche Krönung dieser beeindruckenden Sammlung vornehmen, denn er ist nun Deutscher Meister der Bäckermeister.

Ein zweitägiger Wettkampf in den riesigen Hallen der „Neuen Messe München“ brachte ans Tageslicht, wer den anderen Bäckern in Deutschland nun vier Jahre lang diesen Titel vor die Nase halten kann. Zugegebenermaßen nicht allen Bäckermeistern, denn der Wettbewerb ist auf Teams ausgelegt, und mit seinem noch ein Jahr jüngeren Berufskollegen Maximilian Raisch aus dem schwäbischen Calw teilt sich der junge Mann aus Übach-Palenberg den Titel.

„Das war schon sehr beeindruckend“, erzählt er beim Besuch unserer Zeitung in der frisch umgestalteten Bäckerei seiner Eltern am Übacher Kirchberg. „3000 Leute schauen zu, wenn man da arbeitet, das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis“, so Daniel Plum weiter. Aber nicht nur die insgesamt acht Stunden Wettbewerbszeit haben für die beachtlich dunklen Ringe unter seinen strahlenden Augen gesorgt. Es war auch die viele und vor allem sehr akribische Vorbereitung auf den Wettkampf, der mit vier Teams aus ganz Deutschland ausgefochten wurde.

„Wir haben vorab bei den Proben bei Maximilian die sieben Stunden des Finaltages in Fünf-Minuten-Abschnitten ganz genau getimt“, so der Jungmeister weiter. Das bedeutete natürlich auch, genau festzulegen, wer von den beiden Teammitgliedern was wann wo tut, und welches Werkstück gerade dran ist. „Das war wirklich anstrengend, aber wir sind am Ende mit der Zeit genau hingekommen“, so Plum weiter.

Eigentlich hatten er und sein Kollege noch eine halbe Stunde als Puffer zum Reinigen der Arbeitsflächen und Werkzeuge eingeplant. „Aber wenn da so viele Kameras und Leute um einen herumstehen, dass sogar Absperrungen aufgebaut werden mussten, wird der Druck größer, und man braucht etwas länger“, gab er zu. Müde und glücklich erinnert er sich aber gerne an den Wettbewerb zurück.

Eine Woche hat er im Schwabenländle verbracht, neben einem Württemberger Zungenschlag aber auch eine Menge Ideen und eine dicke Freundschaft mitgebracht. „Den Maximilian habe ich bei der Europameisterschaft kennengelernt“, berichtet Daniel Plum über seinen Teamkollegen. Schnell merkten beide, dass die Chemie stimmt, und sie entschlossen sich, bei den Deutschen Meisterschaften gemeinsam anzutreten. Das war vor einigen Monaten, und genau so lange dauerte es, sich auf die Herausforderungen der Meisterschaft einzustellen.

„Da werden Kreativität und handwerkliches Können verlangt“, weiß der junge Bäcker, „und schmecken muss es am Ende auch noch“. An zwei Punkte bei der mit dem Oberthema „Heimat“ überschriebenen Prüfung erinnert er sich gerne. Zum einen an das Brot, das mit Zutaten wie Schwarzbier, speziellen Linsen, Speck und Kartoffeln vom Bauern zu einem echten Heimatbrot wurde. „Das hat den Prüfern super geschmeckt“, sagt Daniel Plum lächelnd.

Das andere Stück, auf das er besonders stolz ist, war das Werkstück. Da wird den Bäckern, die antreten, abverlangt, etwas Einzigartiges zu schaffen, das natürlich zum Handwerk passt. So bauten Daniel Plum und Maximilian Raisch ein Schaustück der Extraklasse mit teiggewordenen Büchern, kunstvoller Verzierung und einem Schmetterling aus Zucker. „Dazu haben wir uns von einem Schreiner noch eine langsam drehende Platte anfertigen lassen, damit das Schaustück in all seinen Dimensionen und Details gut zu sehen war.“ Dieses Stück war übrigens das Einzige, über das sich Daniel Plum und sein schwäbischer Kollege Sorgen machen mussten.

„Bei den Proben ging uns das Stück drei Mal kaputt“, erzählt der Übach-Palenberger. Aber genau im richtigen Moment, im Finale, klappte alles, und die beiden Bäcker holten das lang ersehnte Gold. Der Titel hat übrigens nicht nur einen Wert für die Galerie im elterlichen Betrieb. „Denn nun bin ich bis zu meinem 54. Lebensjahr offizielles Mitglied der Deutschen Bäcker-Nationalmannschaft“, freut sich Daniel Plum über den Erfolg. Und damit hat er etwas erreicht, das für ihn das Größte ist und auch seine anderen Titel, so ehrenvoll sie auch sind, noch überstrahlt.

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