Chris Howland liest aus seinem literarischen Werk „Yes, Sir”

Von: Georg Schmitz
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Viel Heiterkeit vermittelte Chris Howland (Bild) beim Besuch in Geilenkirchen, bei der Schilderung besonderer Lebensereignisse wie auch mit seinen gelesenen Buchauszügen. Zuhörer waren auch (v.l.) Vizebürgermeister Uwe Eggert, Roswitha Reinartz (Stadtkulturamt) und Roland Maintz (Raiffeisenbank). Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit Chris Howland bereicherte ein bundesweit bekannter Entertainer das Großbritannienjahr anlässlich der Länderpräsentation „Geilenkirchen blickt auf Europa” mit einer hörenswerten Autorenlesung.

Der auch mit 81 Jahren noch populäre Sänger und Schauspieler war auf Einladung der Raiffeisenbank in das Kompetenzzentrum nach Geilenkirchen gekommen, um hier aus seinem aktuellen Buch „Yes, Sir” zu rezitieren.

Aus seiner Wahlheimat Rösrath bei Köln zusammen mit Ehefrau Monika angereist, wurde Chris Howland alias „Mister Pumpernickel” von Raiffeisenbank-Pressesprecher Roland Meintz begrüßt, der dem Künstler die Bedeutung der Länderpräsentation für die Stadt Geilenkirchen erläuterte. „Schön, Sie mal nicht nur im Fernsehen, sondern live zu erleben”, freute sich auch der stellvertretende Bürgermeister Uwe Eggert.

Vor seinem Auftritt trug sich Chris Howland, der nach eigenen Angaben zum ersten Mal im Kreis Heinsberg gastierte, in das Goldene Buch der Stadt Geilenkirchen ein. Dicker Applaus brandete eine halbe Stunde später auf, als Chris Howland vor sein Publikum trat. „Wir wollen einen Tag vor der Abschlussveranstaltung zum Großbritannienjahr noch ein kleines Tüpfelchen auf dem i liefern, hatte Roland Meintz das Radio-Urgestein zuvor angekündigt.

Chris Howland blickte bei einem Glas Mineralwasser auf die Anfänge seines Lebens zurück. „Meine Mutter ist in Indien geboren. Weil sie immer nur arbeitete, bin ich in Internaten aufgewachsen”, erzählte der Unterhalter. Als er 18 Jahre alt war, 1946, sei er zum Militär gekommen und habe zwei Jahre lang als Soldat in Dover gedient.

„Da las ich, dass Azubis für einen britischen Radiosender in Deutschland gesucht wurden. Ich hab mich beworben - und wurde genommen.” Deutsche Vornamen seien für ihn damals unaussprechlich gewesen: „Da habe ich meine deutschen Kollegen alle Charlie genannt”, schmunzelt der Entertainer. Von der BBC sei er später in Hamburg zum Rundfunksprecher ausgebildet worden.

Nach solch humoriger Einleitung begann Chris Howland aus seinem Buch „Yes, Sir” - Untertitel „Aus dem Blickwinkel eines englischen Gastarbeiters” - vorzulesen. „Dass ich Buchautor bin, ist sicher neu für Sie”, sprach er das Publikum in seinem unnachahmlichen Akzent an. Er erzählte von seiner ersten Radioansage, bei der er großes Lampenfieber hatte. „Die Zeit, es ist vier Uhr”, habe er sagen müssen und sich tagelang darauf vorbereitet. Der erste Fehler kam prompt, er sagte „drei Uhr”.

Eines Tages habe er sich aus einer Laune heraus als Sprecher beim damaligen NWDR (Nordwestdeutscher Rundfunk) angeboten - und wurde wiederum akzeptiert. „Wollen Sie etwa sagen, dass Sie kein Deutsch können?”, habe ihn der überraschte Chef ein paar Minuten vor seiner ersten Sendung gefragt. Die Antwort von Chris Howland: „Hatte ich das nicht gesagt?” Er las dann von einem Manuskript die deutschen Sätze abgelesen, nicht perfekt, mit starkem britischen Akzent. Doch der zu diesem Zeitpunkt neu geborene Schallplatten-Jockey kam bei den Hörern derart gut an, dass innerhalb kurzer Zeit Lkw-Ladungen an Briefen beim NWDR eintrafen.

„Ein Jahr später, Anfang 1954, ging ich zum WDR nach Köln”, blickte Chris Howland zurück. Er habe seine Radiosendung immer mit freundlichen Worten beendet. Einmal aber wollte er den stets ernst dreinschauenden Techniker, der ihm gegenüber saß, zum Lachen bringen. Sein Ausstieg aus der laufenden Sendung hörte sich so an: „Das war Ihr alter Freund Heinrich Pumpernickel!” - der Gag funktionierte, „und dann musste ich den Namen adaptieren”, erinnert sich Chris Howland.

Seine Popularität stieg ständig, 1961 startete seine heute noch bekannte Sendung „Musik aus StudioB”. Im gleichen Jahr begann er mit „Vorsicht Kamera” im Fernsehen. „Mit beiden Sendungen war ich Pionier in Deutschland”, sagt Chris Howland.

Noch viel mehr hatte der gemütliche Brite mit Wahlheimat Deutschland zu erzählen. Rund 100 Lieder hat er zudem auf Schallplatte veröffentlicht, darunter Hits wie „Das hab ich in Paris gelernt”, „Fräulein” oder „Jetzt hau´ ich mit dem Hämmerchen mein SparschweinÉ”, die oft mitgesungene Hämmerchen-Polka.

Immer noch im Radio

Auch der Film wollte Chris Howland, von 1954 („Ball der Nationen”) bis vorläufig 2007 („Neues vom Wixxer”). Meist in komischen Rollen wirkte er als Schauspieler mit in rund 30 Filmen, darunter etliche Karl-May-Verfilmungen, Streifen aus der Edgar-Wallace-Reihe oder Romanzen wie „Verlobung am Wolfgangsee”.

Erst im Juli erschien sein viertes Buch: „Yes, Sir”, aus dem er nun einem lockeren, amüsierten Publikum vorlas. Zu hören ist der vielseitige Künstler immer noch regelmäßig im 4. Hörfunkkanal beim WDR. Dort moderiert Chris Howland alle zwei Wochen eine Radiosendung. Titel: „Schönes bleibt”.
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