Chinesen staunen über Mitspracherecht

Von: agsb
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Alles Ausschwärmen zum Fotografieren. Die Vertreter der chinesischen Delegation aus Sichuan wollten nahezu alles im Bild festhalten, was ihnen vor die Linse kam. Foto: agsb

Selfkant/Waldfeucht. Die Leaderregion „Der Selfkant” gewinnt zweifellos weit über die Grenzen hinaus an Popularität. Nach dem Besuch aus Taiwan im Vorjahr, begrüßte die Regionalmanagerin Vera Saßmannshausen jetzt Gäste aus der Provinz Sichuan in Westchina, ferner Vertreter des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW sowie der Bezirksregierung Köln.

Im Jahr 2008 wurde eine enge Kooperation des Ministeriums mit verschiedenen Partnerprovinzen in China ins Leben gerufen. Aktuell engagiert sich das Ministerium insbesondere beim nachhaltigen Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben in Sichuan im Mai 2008 und unterstützt dabei einen Expertenaustausch zur Entwicklung der ländlichen Regionen im Erdbebengebiet. Der Selfkant fungiert also als eine Art Bilderbuchregion.

Die Zusammenarbeit mit China wurde bereits vor 25 Jahren durch das NRW-Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geknüpft, wobei die Provinz Sichuan sehr gute Erfahrungen mit deutscher Hilfe machte. 1988 unterzeichnete der damalige Ministerpräsident Johannes Rau eine Erklärung zur Erweiterung der Zusammenarbeit und dem Ausbau freundlicher Beziehungen mit der Provinz Sichuan, diese wurde offiziell Partnerregion von Nordrhein Westfalen. Nun informierte sich eine Delegation aus Westchina über die ländliche Entwicklung, hinterfragte Fördermöglichkeiten und Erfahrungen.

Ländliche Vorzeigeregion

Durch das Ministerium und die Bezirksregierung Köln wurde die Leaderregion „Der Selfkant” als Vorzeigeregion ländlicher Entwicklung ausgewählt. Wobei die Delegation Anregungen für ihren Wiederbau der vom Erdbeben betroffenen Orte gewinnen wollte.

Im Rathaus Tüddern informierte nicht nur Bürgermeister Herbert Corsten über die integrierte ländliche Entwicklung, auch Bürger der lokalen Arbeitsgruppen berichteten aus ihrem Handlungsfeld. Corsten erläuterte die Entstehung der Region „Der Selfkant” bis hin zur Anerkennung als Leader-Region. Zudem gab er eine Einführung in die Förderung der integrierten ländlichen Dorfentwicklung. Einige Leader-Projekte wie „Waldmärchenpfad”, „Masterplan Tourismus” oder das „Selfkant-Lexikon” wurden auch vorgestellt.

Vera Saßmannshausen erklärte die Arbeit des Regionalmanagements und verwies auf die Handlungsfelder der Lokalen Aktionsgruppen mit aktuellen Themen wie Streuobstwiesen, Dorfladen, Bürgerhilfe, Bürgerstiftung oder Unternehmensgründung im Tourismus. Aktive Bürger aus den Arbeitsgruppen informierten ihrerseits über ihre Mitwirkung in den Arbeitskreisen. Gerd Passen, Bernhard Conzen, Hartmut, Priemer Maria Jacobs und Rainer Mansel berichteten über die Handlungsfelder mit bisherigen Projekten wie der Strategie für nachhaltige Lebensqualität.

Den Kameras entgeht nichts

Am Nachmittag besuchte die chinesische Delegation auch Waldfeucht. Josef Vraetz begrüßte die Gäste und führte durch den historischen Ortskern. Schon bei der Begrüßung klickten unzählige Fotokameras. Alles wurde durch die Gäste im Bild festgehalten. Ob Straßen- und Verkehrsschilder, das Rathaus, die Wallanlage, Bäume, Häuser, vorbeilaufende Hunde, Schafe, Pferde oder Gärten - den Kameras entging nichts. Besonders der Marktplatz mit seinen vielen Angeboten für Jung und Alt faszinierte die Besucher. Fragen gestellt wurden auch zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft”.

In wahres Staunen versetzte der Mühlenstein die Gäste aus dem fernen Land. Keiner konnte sich recht vorstellen, was es mit diesem Mühlenstein auf sich hatte. Auf jeden Fall war der Granitstein ein begehrtes Fotoobjekt.

Die Ingenieure der Delegation interessierten sich unter anderem für den Straßenbelag in den engen Gassen, die Bauweise der Wege und Häuser oder die Wallanlage. Überrascht waren die Chinesen darüber, dass auch die Mitbürger Waldfeuchts in die Planungen mit einbezogen wurden, um den Ort zu gestalten. Dies wurde schon am Morgen in Tüddern bewundert.

Rund eine Stunde weilten die Gäste in Waldfeucht, bevor sie sich zum Abschluss des Tages in die Kaiserstadt Aachen aufmachten.
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