Carolus-Magnus-Gymnasium zeigt „Leben ohne Gott“

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Bei den Proben: Mittelstufenschüler des Carolus-Magnus-Gymnasiums bringen „Jugend ohne Gott“ auf die Bühne. Fotos: Markus Bienwald
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Bei den Proben: Mittelstufenschüler des Carolus-Magnus-Gymnasiums bringen „Jugend ohne Gott“ auf die Bühne. Fotos (3): Markus Bienwald Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Eine Gesellschaft ohne Glauben, eine Gesellschaft ohne Gedanken und ohne Liebe: All das ist Thema von Ödön von Horvaths „Jugend ohne Gott“. Das Mittelstufentheater des Carolus-Magnus-Gymnasiums nahm sich den Roman mit seinen 44 kurzen Kapiteln vor, überarbeitete ihn grundlegend und bringt ihn nächste Woche Mittwoch, 24. April, um 19 Uhr auf die Bühne des Pädagogischen Zentrums (PZ).

Kathrin Jarosch, die im vierten Jahr hintereinander die Mittelstufentheater-AG leitet, sagt, dass sie sich freut, auch dieses Mal wieder die professionelle Unterstützung für die Schüler anbieten zu können.

Gefördert durch das NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule“ war es möglich, das ehemalige Ensemblemitglied des Stadttheaters Aachen, Frederik Jan Hofmann, als Mentor und für die Inszenierung zu gewinnen. „Kinder“ nennt er die Jugendlichen, die auf der Bühne stehen, doch als Duz-Partner in diesem Theaterprojekt ist er mehr als nur derjenige, der für eine pralle Bühnenumsetzung sorgt. Vielmehr geht Hofmann genau auf die von den Schülern verkörperten Charaktere ein, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Da werden in Mini-Schritten Standpunkte auf der Bühne exakt festgelegt, da wird der Einsatz der Live-Gitarre genau getimt, aber es werden auch die Wünsche der spielenden und auch tanzenden Schüler berücksichtigt. Und die Schüler sind mit Feuereifer dabei, nehmen das Gesagte gerne auf, setzen es um, auch wenn hier und da der Text noch nicht ganz so sitzt.

Der Tanz übernimmt eine wichtige Rolle in dem Stück, dessen zentrale Themen ein Mord unter Mitschülern, die Anonymisierung der Gesellschaft und die Kritik am Mitläufertum einer totalitären Gesellschaft sind. „Den Lehrer als zentrale Figur des Romans haben wir dabei herausgenommen und seine Rolle ganz bewusst auf die verschiedener Schüler verteilt“, erzählt Kathrin Jarosch. Dass die Wahl des Stückes auf „Jugend ohne Gott“ fiel, ist kein Zufall. Die Lehrerin sieht einen Zusammenhang zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, denen sie und ihre Schüler entgegentreten wollen.

Die Anonymisierung gipfelt darin, dass nicht Personen, sondern Buchstaben auf der Bühne stehen. Auch der Tanz erinnert mehr an durchgestylte Einlagen im Bollywood-Stil, was wiederum die angeprangerte Uniformität im Denken unterstreicht. Und mit Live-Musik, die bei den Proben noch akustisch, bei der Aufführung dann aber elektrisch verstärkt rüberkommt, wird der lebendige Charakter des Stücks vor allem an den Stellen untermalt, an denen den Schülern bewusst wird, dass sie individuell sein sollen und an etwas glauben müssen, um nicht in der Masse unterzugehen. (mabie)

Karten gibt es zu 2,50 Euro das Stück in jeder großen Pause vor der Schülerbibliothek und an der Abendkasse.

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