Geilenkirchen - Bunte Mischung aus Klassik und leichter Muse

Bunte Mischung aus Klassik und leichter Muse

Von: Johannes Gottwald
Letzte Aktualisierung:
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Musikgenuß pur: Das Orchester des St.-Ursula-Gymnasiums und sein Dirigent Thomas Kamphausen zeigten sich beim Neujahrskonzert im alten Feuerwehrhaus in Hatterath von seiner Schokoladenseite. Foto: Gottwald

Geilenkirchen. Schon seit einiger Zeit hat man es als idealen Ort für Konzertveranstaltungen in kleinerem Rahmen entdeckt – das alte Feuerwehrhaus in Hatterath. Auch zuletzt konnte man dort ein schönes besinnliches Neujahrskonzert erleben. Zu Gast war diesmal das Orchester des St.-Ursula-Gymnasiums Geilenkirchen.

Aus den „Fortgeschrittenen“ hatte der Dirigent Thomas Kamphausen ein Ensemble zusammengestellt, das hauptsächlich aus Streichern, aber auch aus einigen Holzbläsern (Querflöte und Klarinette) bestand.

Das Programm enthielt aber keineswegs nur Stücke für die „volle Besetzung“ – auch solistische Vorträge fehlten nicht. So erklang nach dem einleitenden Marsch von Händel ein Violin-Duo in D-Dur des böhmischen Meisters Karl Stamitz. Hier konnten Anna Stassen und Hauke Godemann ihr schon beachtliches technisches und musikalisches Können unter Beweis stellen – zumal gerade das sichere Spiel auf der Geige ein gutes Gehör voraussetzt.

Hauke Godemann hatte gleich danach noch einen weiteren Auftritt bei dem ersten Satz (Allegro) aus dem Konzert für Violine und Basso continuo von Georg Philipp Telemann, wobei er von seinem Vater Bernd Godemann am E-Piano begleitet wurde. Eine ruhige und meditative Stimmung verbreitete die Filmmusik „Arwen´s Virgil“ aus „Der Herr der Ringe“. Auch hierbei gelang Deborah Machnik am Violoncello und Paula Nehm am E-Piano eine überzeugende Wiedergabe.

Zittern im strengen Frost

Dann folgte ein typisches Beispiel von barocker „Programm-Musik“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Natürlich hatte man zwei Nummern aus dem „Winter“ ausgewählt: Im ersten Teil konnte man das Frieren und Zittern im strengen Frost gut heraushören. Im zweiten saß der Komponist vielleicht am warmen Ofen und hörte draußen die Regentropfen fallen, was beim glucksenden Pizzicato der Streicher sehr gut zur Geltung kam – in Italien schneit es halt nicht so oft wie bei uns.

Bei der dreisätzigen Sonate von Carl Maria von Weber kamen mit Clara Hell und Marc Anselm nochmals zwei Solisten auf der Violine und am Klavier zum Einsatz und meisterten ihre Aufgabe ebenfalls vorzüglich. Vor allem der letzte Satz erinnerte in seiner Thematik noch stark an die Wiener Klassik. Das war kein Zufall – zu Webers Lehrmeistern hatten Georg Vogler und Michael Haydn gehört.

Die beiden letzten Nummern vor der Pause gehörten dann wieder dem ganzen Ensemble. Aus der h-moll-Suite von Johann Sebastian Bach hörte man zunächst das Menuett und mit der finalen „Badinerie“ eines der bekanntesten Stücke das Thomaskantors. Dann schloss sich noch die Bourée aus der „Wassermusik“ von Händel an. Den Titel „Wassermusik“ kann man übrigens durchaus wörtlich nehmen, denn sie wurde 1717 erstmals während einer Fahrt über die Themse in London gespielt. Dabei saßen die Musiker auf einer Barke, die neben der königlichen Jacht fuhr, um seine Majestät Georg I. zu unterhalten.

Jazzklänge

Nach der Pause standen moderne Stücke auf dem Programm: Jazzklänge waren bei „Ain´t she sweet“ nicht zu überhören und das „Klarinettenmuckl“ hatte den Charakter eines Ragtime. Den lebhaft beklatschten Solopart übernahm hierbei Elisa Birke.

Nach Südosteuropa führte dagegen die „Werbungstanz-Rhapsodie“ von Rezsö Kokai, die deutlich an Bela Bartok und Zoltan Kodaly erinnerte und von Clara Heil (Violine) und Marc Anselm (Klavier) sehr einfühlsam musiziert wurde. Bei dem Thema aus „Schindlers Liste“ bewies Paula Nehm, dass sie nicht nur das Klavier, sondern auch die Geige ausgezeichnet beherrscht. Drei Klezmer-Stücke leiteten über zu „Petite Fleur“, bei dem Elisa Birke nochmals mit einem prächtigen Klarinettensolo gefiel.

Den Schlusspunkt setzten Thomas Kamphausen und sein Orchester dann mit lateinamerikanischer Musik – „El Choco“ und „Copacabana“ bildeten den schwungvollen Ausklang des stimmungsvollen Nachmittags.

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