Chor TonArt und Lithurgie-Werkstatt gestalten musikalische Meditation

Von: Christina Kolodzey
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Die musikalische Meditation wurde gestaltet vom Chor TonArt mit seinem Leiter Herbert Günther. Foto: Christina Kolodzey

Übach-Palenberg. Pfadfinder bezeichnen das Tuch, welches sie als Unterlage für ihre Mahlzeiten benutzen, gerne als „Hungertuch“. Von diesem war bei der musikalischen Meditation zum Misereor-Hungertuch in St. Dionysius natürlich nicht die Rede, sondern von dem fast 1000 Jahre alten kirchlichen Brauch, in der Fastenzeit mit einem Tuch den kompletten Altarraum zu verhüllen.

Die Gemeinde sollte die Lithurgie nur hörend verfolgen, so dass zur körperlichen Buße des Fastens eine seelische hinzukam. In der Redensart „am Hungertuch nagen“, also „Mangel leiden“, kommt dies zum Ausdruck.

Heute werden Hungertücher ersetzt durch die Verhüllung des Kreuzes mit einem violetten Tuch, doch das Hilfswerk Misereor hat deren Tradition wieder aufgenommen – allerdings nicht in der ursprünglichen Bedeutung, sondern als künstlerisches Mittel, um Themen der sozialen Gerechtigkeit anzusprechen.

Herbert Günther, Leiter des Chores TonArt, begrüßte die Gäste und beschrieb das diesjährige Hungertuch, dessen Titel „Gott und Gold – Wie viel ist genug?“ lautet und von einem chinesischen Künstler namens Dao Zi gestaltet wurde. Der Chor gestaltete die Meditation gemeinsam mit der Lithurgie-Werkstatt.

Chormitglieder trugen in ruhiger Atmosphäre Meditationstexte vor, die sich auf das Bild bezogen. Leise Pianotöne führten zur ersten Bildbetrachtung, die aufforderte, die Augen wandern zu lassen und das Gesehene in Herz und Seele aufzunehmen. Karl-Heinz Bechholtz am Cello, Astrid Dohmen und Verena Günter mit ihren Querflöten sowie Ira Königsmann an der Klarinette leiteten mit dem Instrumentalstück „Symbolum“ zur zweiten Betrachtung über, die in dem Satz Jesu gipfelte: „Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen.“

„Das dunkle Band auf dem Bild – verbindet es oder ist es eine Trennungslinie?“, fragte eine Stimme, der das ruhige Lied des Chores „Im Sterben und Auferstehn“, instrumental begleitet, folgte. „Sieben kleine Goldstücke auf dem Bild – sind dies die Menschen? Und sind sie verbunden mit dem großen? Ist dies Gott?“, so die nächste Frage, die die Sänger mit „Lass mich dir ganz nah sein“ und „Mensch, wo bist Du?“ klangschön beantworteten. „Gott oder Gold? Teilen oder Anhäufen?“ Diese Frage stand am Ende der Meditation mit einem Zitat von Albert Schweitzer, das besagt, dass man nichts besitzen, sondern alles nur in einem für die Allgemeinheit nutzbringenden Zweck verwalten solle.

Mit der Bitte um Segen und dem Lied „Gott sei über Dir“ verabschiedete sich der Chor und Herbert Günther wünschte allen frohe Osterfeiertage in der Hoffnung, einige gute Gedanken für das Fest mitgegeben zu haben.

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