Geilenkirchen - Busse und Venske präsentieren ihr Programm in Geilenkirchen

Busse und Venske präsentieren ihr Programm in Geilenkirchen

Von: Georg Schmitz
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Jochen Busse (l.) und Henning Venske kamen mit ihrem neuen Programm „Inventur” und dem Navi nach Geilenkirchen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Ein Herz und eine Seele sind sie zwar nicht, aber gemeinsam bilden Jochen Busse und Henning Venske ein Doppel-Gespann, das mit seinen Dialogen auf den Bühnen in Deutschland derzeit ihresgleichen sucht.

„Mit dem 68-jährigen Busse und dem 70-jährigen Venske haben sich zwei Typen gefunden, die sich perfekt ergänzen. Der eine cholerisch verspielt, der andere nüchtern-sarkastisch, mischen sie einen Cocktail, der hochprozentiger kaum sein könnte”, ist sich die Fachwelt einig.

Rund 200 Besucher

Tatsächlich begeisterten die zwei Senioren auch bei ihrem Auftritt in der Aula der Geilenkirchener Realschule die rund 200 Besucher mit dem neuen Programm „Inventur”. Die Stadt Geilenkirchen hatte im Rahmen ihres Kulturprogramms gerade rechtzeitig die beiden TV-bekannten Künstler in das Städtchen geholt, denn erst kürzlich wurde bekannt, dass die beiden Grandseigneurs des politischen Kabaretts im kommenden Jahr mit dem Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis 2010 ausgezeichnet werden.

Derzeit ziehen sie, musikalisch begleitet von Akkordeonspieler Frank Grischek, durch die Lande. Von Weinheim kommend, machten sie Station in Geilenkirchen, bevor sie in den kommenden Tagen im immer ausverkauften „Kommödchen” in Düsseldorf ihre Tour fortsetzen.

Geplante Sticheleien

„Wir haben Geilenkirchen gefunden, mit Navi”, erzählt Henning Venske in der Garderobe. Nur über die Namen der Ortschaften zeigten sie sich etwas verwundert, denn: „Wir sind an Puffendorf vorbeigekommen”, schmunzelt Jochen Busse. Auf die Frage, ob es denn schon mal außerhalb der für das Bühnenprogramm geplanten gewollten Sticheleien zu Streitigkeiten zwischen beiden komme, antwortete Busse spontan: „Wir streiten uns nicht um dieselben Frauen.” Applaus brandete auf, als mit Jochen Busse der erste des Duos auf die Bühne trat.

„Muss man sich hier eine Nummer ziehen?”, fragte er nicht unbegründet das Publikum. Denn das aktuelle Programm „Inventur” spielt im Wartezimmer eines Arztes. „Damit das klar ist, ich bin Privatpatient und darum direkt dran”, betrat Henning Venske die Bühne. „Sie glauben gar nicht, wie interessant das ist, überall da, wo man Nummern ziehen kann”, so Busse zu Venske, dem er „zufällig” im Wartezimmer begegnet. Deshalb gehe er auch überall dort hin. Letztens sei er sogar im Wartezimmer bei einem Tierarzt gewesen - ohne Tier. Busse: „Das war spannend für die anderen.”

„Nasennebenhöhlenbewohner”

Henning Venske fragte sich und sein Gegenüber: „Wenn das hier das Wartezimmers eines Arztes ist, dann brauchen Sie auch eine Krankheit, damit Sie überhaupt dran kommen.” Da werde ihm schon was einfallen, antwortete Jochen Busse, der dann einen Bogen zur aktuellen Politik spannte und die neuen Regierungsmitglieder einzeln „untersuchte”. So degradierte das Duo unter anderem den „Nasennebenhöhlenbewohner” Roland Pofalla zur Lachnummer.

Danach kam das Duo auch auf eine geplante „Organabgabepflicht für Hartz IV-Empfänger” zu sprechen, auf ein neues, bald in Kraft tretendes Gesetz, das da greife, wo es sonst nichts mehr zu holen gebe. „Das fördert dann aber auch die finanzielle Unabhängigkeit der betroffenen Person”.

Dann fiel plötzlich in der Realschule ein Teil der Bühnenbeleuchtung aus. Die zwei „Urgesteine” des Kabaretts ließen sich nicht irritieren, im Gegenteil.

Gekonnt bauten sie das Missgeschick in ihre Show mit ein. „Ich hatte noch nie unser Publikum so gut sehen können wie heute, sogar da hinten sitzen nette Leute”, scherzte Busse. Im Laufe der Show folgten zahlreiche „hochgeistige Ergüsse”, die teilweise flexibel auf die Geschehnisse um sie herum reagierten.

So wurde den Zuschauern vermittelt, dass der Stammtisch ein Hort geistiger Kühnheit ist. Was so alles in der Politik vollbracht werde, sei schon vorher am Stammtisch gesagt und erdacht worden. Natürlich gab es auch Unstimmigkeiten zwischen den beiden Kabarettisten. „Warum können wir nicht einmal einer Meinung sein”, fragte Jochen Busse. „Es bringt nichts, wenn wir beide unrecht haben”, kam die Antwort von Venske.

Die Verabschiedung in die 20-minütige Pause verlief dann mit Blick auf die fehlende Beleuchtung so: „Wir werden die Pause nutzen, um die Stadt dazu zu bewegen, per Eilüberweisung ihre Stromrechnung zu bezahlen.”

Gesagt, getan - nach der Pause kam nach Schadensbehebung den beiden Akteuren wieder die Erleuchtung.
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