Bundestagswahl: Die städtischen Boten kommen ans Krankenbett

Von: Udo Stüßer
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Sie bereiten die Wahl vor: Joachim Grünewald (links) und Peter Klee. Foto: G. Schmitz

Geilenkirchen. Im Wahlamt der Stadt Geilenkirchen geht es in diesen Tagen recht lebhaft zu. Nicht nur, dass Peter Klee, Joachim Grünewald, Dorit Derichs und Monika Savelsberg emsig mit den Vorbereitungen der Bundestagswahl beschäftigt sind. Im ersten Stockwerk des Geilenkirchener Rathauses herrscht reger Besucherverkehr: Viele Geilenkirchener machen von ihrem Briefwahlrecht Gebrauch.

Manche beantragen die Unterlagen per Post, 700 Wahlberechtigte haben das bisher auf der Homepage der Stadt Geilenkirchen online getan. Und andere schauen persönlich im Wahlamt vorbei und machen direkt vor Ort ihre beiden Kreuzchen auf dem Stimmzettel. Die Erststimme für einen der sieben zur Wahl stehenden Wahlkreisabgeordneten, die zweite Stimme für die Wahl einer der 22 kandidierenden Parteien.

„2880 Geilenkirchener haben bereits Briefwahl beantragt“, erklärt Joachim Grünewald. „Bei der vergangenen Bundestagswahl waren es 3396 Anträge. Auf diese Zahl werden wir auch jetzt wieder kommen“, sagt Peter Klee. Auch 40 Auslandsdeutsche sind im Geilenkirchener Wählerverzeichnis eingetragen; ehemalige Geilenkirchener, die es nun in die USA, nach Thailand oder in die Schweiz verschlagen hat. Manche ehemalige Geilenkirchener leben im niederländischen oder belgischen Grenzgebiet. „Erst wenn ein Bürger länger als 25 Jahre im Ausland lebt, verliert er sein Wahlrecht“, weiß Klee.

1500 Geilenkirchener Bürger, die Briefwahl beantragt haben, haben bereits ihre Stimme abgegeben. Diese Stimmzettel befinden sich bereits in den vier Urnen der Briefwahlbezirke im Rathaus. Täglich gehen neue Stimmzettel ein, aber auch weitere Anträge auf Briefwahl. „Briefwahl kann noch zwei Tage vor der Wahl beantragt werden. Genau gesagt bis Freitag, 20. September, 18 Uhr“, erläutert Peter Klee. Wird die Briefwahl sozusagen in letzter Minute noch beantragt, spielen Joachim Grünewald und Kollegen selbst den Boten und bringen noch am gleichen Abend dem Wähler die Wahlunterlagen ins Haus. „Wenn jemand am Wochenende der Wahl erkrankt und das Wahllokal nicht aufsuchen kann, kann er sich im Rathaus melden. Wir bringen die Wahlunterlagen auch am Samstag oder am Wahlsonntag ans Krankenbett“, versichern die Mitarbeiter des Wahlamtes, das dem Hauptamt der Stadt Geilenkirchen angegliedert ist.

Die Telefonzentrale ist auch am Wahlsonntag unter Telefon 6290 zu erreichen. Bei dringenden Fragen wird dann direkt ins Wahlamt verbunden. Hier, im Wahlamt, sind die vier Verwaltungsmitarbeiter schon seit Monaten mit den Vorbereitungen der Bundestagswahl beschäftigt. Zunächst wird hier noch einmal die Einteilung der Wahlbezirke kontrolliert, die mit den Stimmbezirken der Kommunalwahl identisch sind.

Die 26 Wahlbezirke in der Stadt Geilenkirchen wurden durch den Wahlausschuss des Stadtrates festgelegt. „Durch neue Baugebiete könnte es geschehen, dass Stimmbezirke zu groß geworden sind und es zu einer Neueinteilung kommen muss“, erklärt Klee. Das ist der Grund dafür, dass Bürger in einem anderen Wahllokal ihre Stimmen abgeben müssen. „Mussten Anwohner des Gillesweges früher im Rathaus zur Wahlurne gehen, können sie es jetzt in der Realschule“, erläutert Grünewald.

Alleine wegen der Zuschneidung der Wahlbezirke müssen Anwohner des Berliner Ringes in der Gesamtschule ihr Kreuzchen machen, obwohl auch im Berufskolleg in unmittelbarer Nachbarschaft Wahllokale eingerichtet werden. Apropos Wahllokale: Auch diese müssen natürlich festgelegt werden. Dabei greifen die Mitarbeiter des Wahlamtes auf die öffentlichen Gebäude zurück: Feuerwehrgerätehäuser, Schulen, Bürgerhäuser, Pfarrheime, Haus Basten.

„Diese sollten natürlich möglichst barreierefrei sein“, sagt Grünewald. Auch der Behindertenbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, Heinz Pütz, wird bei dieser Organisation mit einbezogen. Bis auf die Pfarrheime Prummern und Kraudorf und das Grotenrather Jugendheim sind die Wahllokale im Geilenkirchener Stadtgebiet barrierefrei.

Sind die Verantwortlichen der Wahllokale angeschrieben, steht auch fest, wer am Wahlsonntag die Türen aufschließt, werden die Wahlbezirke im städtischen EDV-System erfasst. Hier werden die Straßen den Wahlbezirken zugeordnet.

Wer ist Deutscher, mindestens 18 Jahre alt und lebt seit mindestens drei Monaten in Geilenkirchen? Diese Fragen müssen die Verwaltungsmitarbeiter beantworten, wenn sie das Wählerverzeichnis erstellen. Nachdem sie diese Fragen beantwortet hatten, wurden 20.570 Wahlbenachrichtigungen verschickt.

Schließlich geht es an die Besetzung der Wahllokale. Jedes der 26 Wahllokale muss mit je einem Wahlvorsteher und sechs Beisitzern besetzt werden. Für die vier Briefwahlbezirke sind nur fünf Beisitzer erforderlich. Die Parteien machen für die Besetzung Vorschläge, Behörden wie Arbeitsagentur, Finanzamt, Amtsgericht und Kreisverwaltung werden um Unterstützung gebeten. Diese benennen Mitarbeiter, die in Geilenkirchen ihren Wohnsitz haben. Wenn dann noch die rund 50 Wahlkabinen aus dem Rathauskeller geholt und in den Wahllokalen aufgestellt sind und wenn auch die 30 Urnen für die 26 Stimmbezirke und vier Briefwahlbezirke stehen, kann in den Wahlsonntag gestartet werden.

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