Crash rückt Stuntstrecke in den Fokus der Behörden

Von: jpm
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Das obere Deck des Parkhauses an der Friedensburg: Dass das Gebäude auch als Rennstrecke zweckentfremdet wird, ist in Geilenkirchen seit Langem ein offenes Geheimnis. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Es war ein Unfall mit Ansage, nur eine Frage der Zeit, bis es knallt. In Geilenkirchen, jedenfalls im Umfeld des Bahnhofs, galt es als offenes Geheimnis, dass das Parkhaus an der Friedensburg regelmäßig als Stuntstrecke zweckentfremdet wird.

Immer wieder sind die quietschenden Reifen und heulenden Motoren bis weit in Richtung Stadtkern zu hören. Meistens des nachts, mitunter sogar sonntagnachmittags, denn dann stehen kaum Fahrzeuge in dem vor allen Dingen von Pendlern genutzten Parkhaus, die Bahn ist also frei.

Dass in dem Parkhaus nicht ganz ohne Grund ein Tempolimit von fünf Kilometern in der Stunde gilt, weiß seit dem Wochenende der Fahrer eines Fiat ganz genau. In der Nacht von Freitag auf Samstag, ziemlich genau um Mitternacht, kriegte der 20-Jährige an einer der Rampen die Kurve nicht und prallte mit seinem Fahrzeug gegen die Wand. Er und seine Beifahrerin erlitten leichte Verletzungen, beide konnten nach ambulanter Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Schlechter stand es um den Fiat. Laut Polizei blieb das Fahrzeug mit „massivem Frontschaden“ stehen, wie Sprecherin Angela Jansen auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, Totalschaden. Weil bei dem Crash die Ölwanne platzte, ziert nun ein gewaltiger Ölfleck die Innenwand des Parkhauses.

Ob der 20-Jährige tatsächlich an einem der besagten Rennen beteiligt war, müssen die Ermittlungen ergeben. Nähere Angaben zu Fahrzeugtyp und Motorisierung möchte die Polizei aus Gründen der Persönlichkeitsrechte nicht machen. Fakt ist, dass der beschriebene Schaden unter Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit niemals hätte zustande kommen können.

„Beim Ausparken ist das jedenfalls nicht passiert“, sagt Angela Jansen. Ermittelt werde nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und fahrlässiger Körperverletzung. Denkbar sei auch, dass der Fahrer für die Entfernung des Ölflecks aufkommen muss. Ein Richter wird außerdem darüber befinden, was mit dem Führerschein geschieht, bis auf Weiteres ist er eingezogen.

Polizeiwache in Hörweite

Natürlich wirft das Geschehen die Frage auf, wie auf die Beschwerden der Anwohner in der Vergangenheit reagiert wurde, zumal die Geilenkirchener Polizeiwache sich in Hörweite befindet. Angela Jansen bestätigt, dass die Problematik ihren Kollegen bekannt war. Es sei auch öfters Streife gefahren worden, ob dies Konsequenzen für die Beteiligten hatte, etwa in Form von verhängten Ordnungsgeldern, ließ sich am Montag nicht klären.

Jansen legt Wert auf die Feststellung, dass Beschwerden grundsätzlich nachgegangen werde. Jedenfalls seien die Kollegen nun nochmals deutlich sensibilisiert worden. Weil das Parkhaus videoüberwacht wird (der entsprechende Warnhinweis am Eingang ist keine leere Drohung), werde im Rahmen der Ermittlungen auch auf die entstandenen Aufnahmen zurückgegriffen werden. Unter anderem solle dies Aufschluss darüber geben, ob infrage kommt, dass zeitgleich noch weitere Fahrzeuge durch das Gebäude geheizt sind.

Auch Ordnungsamt weiß Bescheid

Auch das Geilenkirchener Ordnungsamt bestätigt, über die nächtlichen Rennen informiert gewesen zu sein. In der Vergangenheit habe man bei Außendiensten auch mehrere Male Platzverweise ausgesprochen. Aus personellen Gründen seien die Kollegen zurzeit nachts zwar nicht unterwegs. Nach dem Ende der Urlaubszeit werde man aber auch wieder im Parkhaus vorbeischauen. Möglicherweise ist ja am Wochenende tatsächlich das Ende der illegalen Renn- und Stuntstrecke an der Friedensburg eingeläutet worden.

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