Conny Roßkamps abstrakte Bilder gehen auf Reisen

Von: Udo Stüßer
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Auch diese Bilder von Conny Roßkamp gehen auf Reisen: „Harmonisch“ (oberes Bild) und „Wohin“ werden auf der internationalen Messe in Sindelfingen gezeigt. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Die Bilder sind fertig gemalt. Für die Künstlerin und den Betrachter sind sie perfekt. Aber die Leinwand ist noch feucht. Ist auch der letzte Öltropfen getrocknet, gehen diese Bilder auf Reisen. Das „Dach der Welt“, ebenso abstrakt und motivlos wie „Harmonisch“, das mit zarten Pastelltönen Ruhe ausstrahlt, und „Wohin“ gehen im Januar zur Internationalen Antik & Kunst Messe Sindelfingen.

Conny Roßkamp ist wieder da. Nach dem Tod ihres Mannes Bert-Günter vor eineinhalb Jahren war es ruhig um die Geilenkirchener Malerin geworden. Jetzt schmiedet sie neue künstlerische Pläne. Ihrem Stil ist sie treu geblieben, auch nach Hunderten von Bildern, die sie gemalt hat.

Immer wieder Öl auf Leinwand, mit dem Spachtel aufgetragen. Im Laufe der Jahre hat sie ihre Techniken weiterentwickelt. „Stillstand geht gar nicht. Ich arbeite immer weiter an meiner Perfektion“, erklärt sie. Sie weiß aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung, was geschieht, wenn sie Farbe auf Farbe setzt, wenn sie den Spachtel anders führt. Was sie niemals kennt, ist ein Motiv. Es gibt kein Motiv. Es gibt nur ihre Farbwelten.

Sicherlich werden beim Betrachter Assoziationen geweckt. Sind es Landschaften? Berg- oder Meereslandschaften? Stadtlandschaften? Etwa wie bei dem Bild „Nichts bleibt verborgen“?

Man denkt sofort an einen kleinen See, an braunes Berggestein. Aber auch wenn dieses Werk im Vergleich zu den anderen rund 200 Bildern in ihrem Atelier recht gegenständlich wirkt, stellt Conny Roßkamp ganz energisch klar: „Ich male keine Landschaften. Ich habe kein Motiv, das Bild entsteht erst beim Arbeiten.“ Conny Roßkamp geht es nicht um die Abbildung von Realität, es geht ihr um das Auftragen von Farben.

„Die durch die Abstraktion geschulten heutigen Sehgewohnheiten lassen zwar in den Vertikalen und Horizontalen bisweilen Berge, Hochhäuser oder Meereswogen erkennen, doch sind diese weder intendiert noch faktisch auf der Leinwand vorhanden. Allein im Sehprozess des Betrachters erlangen die malerischen Farbwelten Conny Roßkamps eine Anbindung an real Gesehenes“, hat es einmal die Aachener Kunsthistorikerin Dr. Dagmar Preising formuliert.

„Inspiration ist was für Mittelmäßige, wirklich Begabte gehen einfach zur Arbeit.“ Diese Aussage des Malers Max Liebermann, einer der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus, hat Conny Roßkamp fein säuberlich in ihrem Atelier hängen. Für Conny Roßkamp ist das Malen Arbeit. Harte Arbeit. Wirft sie heute einen zufriedenen Blick auf ein Bild, kann es ihrem kritischen Blick am nächsten Tag oftmals nicht mehr standhalten. Ist es gut? Oder geht es besser? Immer wieder die gleichen Fragen. Manches Mal wird das Bild überarbeitet. „Und manchmal muss eine neue Leinwand her, und der Gedanke wird ganz neu umgesetzt.“

Wie gesagt: Conny Roßkamp ist wieder da. Und in nächster Zeit viel weg: Die „KunstTage Rhein-Erft“ in der Abtei Brauweiler vom 15. bis 17. August sind das erste Ziel der Geilenkirchener Künstlerin. „Hunderte Bewerbungen aus dem In- und Ausland sind dort eingegangen, nur rund 20 Maler haben den Zuschlag bekommen, dazu noch Bildhauer und Zeichner. Bis zu 10.000 Besucher werden an dem Wochenende erwartet“, freut sich Roßkamp über ihren Erfolg.

Weiter geht es dann nach Riga in Lettland, wo einige ihrer Bilder vom 2. bis 22. September in der Rietumu Gallery ausgestellt werden. Und dann flatterte Conny Roßkamp noch eine Einladung des international tätigen Kunstvereins Syrlin auf den Tisch, der ihre Bilder vom 20. November bis 18. Dezember im Verwaltungsgericht Stuttgart ausstellen möchte.

Nach dieser Gemeinschaftsausstellung steht schließlich vom 15. bis 18. Januar die internationale Antik- und Kunstmesse in Sindelfingen auf ihrem Programm. Conny Roßkamps Farbwelten gehen auf Reisen...

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