Bürgermeister testet Elektro-Wagen: „Wie Auto-Scooter”

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
Ein Kleinwagen zwar, aber durc
Ein Kleinwagen zwar, aber durchaus komfortabel in der Relation - und mit reinem Elektroantrieb. Bürgermeister Thomas Fiedler wird das Auto eine Zeit lang testen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Das ist wie Auto-Scooter: nur ein Gas- und ein Bremspedal”, schwärmt Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler. Bevor er in den hinter dem Rathaus geparkten Kleinwagen steigt, zieht er den Stecker aus der Ladestation und lässt das Stromkabel schnell im Kofferraum verschwinden. Kaum hörbar rauscht er wenige Sekunden später davon.

Zwei Wochen lang testet Thomas Fiedler auf seinen Dienstfahrten in der Stadt ein Elektrofahrzeug, das ihm die Niederrhein Energie und Wasser (NEW) zur Verfügung gestellt hat. Der wassergekühlte, fast wartungsfreie 40 PS-Motor bringt es auf 105 km/h Spitzengeschwindigkeit.

„Mit seinem starken Anzug hängt der Wagen jeden in der Stadt ab. Man wird förmlich in den Sitz gedrückt”, hat Thomas Fiedler nach den ersten Fahrten bemerkt. So steht für ihn fest: Die elegante Dienstlimousine bleibt in den nächsten Tagen auf seinen Fahrten zu Ehejubiläen, runden Geburtstagen und Vereinsfeierlichkeiten in der Garage. Dabei wird er auch an seine Studentenzeit erinnert, als er auf seinen Fahrten mit der „guten alten Vespa” stets die Tanknadel im Blick hatte. „Da musste man immer schauen, dass man rechtzeitig zur Tankstelle kam. Und mit dem voll aufgeladenen Elektroauto komme ich nun auch nur etwas über 100 Kilometer weit.”

Nach zwei Stunden ist die Batterie wieder aufgeladen. Auch wenn ihm die Fahrten durch die Stadt Spaß machen, beispielsweise wenn er fast geräuschlos einen Rennradfahrer überholt, der dann glaubt, plötzlich „eine Erscheinung zu haben”, weiß er dennoch, dass sich solch eine Anschaffung derzeit noch nicht rechnet: Die Energiekosten belaufen sich auf 3,30 Euro je 100 Kilometer, machen also 333 Euro für 10.000 Kilometer im Jahr. Ein Benziner kommt für die gleiche Kilometerleistung auf rund 1600 Euro Kosten. Allerdings kostet der Kleinwagen satte 36.000 Euro.

Für den Bürgermeister sind Elektrofahrzeuge zwar „Zukunftsmusik”, aber nicht von der Hand zu weisen. „Auf Anregung der FDP und mit Unterstützung der anderen Ratsfraktionen überlegen wir derzeit mit der ,West, in Bahnhofsnähe eine E-Mobil-Tankstelle für die Nutzer von Elektrorollern einzurichten”, blickt Thomas Fiedler nach vorne.

In weiterer Zukunft setzt er auf Elektroantrieb und Erdgas. Ganz oben auf seiner Wunschliste steht deshalb auch die Einrichtung einer Erdgastankstelle in Geilenkirchen. In der näheren Region findet man Erdgastankstellen beispielsweise in Aachen, Eschweiler, Düren, Jülich oder Mönchengladbach. „Die Motoren sind serienreif, das Betanken der Fahrzeuge ist preisgünstig”, sagt Thomas Fiedler. Erste Gespräche hat er bereits geführt. Der Bürgermeister geht davon aus, dass aber auch Elektro-Fahrzeuge wirtschaftlicher werden: „Die Anschaffung wird günstiger, die Reichweite wird sich bald auf 350 Kilometer erhöhen, und eine Batterie wird man für 50 bis 80 Euro leasen können”, hat er sich informiert.

Erst einmal wird sich Thomas Fiedler aber mit der Straßenkarte beschäftigen und den kürzesten Weg nach Aachen suchen: Einen dort anberaumten Termin will er mit dem Elektroauto antreten. Reichweite gut 100 Kilometer, aber das Stromkabel hat er immer im Gepäck.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert