Bürgermeister bringt Schulen und Handwerker an einen Tisch

Von: Udo Stüßer
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Mehr Ausbildungsplätze im Handwerk: Paten sollen nun eine Brücke zwischen Schülern und Ausbildungsbetrieben schlagen. Foto: ddp

Geilenkirchen. Bürgermeister Thomas Fiedler nennt alarmierende Fakten: „Die Zahl der Auszubildenden im Handwerk ist im Kreis Heinsberg von 600 im Jahr 2008 auf 502 im Jahr 2009 gesunken.”

Und er weiß auch: „Nur etwa 15 Prozent der Hauptschul-Absolventen in Gangelt und etwa 25 Prozent der Gesamtschüler mit Hauptschulabschluss erhalten direkt einen Ausbildungsplatz. Auch andere Schüler haben Schwierigkeiten, im Handwerk einen Ausbildungsplatz zu bekommen.” Deshalb ergriff Fiedler jetzt die Initiative und holte Handwerk und Schulen an einen Tisch und präsentierte ihnen sein Modell: das Patenschaftsprogramm.

„Menschen mit langjähriger Berufserfahrung sollen jeweils ein bis zwei Jugendliche bei der Bewerbung unterstützen. Diese Paten könnten Kontakte zu Firmen knüpfen und die Schüler bei den Bewerbungen unterstützen”, erklärt Fiedler.

Sein Modell präsentierte er Peter Ruske, Leiter der Hauptschule Gangelt, Peter Pauli, Leiter der Geilenkirchener Realschule, und Dr. Martin Kerkhoff, Lehrer der Geilenkirchener Gesamtschule, ebenso wie Dr. Michael Vondenhoff, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Heinsberg, und den Obermeistern Heinz-Georg Overbeck (Kfz), Franz-Josef Welter (Metall), Edwin Mönius (Bäcker) und Josef Wirtz (Land- und Baumaschinentechnik).

„Wir wollen nun Brücken bauen zwischen dem Schulabschluss und dem Ausbildungsbeginn. Beide Seiten, Lehrer und Obermeister, haben auf interessante Weise Informationen ausgetauscht”, sagt Fiedler, der nun auch die Probleme der Ausbilder gehört hat: „Viele sagen, eine dreimonatige Probezeit reicht nicht aus. Und so stellen sie lieber gar keinen als den falschen Bewerber ein.”

Auch würden viele Ausbilder für längere Praktika plädieren. „Wünschenswert wäre natürlich, dass die Paten ihre Schüler nicht nur bei der Bewerbung unterstützen, sondern über die Ausbildung hinweg begleiten.”

Die sinkende Zahl der Auszubildenden begründet das Handwerk mit der Wirtschaftskrise. „Die Obermeister sagen aber auch, dass das Handwerk über Bedarf ausgebildet hat und sich bewusst ist, dass der Fachkräftemangel zunehmen wird.”

Manchem Schüler fehle die Ausdauer, mancher fühle sich unsicher. „Und der Betrieb hat nicht die Zeit, sich um die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen zu kümmern. Ein Ratgeber kann in dieser Situation oft mehr leisten, als es das Elternhaus vermag.”

Nach dem Gespräch im Rathaus werden die Obermeister in die Innungen gehen und Werbung in den angeschlossenen Betrieben machen. „Schulen und Innungen werden in dem Projekt, das durch die Stadt koordiniert wird, versuchen, zusätzliche Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2011/2012 zu akquirieren”, sagt Fiedler der auf 15 bis 20 zusätzliche Ausbildungsplätze in Geilenkirchen und Umgebung hofft.

„Gleichzeitig wollen wir den Jugendlichen Mut machen, sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen. Sie sollen sich der Herausforderung stellen und einen Ausbildungsplatz suchen, anstatt in irgendwelchen Maßnahmen Ehrenrunden zu drehen.”

Wer Interesse hat, solch eine Patenschaft zu übernehmen, wende sich an Bürgermeister Thomas Fiedler, 02451/629104.
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