CDU: Slupik schimpft über „PR á la Honecker“

Von: Udo Stüßer
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Sie hat ihren Rücktritt erklärt: Barbara Slupik. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Knatsch bei der Geilenkirchener CDU: Jetzt hat Barbara Slupik als Pressesprecherin Mitglied des geschäftsführenden CDU-Stadtverbandsvorstandes das Handtuch geworfen.

Hintergrund ihres Rücktritts, so erklärt sie in einer E-Mail an Fraktionskollegen, an die Mitglieder des Stadtverbandsvorstandes, an den CDU-Kreisvorsitzenden Bernd Krückel und an den CDU-Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers, sei ein Gespräch mit Parteichefin Theresia Hensen, Wilhelm-Josef Wolff, CDU-Fraktionschef und stellvertretender Parteivorsitzender, sowie Wilfried Kleinen, ebenfalls stellvertretender Parteivorsitzender.

Diese, so beklagt Barbara Slupik, hätten ihr eine „neue Konstellation bezüglich der einzelnen Zuständigkeitsbereiche präsentiert“. „Eine weitere Zusammenarbeit erscheint mir nach reiflicher, längerer Überlegung leider unmöglich, da ich in meinen Kompetenzen als Pressesprecherin sehr beschnitten wurde. Ich betrachte das Vertrauensverhältnis zwischen mir und den anderen Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands als zerstört.“

Als Grund für die Beschneidung ihrer Kompetenzen habe man ihren Nachbericht zu den Stadtverbandswahlen vor zwei Monaten angeführt. Hier habe sie neben Theresia Hensen gleich im Einstieg anschließend den ausscheidenden Vorsitzenden Manfred Schumacher aus dessen Abschiedsrede zitiert. Der geschäftsführende Stadtverbandsvorstand sei mit den Zitaten Schumachers in ihrem Nachbericht nicht einverstanden. Dies sei schädigend bzw. nicht gut für den Ruf der Partei gewesen, habe man ihr mitgeteilt.

Das sieht Slupik ganz anders. Sie glaubt nicht, „dass man in einer modernen demokratischen Partei mit Öffentlichkeitsarbeit á la Honecker Transparenz und Demokratie verkörpern oder transportieren kann“. Für eine solche Zensur stehe sie nicht, weder als Privatperson, noch als Schreiberin und erst recht nicht als CDU-Politikerin. „Zudem ging es hier um Zitate eines Mannes, der immerhin vier Jahre unseren Stadtverband erfolgreich geleitet hat.“

Slupik stellt die Frage, „ob und inwieweit es überhaupt legitim ist, die Funktion einer von der Mitgliederversammlung des Stadtverbandes gewählten Pressesprecherin ohne neues Votum einer solchen Mitgliederversammlung einzuschränken“. Barbara Slupik, seit fast 20 Jahren in der Geilenkirchener CDU aktiv und fast ebenso lange als Pressesprecherin im geschäftsführenden Vorstand, wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht äußern.

Wilhelm-Josef Wolff hatte, wie er auf Anfrage erklärte, mit dieser Reaktion nicht gerechnet. Slupik sei für die Pressearbeit zuständig gewesen, diese Arbeit sollte sie fortführen. Kleinen habe den Bereich Öffentlichkeitsarbeit inklusive neue Medien übernehmen sollen.

„Die neuen Medien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Und Wilfried Kleinen hat damit beruflich bei der Bundeswehr zu tun. Dies hätte nicht die Arbeit von Barbara Slupik tangiert“, erklärt Wolff. Derweil übt Theresia Hensen auch Kritik an Slupiks Arbeit: „Sie hat die Tätigkeit einer freien Journalistin mit der Tätigkeit einer Pressebeauftragten, die eine Organisation vertreten muss, verwechselt.“

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