Campingplatz Gangelt: Mentales Ausrollen bei einer „kopje koffie“

Von: dawin
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Großer Andrang: Von Mai bis September ist der Campingplatz ausgebucht. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Immer wieder gern: Mart Kitzen und Ehefrau Marie-José (stehend) aus Weert sowie Annie Hermans aus Heerlen sind Stammgäste in Gangelt. Foto: dawin

Gangelt. Es regnet. Kein Wetter, das Lust auf sommerliche Freizeitaktivitäten macht. Die echten Camper scheint das wenig zu stören. Rund 20 Wohnmobile stehen auf dem Stellplatz neben dem Gangelter Infocenter. Und immer wieder öffnet sich die Schranke, um neuen Ankömmlingen den Weg auf das geräumige Areal frei zu machen, das durch Buchenhecken in Parzellen zerlegt wird und somit eine Stück Privatheit gewährt.

Ein Rundgang über den Wohnmobilstellplatz zeigt: In der Mehrzahl sind eindeutig die rollenden Gefährte mit den gelben Nummernschildern. „Die meisten Gäste kommen aus den Niederlanden. Gefolgt von Belgien. Aber auch Camper aus Frankreich und aus anderen Teilen Deutschlands machen hier halt“, sagt Virginia Feld.

Sie ist die Gruppenleiterin des acht- bis zehnköpfigen Prospex-Teams, das im Naherholungskomplex Gangelt auch den Wohnmobilstellplatz betreut. Sie kennt viele der Besucher persönlich, manchmal wird ein kleiner Plausch gehalten. Zu den Stammgästen gehören Mart und Marie-José Kitzen. Das Rentnerehepaar stammt aus dem niederländischen Weert, nur eine Viertelstunde Autofahrt von Gangelt entfernt.

„Wir gehören sozusagen zu den Pionieren auf diesem Wohnmobilstellplatz. Im Mai 2007 wurde der Platz eröffnet. Seit Juni 2007 sind wir immer zu Gast“, betont Mart Kitzen, lobt die Vorzüge und gerät dabei ins Schwärmen: „Der Platz ist groß, das Personal freundlich, die Gegend rund um den Rodebach fantastisch und der Service sehr gut.“ Kein Wunder also, dass das Ehepaar aus Weert im vergangenen Jahr „drei Monate an einem Stück“ den Gangelter Sommer erlebte. Weert? Gangelt? Wo ist der große Unterschied? Für Mart und Marie-José Kitzen liegt er klar auf der Hand: „Es kommt auf den Erholungswert an. Und den finden wir hier.“

In unmittelbarer Nachbarschaft haben es sich Hein und Annie Hermans auf ihren Klappstühlen gemütlich gemacht. Auch dieses Rentnerehepaar hatte keine weite Anreise, es ist im niederländischen Heerlen zu Hause. Auch die Hermans steuern immer wieder gerne den Gangelter Platz an. Diesmal aus einem besonderen Grund. „Wir bereiten uns auf eine längere Europa-Tour mit dem Wohnmobil vor“, verrät Hein Hermans. Den Abschluss der Reise soll dann wieder Gangelt bilden. „Auch zum mentalen Ausrollen“, schmunzelt der Heerlener.

Der Platz biete beste Voraussetzungen, findet er: „Wir sind sehr zufrieden – angefangen mit dem Essen in erreichbarer Nähe bis hin zur Sauberkeit auf dem Platz.“ Er schätzt die „vielen Extras für wenig Geld“ auf dem eingezäunten, videoüberwachten Areal, das 40 moderne Stellplätze bereithält. Zehn Euro kostet das pro Nacht. Entgeltlich können Strom, Wasser, Waschmaschine, Trockner und Duschen genutzt werden.

Gruppenleiterin Virginia Feld hört derlei Lob, das ihre Mitarbeiter einschließt, natürlich gerne. Doch auch das regionale Umfeld hat seinen speziellen Reiz. „Viele Camper sind begeistert vom Wildpark und der historischen Selfkantbahn. Außerdem können wir mit viel Natur aufwarten. Das Infocenter ist quasi das Tor zum grenzüberschreitenden Natur- und Landschaftspark Rodebach. Nicht zu vergessen die nahe gelegenen Großstädte im Grenzbereich“, umreißt die Gruppenleiterin das weite Feld der Freizeitaktivitäten.

Hauptsaison ist von Mai bis September; der Wohnmobilstellplatz ist in diesen Monaten voll ausgebucht, so dass sich dessen Betrieb für die Prospex gGmbH rechnet. Die Gemeinde Gangelt hatte der gemeinnützigen Gesellschaft den Platz im Jahr 2011 zur Nutzung überlassen, weil sie selbst aufgrund der anderen Personalstruktur nicht mal eine schwarze Null schreiben konnte.

Die beschauliche Camperecke mitten im Grünen ist nicht nur für jene Rentner aus Heerlen und Weert, die Hermans und Kitzens, zu einer zweiten Heimat geworden. „Es sind sehr viele, die wiederkommen und eine Zeit lang verweilen. Selbst im Winter vergeht kein Tag, wo nicht mindestens ein Wohnmobil hier steht“, erklärt Virginia Feld zum Ende des Rundgangs. Es regnet noch immer. Doch die Hermans und Kitzens nehmen das miese Wetter mit der stoischen Ruhe einer wahren Camperseele hin – und genießen ihr „kopje koffie“.

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