Bürgertreff: Geld gibt es nicht, aber dafür neue Räume

Von: Manfred Hahn
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Die Verwaltung soll nach einer alternativen Unterbringung für den Bürgertreff suchen. Foto: jpm

Geilenkirchen. Das Wort „Sternstunde“ wäre zu hoch gegriffen, aber es war schon eine besondere Stimmung, als sich der Geilenkirchener Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch mit dem Zuschussantrag des Bürgertreffs befasste. Der gute Wille aller Beteiligten war fast greifbar, nachdem Nicole Abels, die Vorstandsvorsitzende, eindrucksvoll die Arbeit des Vereins skizziert hatte.

Seit drei Jahren arbeitet der Bürgertreff, dessen Räume an der Alten Poststraße von rund 300 Bürgerinnen und Bürgern pro Monat besucht werden, und finanziert sich dabei mit Beiträgen des eigenen Teams und Spendengeldern. Um die Arbeit fortsetzen zu können, so Abels, brauche man einen städtischen Jahreszuschuss von 5000 Euro und die Zusage, bei nachweisbarem Bedarf weitere 2000 Euro abrufen zu können.

„Wir wollen der Einsamkeit entgegenwirken“, beschrieb die Vorsitzende die Arbeit ihres Teams. Aussagen von Besuchern wie „Wenn Sie nicht wären, säße ich den ganzen Tag vor dem Fernseher“ bestätigten den Erfolg. Das gilt auch für die Zahlen, denn 50 bis 70 Frauen und Männer besuchen jede Woche die fünf offenen Treffen sowie zahlreiche Einzelangebote.

Da es um Geld ging, hatte dann zunächst der Kämmerer das Wort. Daniel Goertz erklärte, dass Zuschüsse wie der beantragte unter „freiwillige Leistungen“ fallen, für die die Stadt in ihrer finanziellen Situation kaum Spielraum habe. Da es jedoch auch um Mietkosten gehe, sehe er die Möglichkeit, dem Bürgertreff städtische Räume zum Beispiel im Haus Basten oder in der Realschule anzubieten. Die Überlassung städtischer Räume sah auch Beigeordneter Herbert Brunen als optimale Lösung. „Der Bürgertreff hat sich etabliert und erreicht eine große Personengruppe von unterschiedlicher Struktur.“

Eine „tolle Arbeit“ bescheinigte auch CDU-Sprecher Wilhelm-Josef Wolff dem Verein. Er schlug vor, die Stadt möge möglichst kurzfristig Gespräche über neue Räume mit dem Bürgertreff führen. Eine Geldzuwendung sei problematisch, da man Anträge von anderen Gruppierungen habe ablehnen müssen. So sahen das auch die Sprecher der anderen Fraktionen, wobei Christian Kravanja (Bürgerliste) bat, die Abstimmung auf die kommende Ratssitzung zu verschieben, was auch Stephan Evertz (Grüne) unterstützte, für den der Bürgertreff „eine Keimzelle für soziales Engagement“ ist.

Einstimmig beauftragte der Ausschuss schließlich die Verwaltung, bis zur Ratssitzung am 21. Oktober zeitnahe Alternativen für die Unterbringung des Bürgertreffs zu entwickeln.

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