Gangelt/Geilenkirchen/Übach-Palenberg - Bunte Kisten und strahlende Gesichter bei der Tafel

Bunte Kisten und strahlende Gesichter bei der Tafel

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Dank guter Laune war die Kistenausgabe eine gerne und flott gelöste Aufgabe.
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Beim Vorstand der Übach-Palenberger Tafel mit Roswitha und Dieter Bischhaus steht vor allem der Wunsch nach mehr Spenden und mehr freiwilligen Helfern auf dem Wunschzettel.

Gangelt/Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Auf dem Foto zeigen wollte sich zwar Donnerstag keiner der Tafelkunden in Gangelt, Geilenkirchen oder Übach-Palenberg. Aber die Freude über die von unserer Zeitung unterstützte „Weihnachtskisten-Aktion“ war auf den Gesichtern deutlich abzulesen.

Und während einige die meist weihnachtlich verpackten Kisten schnell nach Hause beförderten, nutzten andere noch die Gelegenheit, sich noch mit Gesellschaftsspielen oder einem Kuscheltier einzudecken.

Für die Mitarbeiter der Tafel an den drei aktuellen Weihnachts-Ausgabestellen in Tüddern – die Friedenskirche in Gangelt war aus terminlichen Gründen in diesem Jahr nicht nutzbar, ist aber für das kommende Jahr fest eingeplant – im evangelischen Gemeindezentrum in Hünshoven und in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) in Übach-Palenberg war es ein arbeitsreicher Tag.

Doch mit guter Laune und dem einen oder anderen Kaffee war die Kistenausgabe eine gerne und flott gelöste Aufgabe. Zum Team gehörten im CMC auch Marita Laduch und Martina Klüpfel, die sich mit dem Kistenschleppen von den vorbereiteten Tischen hin zur Ausgabe zwar kein Kilometergeld dazuverdienten, aber Spaß hatten. „Hier ist noch eine für zwei Personen“, rief Marita Laduch beispielsweise, worauf sie von ihrer Kollegin nur ein knappes „Bring‘ mit“ zu hören bekam.

Was die beiden und ihre ehrenamtlichen Kollegen besonders freute, war, dass es für jeden der Stammkunden bei der Ausgabe auch eine Kiste gab. „Heute kriegt jeder was, wir haben nicht zu wenige Kisten“, sagte Martina Klüpfel, als sie die nächste prall gefüllte Kiste zum Ausgabetisch schleppte. Damit war die Sorge von Roswitha Bischhaus und ihrem Mann Dieter, zu wenige Kisten für die Stammkunden zu haben, schon einmal vom Tisch.

Dennoch bereitete dem Ehepaar, das den Vorstand der Übach-Palenberger Tafel bildet, die Zahl der eingegangenen Spenden große Kopfschmerzen. „Nach dem deutlich spürbaren Rückgang im vergangenen Jahr, mussten wir in diesem Jahr wieder kleinere Brötchen backen“, so Roswitha Bischhaus. „Wir haben rund ein Drittel weniger gespendete Kisten als noch vor zwei Jahren“, ergänzte ihr Mann.

Konkret sind es in Übach-Palenberg in diesem Jahr mit 130 Kisten genau 33 weniger als 2015, in Geilenkirchen fehlen sieben von den 97 im letzten Jahr abgegebenen Kisten und in Gangelt schrumpfte die Zahl von 74 auf 53. Die Gründe zu suchen, ist zwar nicht die Aufgabe des Tafelvorstandes, wohl aber möchten sie an dieser Stelle für Aufklärung sorgen. „Wenn sich beispielsweise jemand in der Flüchtlingsarbeit engagiert und dann nicht mehr für die Tafel spendet, können wir nur sagen, dass wir selbstverständlich auch Flüchtlinge unter unseren Kunden haben“, so Roswitha Bischhaus.

Das rückläufige Spendenaufkommen ist besonders traurig, da die Zahlen der Kunden nicht abgenommen haben. „Ganz im Gegenteil, unsere Kundenzahlen sind noch gestiegen“, so Dieter Bischhaus. 273 Kunden mehr als im Vorjahr zählt die im ganzen Heinsberger Südkreis aktive Übach-Palenberger Tafel, das sind pro Kommune rund 50 Bedarfsgemeinschaften.

Aktuell betreut die Tafel in Übach-Palenberg 502 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 1162 Personen, in Geilenkirchen sind es 1154 Personen in 454 Gemeinschaften und in Gangelt 523 in 203 Bedarfsgemeinschaften. Das beweist nicht nur, dass die Arbeit der Tafel dringender denn je nötig ist. „Wir brauchen natürlich auch einen entsprechenden Mitarbeiterstab“, sagt Roswitha Bischhaus.

Zuverlässig sollen sie sein, nicht nur auf Vorstandspöstchen bedacht, sondern willens und in der Lage, jede Woche aufs Neue ihren Einsatz für die Tafel zu zeigen. „Das ist der größte Wunsch, der bei uns unterm Christbaum liegt“, meint Dieter Bischhaus. Denn erst wenn das Räderwerk aus Spenden, Ausgabestellen und Mitarbeitern reibungslos ineinandergreift, können Momente wie die strahlenden Gesichter der Tafelkunden nicht nur zur Weihnachtszeit immer wieder das Herz erwärmen.

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