Bürgermeisterwahl: Jetzt steht ein dritter Kandidat im Ring

Von: Udo Stüßer
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Er sammelt derzeit Stimmen, um als Geilenkirchener Bürgermeister kandidieren zu können: Der parteiunabhängige Manfred Theves aus Teveren ist von der Politik frustriert und will nun selbst einsteigen. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Wenn Manfred Theves aus Teveren in wenigen Tagen das Geilenkirchener Rathaus betritt, will der Inhaber einer Imbissstube und eines Partyservices keine Speisekarten für die Bediensteten abgeben. Er wird eine Liste mit mehr als 190 Unterschriften von Geilenkirchener Bürgern überreichen, die seine Kandidatur zum Bürgermeister unterstützen.

Damit wären in Geilenkirchen neben dem CDU-Kandidaten Ronnie Goertz und dem Bewerber der Bürgerliste, Christian Kravanja, drei Männer im Rennen um den Bürgermeisterstuhl. Die Kandidatur von Manfred Theves kommt überraschend. Zeit seines Lebens hat er sich, wie er sagt, für Politik interessiert, aber nie in einer Partei engagiert. „Vor mehr als 20 Jahren habe ich den elterlichen Betrieb übernommen. Wenn man in der Gastronomie tätig ist, hat man nicht die Gelegenheit, an Abendveranstaltungen teilzunehmen. Deshalb findet man auch nur sehr wenige Gastronomen in politischen Gremien“, erklärt er. Aber die Politik in der Stadt hat er stets mit Interesse verfolgt und bei Wahlen gewusst, wo er sein Kreuzchen zu setzen hatte. „Doch bei dieser Wahl kann ich mich für keinen Kandidaten entscheiden. Das ist auch eine Frage der Sympathie“, stellt er fest. So gehe es vielen Menschen in der Stadt, meint er. „So manche Bürger sind frustriert und gehen nicht zur Wahl. Man kann aber nicht immer nur kritisieren, da muss man selbst ran“, begründet er seine Kandidatur.

Letztlich ausschlaggebend für ihn war die Entscheidung von Theresia Hensen aus dem Nachbarort Grotenrath, die den Vorsitz der Geilenkirchener CDU übernommen hat. „Ich bewundere ihren Mut, als Niederländerin und als Frau diesen Schritt zu gehen.“

Sicherlich ist sich Manfred Theves der Tatsache bewusst, dass er kein Verwaltungsfachmann ist. „Ich bin ein Kleinunternehmer mit zehn Mitarbeitern. Da muss man alles kennen: das Arbeitsrecht, das Steuerrecht, da muss man auch Hausmeister sein können.“ Kein Verwaltungsbediensteter im Rathaus kenne alles. „Die müssen auch nachlesen, das kann ich auch. Ich bin des Lesens mächtig.“ Dass Manfred Theves im Falle einer Wahl noch viel lesen muss, hat er bereits festgestellt. Derzeit macht er sich mit Gesetzen und Vorschriften vertraut. Er sieht sich in der Lage, eine Verwaltung zu führen. „Ich bin kommunikativ und habe einen kollegialen Arbeitsstil. Wenn man so arbeitet, kann man sich auf seine Mitarbeiter verlassen.“

Geilenkirchen, so stellt Theves fest, habe in der Vergangenheit Bürgermeister mit fundiertem Wissen an der Spitze gehabt. „Sie haben alle gesagt, dass sie Geilenkirchen nach vorne bringen wollen, haben aber wenig gebracht“, übt er Kritik und verweist auf Leerstände in der Innenstadt. „Da wurde die Stadt schön ausgebaut. Aber das Ziel, die Stadt für Geschäftsleute attraktiv zu machen, wurde nicht erreicht. Ich würde versuchen, junge Unternehmer aus den Universitätsstädten wie Aachen, Mönchengladbach und Köln mit europäischen Fördermitteln nach Geilenkirchen zu holen.“ Junge Unternehmer nach Geilenkirchen zu holen, habe auch Bürgermeister Thomas Fiedler propagiert. „Aber er hat es nicht geschafft.“

Damit sich Geschäftsleute in Geilenkirchen ansiedeln, müssten die Mietpreise gesenkt werden. Dies gelte nicht nur für Ladenlokale. Denn: „Wir müssen mehr junge Familien in die Stadt holen. Deshalb brauchen wir moderate Mietpreise. Da muss man als Bürgermeister Klinken putzen. Man muss mit den Leuten reden, reden und reden.“ Theves weiß, dass es kein leichtes Unterfangen ist, die Probleme in der Stadt zu lösen. „Ich bin auch nicht der Messias, der den Weg kennt. Aber alle, die es von sich behauptet haben, sind gescheitert. Vielleicht wählt man mich, weil ich ehrlich bin.“ Ehrlichkeit ist es, die Manfred Theves von der Politik erwartet und oft vermisst. „Wir haben im Kreis Heinsberg zwei Bundestagsabgeordnete. Beide haben gesagt, dass die Pkw-Maut nicht tragbar ist. Im Bundestag stimmen sie dann für die Maut, nur weil es einen Koalitionsvertrag gibt. Aber Bundestagsabgeordnete sind nur ihrem Gewissen gegenüber verantwortlich.“ Das ist auch ein Grund für den Teverener Kleinunternehmer, parteilos zu sein und zu bleiben. „Ich möchte nicht in die Zwickmühle geraten, dass ich eine Partei bei einer Entscheidung, die ich nicht für korrekt halte, unterstützen muss, nur weil diese Partei mich im Wahlkampf unterstützt hat.“

190 Unterschriften von Menschen, die ihn unterstützen, benötigt Manfred Theves. 160 hat er bereits in wenigen Tagen ohne große Mühe alleine in Teveren gesammelt. „Die fehlenden 30 Stimmen würde ich in wenigen Stunden zusammenhaben. Schließlich kennt man mich in der ganzen Stadt.“ Sicherlich: Manfred Theves ist kommunikativ.

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