Bürgerinitiative will Schutz der Teverener Heide

Von: Stephan Vallata
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Natur pur: Chantal Dijkstra und Herbert Weyand von der Bürgerinitiative zum Erhalt der Teverener Heide betrachten die geplante Landesstraße 42n bei Grotenrath mit einiger Sorge. Foto: Stephan Vallata

Geilenkirchen-Grotenrath. Mit dem Straßenbau auf der grünen Wiese ist das ja immer so eine Sache. Er macht Lärm, er kostet Geld, er zerschneidet die Landschaft. Aber er ist auch notwendig, weil er das immer größer werdende Bedürfnis vieler Menschen stillt, sich möglichst ohne Zeitverlust von A nach B zu bewegen.

Daraus ergibt sich ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotenzial, dass sich in etwa so auf den Punkt bringen lässt: Anwohner wollen vor allem ihre Ruhe, Durchfahrer wollen schnell vorwärts kommen.

In Grotenrath hat eine vor kurzem gegründete Bürgerinitiative noch ein anderes Ziel ausgemacht: Sie will die Teverener Heide schützen. Und sie will die Wohnqualität in der kleinen Gemeinde erhalten. In höchstem Maße gefährdet sehen die Sprecher Herbert Weyand und Chantal Dijkstra diese beiden Güter durch die geplante Landestraße 42n, die in der durch das Land NRW favorisierten Variante von Neu Teveren bis ins niederländische Abdissenbosch führen soll.

Die neue Trasse soll die Heerlener Straße in Scherpenseel vom Schwerlastverkehr entlasten. Die Folge wäre allerdings, führen Weyand und Dijkstra an, dass die rund 900 Einwohner Grotenraths vom nahen Naturschutzgebiet Teverener Heide abgeschnitten würden.

Weyand sieht in der L 42n, die ihm zufolge 150 bis 200 Meter an der Bebauung vorbei führen würde, eine „nicht zumutbare Verlagerung von Problemen”. Er sagt aber auch noch: „Wir sagen nicht, dass die Straße unnötig ist. Wir wollen nur, dass eine Alternative gefunden wird.”

Chantal Dijkstra graust es förmlich, wenn sie an meterhohe Schallschutzwände denkt, die möglicherweise den Verkehrslärm in Grenzen halten sollen und die den Blick auf die Teverener Heide verbauen könnten. „Ich bin hierhin gezogen, weil ich hier mein Paradies gefunden haben”, sagt die Niederländerin. „Und wenn es das nicht mehr gibt, hält mich nichts mehr.”

Nach Ansicht der Bürgerinitiative sind die ruhige Lage und die naturbelassene Umgebung das, was den kleinen Ort ausmacht. Viele Zugezogene hätten sich genau deshalb für Grotenrath entschieden. „Das ist ein wunderschönes Dorf hier”, sagt Weyand. „Und es soll so bleiben”, fügt Dijkstra hinzu.

Zu einer ersten Informationsveranstaltung sind nach Angaben der Bürgerinitiative mehr als 150 Besucher erschienen. Dies entspreche fast einem Drittel der erwachsenen Bevölkerung in Grotenrath, hebt Weyand hervor. Die Unsicherheit sei momentan sehr groß, hat der Sprecher ein Informationsdefizit ausgemacht. Niemand wisse genau, was auf die Dorfgemeinschaft noch zukomme.

Die Stadt Geilenkirchen hat sich gegen eine Trassenführung westlich von Grotenrath ausgesprochen. Alexander Jansen vom Stadtentwicklung- und Umweltamt gibt allerdings auch zu bedenken: „Wir sind nicht Herr des Verfahrens.” Da es sich bei der L 42n um eine Landesstraße handelt, ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW mit diesem Projekt betraut.
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