Bürgerliste und „Für GK!“: Geilenkirchener Rat nicht zerstritten

Von: jpm
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Geilenkirchen. Kommunalpolitiker sind einem gesteigerten Risiko ausgesetzt, dass einem die Lektüre der Heimatzeitung die Laune verhagelt. Für die Mitglieder der Ratsfraktionen der Bürgerliste und „Für GK!“ war der 11. Juni solch ein Tag.

Marko Banzet und Christoph Grundmann (beide SPD) verkündeten da nämlich auf dem Lokaltitel, dass sie eine enge Zusammenarbeit mit der CDU anstreben, die Überschrift lautete „Ziehen SPD und CDU bald an einem Strang?“

Nachdem sie den Inhalt sacken gelassen hatten, luden Christian Kravanja und Helmut Gerads (Bürgerliste) sowie Gabi Kals-Deußen und Stefan Mesaros („Für GK!“) zum Pressegespräch ein. Um „einiges gerade zu rücken“, wie Kals-Deußen sagt. Dabei gehe es nicht um die angestrebte Zusammenarbeit, „die ist im Rahmen der demokratischen Spielregeln“, so Mesaros. Wenngleich er sich den Hinweis darauf, dass die SPD eine Fraktion mit dem Linken Michael Thielemann gebildet hat, nicht verkneifen kann. „Da frage ich mich, wie man das den erzkonservativen Parteigranden erklären will.“ Das aber ist natürlich nicht Mesaros’ Problem.

Ein Problem haben er, Gerads, Kals-Deußen und Kravanja mit der aus ihrer Sicht reichlich pauschalen Kritik an der Ratsarbeit, die die beiden Sozialdemokraten in dem Text geäußert haben. „Das ist eine Ohrfeige für alle Fraktionen“, ärgert sich Mesaros. „Der Vorwurf der Untätigkeit ist schon ein bisschen frech“, pflichtet Christian Kravanja bei und verweist unter anderem auf das Engagement zum vieldiskutierten Teverener Kreisverkehr.

Sein Fraktionskollege Gerads hat sich besonders über den Kritikpunkt geärgert, dass sich von den Geilenkirchener Kommunalpolitikern lediglich die SPD bei der Infoveranstaltung zur B221n der Übach-Palenberger CDU in Scherpenseel blicken gelassen habe. „Wir haben uns beim Landesbetrieb Straßen.NRW aus erster Hand informiert“, schimpft er. Dafür brauche er nicht nach Scherpenseel zu fahren. Es stimme auch nicht, dass der Rat zerstritten sei.

Die SPD hat den Schritt auf die CDU zu auch deshalb gemacht, weil sie der Ansicht ist, dass eine klare Mehrheit im Rat zu einem stringenteren Arbeiten führen wird. Gabi Kals-Deußen kann auch dies nicht recht nachvollziehen. „Wir haben in Geilenkirchen schon lange keine klare Mehrheit mehr gehabt, das ist nicht erst seit der Wahl so“, stellt sie klar. Und sie geht noch einen Schritt weiter: „Ich finde, dass das diesen Rat immer ausgezeichnet hat.“

Sozialdemokrat Christoph Grundmann war in dem Bericht vom 11. Juni auch mit den Worten zitiert worden, Bürgermeister Georg Schmitz könne „gerne die Stadt repräsentieren“. Ein entlarvender Satz, findet Stefan Mesaros: „Da erkennt man doch die eigentliche Absicht: CDU und SPD wollen die Verwaltungsarbeit bestimmen und den Bürgermeister zum Grüßonkel zu degradieren.“

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